Corona-News-Update am Samstag: RKI meldet mehr als 31.000 Corona-Neuinfektionen und 702 Tote
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Foto: Arne Dedert / dpa
Pflegekräfte erkranken besonders häufig an Corona
10.25 Uhr: Pflegekräfte erkranken besonders häufig an Corona. Das geht laut einem Bericht der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus Berechnungen der Krankenkasse Barmer hervor, bei der Zahl und Ursachen von Krankmeldungen ausgewertet wurden. Demnach waren seit Beginn der Pandemie bis Mitte November 2,5 Prozent aller bei der Barmer versicherten Pflegekräfte wegen Covid-19 krankgeschrieben.
In absoluten Zahlen seien dies 6600 Pflegerinnen und Pfleger, hieß es weiter. Bei allen Berufsgruppen lag der durchschnittliche Anteil der Covid-19-Kranken dagegen bei 1,6 Prozent. Demnach haben Pflegekräfte ein um 56 Prozent höheres Risiko, an Corona zu erkranken, als Berufstätige insgesamt.
»Die Corona-Pandemie spitzt sich immer weiter dramatisch zu. Wir können es uns also nicht leisten, dass so viele Pflegekräfte an Corona erkranken und ausfallen«, sagte die leitende Medizinerin der Barmer, Ursula Marschall, den RND-Zeitungen.
»Daher ist es sehr wichtig, dass das Pflegepersonal den Impfstoff gegen Covid-19 sehr früh und mit der höchsten Priorität erhalten kann«, sagte Marschall. Aktuell ist vorgesehen, dass zunächst über 80-Jährige sowie Pflegeheimbewohner und deren Pflegekräfte geimpft werden. Das medizinische Pflegepersonal, das in besonders sensiblen Bereichen arbeitet, soll danach dran sein.
Scholz verteidigt Reihenfolge bei der Corona-Impfung
10.15 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz hat die Priorisierung bei der Corona-Impfung gegen Kritik verteidigt. »Natürlich wäre es am besten, wenn alle sofort geimpft werden könnten. Da das nicht geht, muss man eine Reihenfolge festlegen nach klaren wissenschaftlichen Kriterien«, sagte der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Impfpriorisierung am Freitag vorgestellt. Ältere über 80 Jahre, Bewohner und Personal in Pflegeheimen sollen zuerst zum Zug kommen, wenn Impfungen wie geplant am 27. Dezember anlaufen können.
»Es geht darum, das Infektionsrisiko so schnell und so effizient wie möglich zu verringern«, sagte Scholz. Daher sei es richtig, dass zunächst die geimpft würden, die Schutz ganz besonders nötig hätten. Scholz dämpfte zugleich Hoffnungen auf schnelle Erfolge. Im Lauf der Monate würden in Deutschland »ausreichend viele Bürgerinnen und Bürger geimpft sein, um die Pandemie einzuhegen«, sagte er. »Das wird sich aber hinziehen, weil eine hohe Zahl von Impfdosen hergestellt und verimpft werden muss.«
Er selbst werde sich »ganz sicher« impfen lassen, sagte Scholz, »und zwar gerne«.
Abschlagszahlungen für Dezemberhilfen sollen ab Anfang Januar ausbezahlt werden
10.00 Uhr: Die Abschlagszahlungen für die Dezemberhilfen an von Corona-bedingten Schließungen betroffene Betriebe sollen ab Anfang Januar ausbezahlt werden. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit. Auch erste Abschlagszahlungen für die sogenannte Überbrückungshilfe III sollen demnach im Laufe des Januar fließen. Die Abschläge haben eine maximale Höhe von 50.000 Euro pro Unternehmen, für Soloselbstständige sind es bis zu 5000 Euro.
Für die Hilfen aufgrund der Schließungen im November seien bisher 227.508 Anträge gestellt worden, hieß es weiter. Auf deren Grundlage seien Abschläge von 983 Millionen Euro gezahlt worden. Der Erklärung des Ministeriums zufolge wurden seit Beginn der Corona-Krise insgesamt bereits mehr als 71 Milliarden Euro an Hilfen für die Wirtschaft bewilligt.
Mehr als 260.000 Neuinfektionen in USA
09.38 Uhr: In den USA sind einer Reuters-Zählung zufolge mehr als 260.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Mindestens 261.887 Menschen wurden demnach am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet, damit stieg die Zahl der Infektionen insgesamt auf 17,42 Millionen. Weitere 2947 Menschen starben der Zählung zufolge. Insgesamt stieg die Zahl der Todesfälle in den USA auf 314.049.
Abgeordnete anderer Parteien empört über Corona-Verstöße der AfD
09.23 Uhr: Weil sie sich nicht an die Corona-Regeln halten, gefährden sie andere: Bundestagsabgeordnete aller Parteien zeigen sich entsetzt über das Verhalten ihrer Kollegen von der AfD. Lesen Sie hier die ausführliche Meldung.
Scholz: Finanzhilfen so lange wie nötig
08.49 Uhr: Nach den Worten von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sollen die Finanzhilfen für die Wirtschaft gezahlt werden, so lange es nötig ist. »Finanziell können wir den Lockdown lange durchhalten, weil wir über eine robuste Volkswirtschaft mit sehr leistungsfähigen und international wettbewerbsfähigen Unternehmen verfügen«, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Wir tun, was nötig ist, solange es nötig ist.« Ziel sei es nun, die Infektionszahlen einzudämmen. Was im Februar oder März sei, könne man nicht sagen. Aber: »Jeder weiß, dass der 10. Januar nur eine Zwischenstation sein wird.« Der in Deutschland seit Mittwoch verhängte Lockdown gilt zunächst bis zum 10. Januar.
Der Chef der Wirtschaftsweisen sieht die Zahlungen der Regierung an Unternehmen kritisch: Er findet die Corona-Hilfen für Händler und Gastronomen teils zu hoch. »Die Gastronomen bekommen für November und Dezember 75 Prozent ihres Umsatzes vom Vorjahresmonat ersetzt«, sagte Lars Feld der »Rheinischen Post«. Dabei laufe der Außer-Haus-Verkauf weiter, das Onlinegeschäft boome, und Verbraucher verschenkten teils Gutscheine zum Fest. Manche Gastronomen machten unterm Strich »bessere Geschäfte als vor einem Jahr«, sagte Feld.
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Die ausführliche Meldung finden Sie hier: Wirtschaftsweiser findet Hilfen für den Handel zu hoch
In Südkorea werden die Krankenhausbetten knapp
08.08 Uhr: Die Behörden in Südkorea melden 1053 neue Corona-Infektionen. Inzwischen werden die Krankenhausbetten knapp. Im Großraum der Hauptstadt Seoul mit fast 26 Millionen Einwohnern waren am Freitag Daten zufolge nur noch vier Intensivbetten verfügbar. Laut Medien und Behördenvertretern können Hunderte Patienten nicht aufgenommen werden, da Plätze in den Hospitälern fehlen. Südkorea galt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie lange als mustergültig: Die Sterblichkeit war niedrig, durch die strikte Kontaktverfolgung und viele Tests konnten lokale Ausbrüche schnell eingegrenzt werden. Dieses Vorgehen hatte die Belastung für die Krankenhäuser in Grenzen gehalten, sie konnten sich auf die schwer kranken Patienten konzentrieren. Inzwischen handelt es sich aber nicht mehr um einzelne größere Ausbrüche, sondern um weiter verbreitete Infektionen, deren Nachverfolgung schwieriger ist.
Bahn-Beauftragter der Regierung rechnet mit über 13 Milliarden Euro Corona-Kosten
06.44 Uhr: Der Deutschen Bahn werden nach Ansicht des Bahn-Beauftragten der Bundesregierung mehr als 13 Milliarden Euro Corona-Kosten entstehen. Ein Schaden von 13 bis 14 Milliarden Euro sei zu Beginn der Pandemie als schlechtestes Szenario errechnet worden, sagte Enak Ferlemann (CDU) der »Welt«. »Inzwischen ist klar: Es wird nicht auf unser bestes Szenario hinauslaufen, sondern auf das schlechteste.«
Sollte der Lockdown länger dauern, könne es auch noch teurer werden, warnte Ferlemann. »Wenn wir auch den ganzen Januar, Februar und März noch massive Einschränkungen haben sollten oder auch im nächsten Herbst noch Maßnahmen nötig sein werden, dann müssen wir prüfen, welche Auswirkungen das hat.«
Mehr als zehn Millionen Corona-Infizierte in Indien
06.39 Uhr: Als weltweit zweites Land nach den USA hat Indien die Grenze von zehn Millionen Coronavirus-Infizierten überschritten. Das geht aus den am Samstag vom indischen Gesundheitsministerium veröffentlichten Daten hervor. Allerdings scheint sich der Anstieg sowohl bei der Zahl der Infizierten als auch der Todesopfer zu verlangsamen. Seit Freitag wurden den Angaben zufolge 27.022 neue Infektionen registriert – die Gesamtzahl stieg damit auf 10.004.893. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 338 auf 144.789.
Bundesagentur: Derzeit keine Insolvenzwelle wegen Corona
06.15 Uhr: Die Bundesagentur für Arbeit sieht trotz der Schließung zahlreicher Unternehmen im Corona-Lockdown weiter keine Insolvenzwelle auf Deutschland zurollen. »Unsere Zahlen geben so etwas im Moment nicht her«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Bis zum November 2020 seien knapp 1,2 Milliarden Euro an Insolvenzgeld gezahlt worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 723 Millionen Euro gewesen.
In den 2020er Zahlen sei aber auch die Insolvenz einer großen Einzelhandelskette enthalten, die nicht pandemiebedingt gewesen sei. Gemeint sein dürfte die Insolvenz von Galeria Kaufhof. Allerdings gingen 2020 auch mehrere größere Unternehmen pleite, zu deren Schwierigkeiten die Corona-Problematik zumindest beitragen hat – darunter die Restaurantkette Vapiano und Deutschlands größte Friseurkette Klier.
Für pandemiebedingt überschuldete Firmen bleibt die Pflicht zum Stellen eines Insolvenzantrags mindestens bis Ende Januar ausgesetzt – vor allem, weil sich die Auszahlung der staatlichen Corona-Hilfen verzögert hat.
Nationalspieler Rüdiger beschenkt Pflegekräfte: »Leisten unglaubliche Arbeit«
05.17 Uhr: Fußballnationalspieler Antonio Rüdiger hat mit einer besonderen Geste seine Wertschätzung für das am Limit arbeitende Pflegepersonal auf Covid-19-Stationen gezeigt. Der 27-Jährige spendierte in dieser Woche dem Pflegepersonal von 13 Kliniken ein Mittagessen. »Die Personen, die dort arbeiten, leisten eine unglaubliche Arbeit. Für mich sind das alles Ehrenmänner und Ehrenfrauen. Mit dieser Aktion möchte ich vor allem Danke sagen«, sagte Rüdiger im Gespräch mit Spox und Goal.
»Danke an die vielen Krankenhausmitarbeiter, die sich und ihre Gesundheit selbst hinten anstellen, um anderen Menschen zu helfen. Mir ging es dabei vor allem um die Geste«, meinte der 27-Jährige: »Allerdings sollte man sich nicht nur dieses Jahr bei den Mitarbeitern bedanken, sondern jedes Jahr – und nicht nur während einer weltweiten Pandemie.«
Der Verteidiger des englischen Spitzenteams FC Chelsea wählte die Klinik nach Großstädten und Regionen aus, die besonders hohe Inzidenzwerte aufweisen. Insgesamt erhielten 420 Krankenhausmitarbeiter eine von Rüdiger spendierte Pizza und einen Dankesbrief.
Umfrage: Große Mehrheit will sich Weihnachten an Corona-Regeln halten
05.00 Uhr: Eine große Mehrheit der Deutschen will sich an Weihnachten an die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie halten. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 83 Prozent an, alle Regeln befolgen zu wollen. Nur jeder Zehnte will davon abweichen, 7 Prozent machten keine Angaben. Dabei nimmt mit dem Alter auch die Bereitschaft zu, die Beschränkungen einzuhalten. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 72 Prozent, bei den Menschen über 55 sogar 91 Prozent.
Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA
01.46 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des Pharmaunternehmens Moderna eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte die FDA am Freitag mit. Anfang nächster Woche könne mit dem Einsatz des Präparats begonnen werden, hatten Regierungsbeamte in den vorangegangenen Tagen erklärt. Sie rechneten damit, dass nach der Zulassung sofort knapp sechs Millionen Impfdosen im Land verteilt werden könnten.
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Die ausführliche Meldung zur Zulassung des Impfstoffs lesen Sie hier.
Harter Lockdown in Italien vom 21. Dezember bis 6. Januar
00.47 Uhr: Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen verhängt die italienische Regierung einen erneuten harten Lockdown für das gesamte Land. Dieser gelte vom 21. Dezember bis 6. Januar, kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zum Samstag an.
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Alle nicht für den täglichen Bedarf notwendigen Geschäfte sowie alle Restaurants bleiben seinen Angaben zufolge geschlossen.
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Reisen zwischen verschiedenen Regionen sind verboten.
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Die eigene Wohnung darf nur noch begrenzt verlassen werden.
Conte äußerte sich nach einer Kabinettssitzung, bei der die neuen Regeln beschlossen wurden. Ausnahmen von den Regeln sollen de facto nur aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen möglich sein. Religiöse Feste sind bis 22.00 Uhr gestattet.
Allerdings soll der harte Lockdown vom 28. bis 30. Dezember sowie am 4. Januar etwas gelockert werden. Dann sollen Geschäfte kurzzeitig öffnen können und die Fortbewegung ohne Angaben von Gründen möglich sein.
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