Jens Spahn (CDU) in der Corona-Pandemie: Der Getriebene
Icon: vergrößernMinister Spahn bei Besuch eines Materiallagers: Plötzlich droht der Kontrollverlust
Foto: Guido Kirchner / DPA
Neben ihm steht ein Blumenstrauß, er trägt eine Strickjacke, darunter ein weißes Hemd. "Mir geht's so weit, den Umständen entsprechend, ganz gut", sagt Jens Spahn. Die Erkältungssymptome seien nicht stärker geworden. "Bisher jedenfalls", sagt der Minister. "Toi, toi, toi."
Es ist Sonntag, der Bundesgesundheitsminister meldet sich per Video aus der häuslichen Quarantäne. Das Virus hat ihn erwischt, und dann, so ist das eben, kann auch ein Minister nichts tun. Außer zu warten und ab und an von sich hören zu lassen. So ein Virus ist da ziemlich egalitär.
Aber musste es unbedingt jetzt sein? Ausgerechnet zu Beginn einer zweiten Welle?
Als die Nachricht von Spahns Infektion öffentlich wurde, da wirkte das wie ein Symbol für die Lage des Landes. Die erste Welle der Pandemie hatte es souverän gemeistert, nun aber droht plötzlich der Kontrollverlust. Gesundheitsämter kommen mit der Verfolgung der Kontakte nicht mehr hinterher, die Kanzlerin wendet sich mit flehenden Appellen an die Bürger, und dann infiziert sich auch noch der Mann, der wie kein anderer für das deutsche Krisenmanagement der Pandemie steht.

