Donald Trump nach der US-Wahl: Der Hausbesetzer
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Titelillustration: SAMSON für den SPIEGEL
Er ist an diesem Donnerstag, wie er so häufig schon war in seinen fast vier Jahren als Präsident: beleidigt, wütend, giftig, zynisch, aber vor allem: Er ist da. Donald Trump tritt ans Rednerpult im Presseraum des Weißen Hauses und wirft mit erfundenen Vorwürfen des "Wahlbetrugs" um sich. "Wenn man die legalen Stimmen zählt", sagt Trump, "gewinne ich problemlos. Wenn man aber die illegalen Stimmen zählt, verliere ich." Er habe die Wahl mit "historischen Zahlen" gewonnen. Ich bin nicht weg, das ist seine Botschaft. Und so schnell, das weiß er selbst, wird er nicht verschwinden. Warum sollte er auch?
Er hat bei dieser chaotischen, nervenaufreibenden Wahl fünf Millionen Stimmen mehr erhalten als 2016, rund 48 Prozent der Wähler entschieden sich für ihn – und viele von ihnen sind Fans, die ihn zum Teil abgöttisch verehren.
Selbst wenn er diese Wahl gegen seinen Herausforderer Joe Biden verloren haben sollte, wofür es am Donnerstagabend Hinweise, aber keine Gewissheit gibt, ist eines sicher: Donald Trump wird in jedem Fall eine bedeutende Figur der amerikanischen Politik bleiben.

