Donald Trump nutzt Corona-Erkrankung: Die Show muss weitergehen
Icon: vergrößernTrump bei seinem SUV-Ausflug am Sonntag: Kaum jemand weiß, wie es ihm wirklich geht
Foto: CHERISS MAY / REUTERS
Donald Trump sah fast erholt aus. "Wir kriegen tolle Berichte von den Ärzten", sagte der US-Präsident in einer Videobotschaft aus dem Krankenhaus, die er am Sonntag auf Twitter postete. Er habe nun "eine kleine Überraschung" für "all die tollen Patrioten", die ihm draußen auf der Straße die Treue hielten.
Eine Überraschung mit Schockeffekt. Ohne offizielle Ankündigung oder den üblichen Pressekonvoi stahl sich Trump – eigentlich unter Quarantäne, damit er niemanden ansteckt – für ein paar Minuten aus dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington, setzte sich in einen gepanzerten SUV, ließ sich von zwei maskierten Männern huldvoll winkend an seinen Anhängern draußen vorbeirollen und verschwand wieder.
"Er liebt es, der Star der Show zu sein", kommentierte der langjährige Präsidentenberater David Gergen den PR-Stunt konsterniert bei CNN.
Ärzte und Kommentatoren waren entsetzt über Trumps Chuzpe, seine Fans liebten es. Typisch Trump: Er bleibt der Regisseur seiner lebenslangen Realityshow, sein eigener, bester Drehbuchautor, koste es, was es wolle. Seine Covid-19-Erkrankung ist da nur ein weiterer, unerwarteter Plot-Twist, den er nun versucht, als heroische Feelgood-Story zu inszenieren.

