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G20-Gipfel: Angela Merkel mahnt Kooperation bei Corona-Impfstoff an – Trump geht golfen

November 21
22:56 2020
Angela Merkel schaltete sich zum G20-Gipfel aus dem Kanzleramt zu Icon: vergrößern

Angela Merkel schaltete sich zum G20-Gipfel aus dem Kanzleramt zu

Foto: Guido Bergmann / dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich auf dem G20-Gipfel für eine engere internationale Zusammenarbeit bei der Distribution und Verbreitung eines Corona-Impfstoffes ausgesprochen. »Um die Pandemie einzudämmen, muss der Zugang zur Impfung für jedes Land möglich und bezahlbar sein«, sagte Merkel am Samstag laut Redemanuskript. Die bisher zugesagten Mittel reichten dafür jedoch nicht aus, hieß es demnach von Merkel bei der Konferenz der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer. Die Konferenz findet aufgrund der Corona-Pandemie virtuell als Videoschalte statt.

Merkel warb für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und für Unterstützung der Covax-Initiative, mit der wohlhabende Länder Impfstoffdosen an ärmere Staaten weitergeben wollen. Merkel war aus dem Kanzleramt in Berlin gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zu den Beratungen zugeschaltet.

Merkel wirbt für mehr internationale Zusammenarbeit

Multilaterale Zusammenarbeit sei der Schlüssel zur Corona-Bekämpfung, sagte die Kanzlerin laut Manuskript. Die Äußerungen Merkels konnten auch als Spitze gegen US-Präsident Donald Trump verstanden werden, der eine protektionistische Politik des »Amerika zuerst« vertritt und internationalen Organisationen ablehnend gegenübersteht. Noch ist unsicher, ob die Stärkung der WHO in der gemeinsamen Schlusserklärung auftauchen wird, da die USA unter US-Präsident Donald Trump die WHO verlassen haben.

Der amtierende US-Präsident hat das Gipfeltreffen der G20-Staaten derweil vorzeitig verlassen. Nach weniger als zwei Stunden in der Videoschalte fuhr er zu einem seiner Golfplätze, wie mitreisende Journalisten berichteten. Zuvor lobte er nach Teilnehmerangaben in seinem Redebeitrag vor allem das amerikanische Vorgehen in der Coronakrise und sagte, dass die US-Unternehmen Moderna und Pfizer Impfstoffe entwickelt hätten. Pfizers deutschen Partner Biontech erwähnte er nicht.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ließ Trump sich zeitweise von Finanzminister Steven Mnuchin und seinem Wirtschaftsberater Larry Kudlow vertreten. Parallel zum Auftakt des Gipfels meldete Trump sich mit mehreren Tweets zum angeblichen Wahlbetrug in den USA zu Wort. Er schrieb unter anderem über den »massiven und beispiellosen Wahlbetrug«.

Putin bietet bedürftigen Staaten russischen Impfstoff an

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte der internationalen Staatengemeinschaft, dass sein Land bereit sei, seinen selbst entwickelten Impfstoff »Sputnik-V« bedürftigen Staaten zur Verfügung zu stellen. Russland hat bisher für keinen seiner Impfstoffe eine internationale Zulassung. Die Wirksamkeit von »Sputnik-V« ist von unabhängiger Seite bisher nicht nachgewiesen.

In seiner Rede lobte Putin ausdrücklich die USA, die viel unternommen hätten, um die Weltwirtschaft wieder in Gang zu bringen.

Der chinesische Staatschef Xi Jinping unterstützte unterdessen den Ruf nach einer Stärkung der WHO und sprach sich für mehr Multilaterismus aus. Sein Land wolle außerdem die Zusammenarbeit mit anderen Ländern bei der Forschung, Entwicklung, Produktion und Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus verstärken, so Xi.

Zusätzlich forderte er mehr Kooperation, um internationale Reisen in der Coronakrise einfacher zu machen. China werde einen Vorschlag vorlegen, wie Reisende mit digitalen Gesundheitscodes nachweisen könnten, dass sie negativ getestet wurden.

Abschlusserklärung könnte vor verstärkter Armut durch Corona-Pandemie warnen

In Auszügen eines Entwurfs für die Abschlusserklärung heißt es, die Gruppe werde alles ihr Mögliche tun, um die Pandemie einzudämmen und Leben, Jobs und Einkommen zu schützen. Zugleich warnen die 20 Industrie- und Schwellenländer, dass die globale wirtschaftliche Erholung »unausgeglichen, höchst unsicher« bleibe und mit »erhöhten Abwärtsrisiken« behaftet sei.

Einige ärmere Länder bräuchten womöglich weiterreichende Schuldenerleichterungen. Die Pandemie treffe die Schwächsten in der Gesellschaft am härtesten.

Icon: Der Spiegel

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