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Donald Trump gegen Joe Biden: So ist die Stimmung in der Provinz von Iowa

October 21
21:52 2020
Charles Pope, 74, vor seinem Haus in Marshalltown, Iowa Icon: vergrößern

Charles Pope, 74, vor seinem Haus in Marshalltown, Iowa

Foto: Aleksander Sarovic

Charles Pope beugt sich in seinem Sessel vor und blickt durch das Fenster auf der anderen Seite des Wohnzimmers nach draußen. Auf der Fensterbank liegt eine Baseballkappe, auf die in Großbuchstaben "Vietnam" genäht ist und die ihren Träger als Veteranen jenes Krieges ausweist, der in den Sechziger- und Siebzigerjahren Amerika traumatisierte. Pope lacht bitter und sagt: "Guess I was the sucker."

Als "suckers" (frei übersetzt und höflich formuliert: Naivlinge) und "losers" (Verlierer) hatte Donald Trump laut einem Bericht des US-Magazins "The Atlantic" vor zwei Jahren US-Soldaten bezeichnet, die im Ersten Weltkrieg gefallen und auf einem Militärfriedhof in Frankreich begraben sind.

Der Präsident bestreitet das vehement. Doch andere Medien haben den Bericht im Wesentlichen bestätigt. Und Charles Pope zweifelt keinen Moment daran, dass Trump das so gesagt hat. Er selbst, sagt der Rentner, sei wohl auch einer jener trotteligen Naivlinge gewesen. "Nur bin ich nicht gestorben."

In den Rasen seines Hauses in Marshalltown, Iowa, vor der kleinen Veranda mit dem großen Elektrogrill hat Pope ein unübersehbares blaues Wahlplakat mit der Aufschrift "Biden Harris" gepflockt. Er ist weiß, fitte 74, diente zwischen 1966 und 1968 in Vietnam und baute hier in dieser prototypischen Midwest-Kleinstadt 38 Jahre lang Hochöfen und Klimaanlagen. Die Gründe, weshalb er für Biden und gegen Trump stimmen wird, bringt Pope auf einen Begriff: Anstand.

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