Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Corona-News am Samstag: Fast 23.000 Neuinfektionen in Deutschland

November 21
10:19 2020
Corona-Test bei Freiburg im Breisgau Icon: vergrößern

Corona-Test bei Freiburg im Breisgau

Foto: Fleig / Eibner-Pressefoto / imago images/Eibner

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Fast 23.000 Neuinfektionen in Deutschland

06.05 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.964 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

Im Vergleich zum Wert vor einer Woche wurden gut 500 Fälle mehr gemeldet. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 22.461 gelegen. Der Höchststand war am Freitag mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Die Anzahl der Neuinfektionen ist allerdings nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Corona-Tests angepasst hat, wer noch getestet werden soll. Der Schritt war nötig, da immer mehr Labors an die Belastungsgrenze gerieten. Doch die Entscheidung könnte neben der Zahl der Neuinfektionen auch den Anteil der positiven Tests beeinflussen. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 902.528 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 254 auf insgesamt 13.884. Das RKI schätzt, dass rund 593.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,05 (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Virologen und Mediziner für längere Anti-Corona-Maßnahmen

05.45 Uhr: Mehrere Virologen und Mediziner halten angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen eine Verlängerung oder gar Verschärfung der bisherigen Beschränkungen für geboten.

»Zielsetzung war es, einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen zu erreichen. Fast drei Wochen nach Beginn der Maßnahmen sehen wir aber keinen deutlichen Abfall, sondern eine Seitwärtsbewegung«, sagte der Chefvirologe der Universität Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, der »Rhein-Neckar-Zeitung«. Es sei also klar, dass das eigentliche Ziel nicht erreicht worden sei.

Der Virologe Alexander Kekulé fordert deshalb Verschärfungen. »Beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch braucht es unbedingt neue Anti-Corona-Beschlüsse. Dazu sollte gehören, dass an allen weiterführenden Schulen die Klassen sofort geteilt werden und auf Wechselunterricht umgestellt wird«, sagte der Experte von der Universität Halle-Wittenberg der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Er plädierte zugleich dafür, Kitas und Grundschulen offenzulassen.

»Zweitens sollten die Weihnachtsferien bundesweit eine Woche vor dem 24. Dezember beginnen.« Das wäre der 17. Dezember – in den meisten Ländern beginnen die Ferien am 19., in anderen erst am 23. Dezember. »Dadurch würde man auch die außerschulischen Kontakte deutlich reduzieren«, so Kekulé. Das könne einen wertvollen Puffer schaffen, um bis zum Jahreswechsel zurück in den grünen Bereich zu kommen.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, rechnet damit, dass die zunächst bis Ende November befristeten Beschränkungen verlängert werden. »Man muss davon ausgehen, dass der Lockdown light im Dezember fortgesetzt wird. Das ist auch angesichts der Lage auf den Intensivstationen geboten«, sagte er der »Passauer Neuen Presse«. Vor zu strengen Verschärfungen warnte er aber: »Wir sollten genau auf die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen achten.«

Kanzleramtschef Braun: Weihnachten ohne Großeltern unvorstellbar

03.40 Uhr: Trotz weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen und der Diskussion über eine Verschärfung der Maßnahmen setzt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) darauf, dass das Weihnachtsfest im Familienkreis gefeiert werden kann. »Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zugleich appellierte er an die Menschen, dafür Sorgfalt walten zu lassen. »Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome hat«, sagte er.

Der Wunsch des Kanzleramts, dass jede Familie privat nur noch mit einer Person aus einem weiteren Haushalt Kontakt haben soll, sei keine Verpflichtung. »Es handelt sich nicht um eine Vorschrift, sondern um einen Verhaltenshinweis. Es ist eine Art Winter-Knigge«, sagte Braun.

Kanzlerin Angela Merkel und die Landesregierungschefs wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen gegen die Pandemie beraten. Im Gespräch ist eine Verlängerung der seit November geltenden Beschränkungen.

Der Kanzleramtschef erteilte Überlegungen eine Absage, bei der Corona-Warn-App den Datenschutz zu lockern, um ihre Funktionen erweitern zu können. »Wir werden beim Datenschutz keine Abstriche machen. Da es ein freiwilliges Instrument ist, brauchen wir eine maximal hohe Akzeptanz und ein Vertrauen der Benutzer«, sagte Braun. »Die App funktioniert hervorragend. Sie macht genau, was sie soll und wozu die Bürger sie brauchen.« Nachdem viele positiv Getestete anfangs keine App-Warnung ausgelöst hätten, sei das Programm verbessert und vereinfacht worden.

Spahn bewertet Teil-Lockdown als Erfolg im Kampf gegen Corona-Pandemie

03.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bewertet den Teil-Lockdown diesen Monat als einen Erfolg im Kampf gegen die Corona-Pandemie. »Der Wellenbrecher funktioniert doch«, sagte Spahn im Streitgespräch der Zeitung »Die Welt« mit FDP-Chef Christian Lindner. »Das exponentielle Wachstum ist gebrochen«, fügte Spahn mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen hinzu. »Wir sind uns einig, dass das nicht reicht. Aber es ist gelungen – einmal mehr.«

Spahn rechtfertigte, dass die Bundesregierung die Priorität auf die Senkung der Infektionszahlen lege. »Wir sind das Land mit einer der ältesten Bevölkerungen weltweit«, hob der Minister hervor. »Wenn die Infektionszahlen steigen, steigt früher oder später auch der Behandlungsbedarf auf den Intensivstationen.« Belgien, die Niederlande und Frankreich hätten Deutschland bereits erneut gebeten, Patienten aufzunehmen, weil ihre Intensivkapazitäten ausgeschöpft seien.

»Ich will, dass wir die Welle brechen, bevor unnötig viel Leid in den Krankenhäusern entsteht«, sagte Spahn. Bislang habe die Bundesregierung dabei mit vergleichsweise milden Maßnahmen gute Ergebnisse erreicht.

Der FDP-Vorsitzende Lindner warf der Regierung hingegen Strategielosigkeit vor. »Meine Befürchtung ist: Wir finden aus dem aktuellen November-Lockdown in diesem Jahr nicht wieder raus«, sagte er der »Welt«. »Und falls wir ihn beenden, dann ist wenige Wochen später der nächste da. Das wäre eine Stop-and-Go-Politik, die enormen sozialen und wirtschaftlichen Schaden verursacht.«

Lindner kritisierte, mit einem besseren Schutz der Risikogruppen wäre die Schließung von Gastronomie, Kultur, Freizeit und Sport unnötig gewesen. Es sei »möglich, auch öffentliches, kulturelles und wirtschaftliches Leben zu ermöglichen, sofern Abstand und Hygiene eingehalten werden«.

DIHK-Umfrage – Teil-Lockdown trifft deutsche Wirtschaft hart

02.55 Uhr: Die Corona-Pandemie löst bei mehr als der Hälfte der deutschen Unternehmen einen Nachfrageeinbruch aus. Das geht aus einer aktuellen DIHK-Umfrage unter mehr als 13.000 Unternehmen aller Branchen und Regionen hervor. »Gekürzte Investitionsbudgets drücken in vielen Weltregionen derzeit die Nachfrage auch nach deutschen Produkten«, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit. Im Inland komme es wegen der neuen Corona-Beschränkungen und des Teil-Lockdowns in etlichen Branchen zu weiteren Nachfrageausfällen. »Insgesamt rechnen mehr als zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland 2020 mit einem Umsatzrückgang.«

Besonders hoch sei der Anteil der Betriebe, die weniger Einnahmen beklagen, im Gastgewerbe (93 Prozent), der Reisewirtschaft (94 Prozent) sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft (90 Prozent). »Insbesondere in diesen Branchen stehen die Geschäfte derzeit komplett oder in großen Teilen still.« Aber auch im Kfz-Handel (73 Prozent) und in der Industrie (69 Prozent) verzeichneten überdurchschnittlich viele Betriebe Umsatzrückgänge für dieses Jahr. Gesamtwirtschaftlich liegt das laut DIHK unter anderem an einer geringeren Nachfrage (51 Prozent), an stornierten Aufträgen (29 Prozent) sowie an logistischen Engpässen bei Zuliefererprodukten (14 Prozent).

Als Reaktion auf die Krise müssen der Umfrage zufolge aktuell 49 Prozent der Unternehmen Investitionen streichen oder verschieben. Vier von zehn Firmen müssten Kosten einsparen, fast ein Viertel ihr Personal abbauen. Viele Unternehmen entwickelten in der Krise aber auch kreative Lösungen, indem sie etwa die Digitalisierung vorantrieben (36 Prozent), ihre Online-Präsenz ausbauten (32 Prozent) oder Geschäftsmodelle umstellten (22 Prozent).

Bundesministerin: Corona-Impfstoff wird Sicherheitsstandards erfüllen

01.05 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Sicherheit der neuen potenziellen Corona-Impfstoffe betont. »Der Impfstoff wird die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie alle anderen«, sagte Karliczek der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Das heißt auch, dass die Behörden nach der Zulassung weiter eng begleiten und einen Blick auf die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs haben – also genauso wie das sonst auch abläuft.« Sie fügte hinzu: »Es braucht sich also niemand Sorgen zu machen.« Karliczek betonte: »Die Impfung bleibt absolut freiwillig.«

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte deutlich gemacht, dass sie schon im Dezember oder »sehr schnell nach der Jahreswende« mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffs in Europa rechnet. Das Mainzer Unternehmen Biontech bereitet zusammen mit dem US-Pharmariesen Pfizer bereits einen Zulassungsantrag für Europa vor, hieß es von den beiden Firmen am Freitag.

Icon: Der Spiegel

Neueste Beiträge

23:27 Kiews Angriffe zeigen Wirkung: Nur noch zwei Raffinerien aus Russlands Top 10 sind unversehrt

0 comment Read Full Article