Dresden-Attentat: Mutmaßlicher Mörder galt als “Gefahr für die Sicherheit”
Icon: vergrößernVerdächtiger Al H. H. 2018 vor Gericht in Dresden: "Schlafende Zelle"
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Christian Essler / XCITEPRESS
Die beiden Männer, 55 und 53 Jahre alt, schlenderten am Sonntag um 21.30 Uhr durch die Dresdner Altstadtgassen. Ein milder Oktobertag vor drei Wochen, ideal für einen Herbstausflug in die Elbmetropole.
Die Touristen aus Nordrhein-Westfalen waren zwischen Neumarkt und Taschenbergpalais unterwegs, als ein Mann sie unvermittelt mit zwei Küchenmessern angriff, hinterrücks, heimtückisch. Der Jüngere der beiden überlebte schwer verletzt, der Ältere starb kurz nach der Attacke in der Dresdner Uniklinik. In seinem Körper steckte eine abgebrochene Klinge.
Der mutmaßliche Mörder, der Islamist Abdullah Al H. H., war kurz zuvor aus der Haft entlassen worden, mehr als drei Jahre hatte der Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Gefängnis gesessen. Die sächsischen Behörden führten den 20-Jährigen als radikalen Islamisten und hatten sich vorgenommen, ihn intensiv zu überwachen. Er galt als einer der gefährlichsten Männer im Freistaat.
Dreimal wöchentlich sollte sich Abdullah Al H. H. nach seiner Entlassung um zehn Uhr auf der Polizeiwache Dresden-Mitte melden, auch sonntags. Kontakt zu anderen Islamisten wurde ihm ebenso untersagt wie im Internet auf IS-Seiten zu surfen. Doch dann stach Al H. H. offenbar zu, nach gerade mal fünf Tagen in Freiheit.

