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Donald Trump besucht jubelnde Anhänger vor Krankenhaus

October 05
01:46 2020

Seit Tagen kommen immer wieder Fans des US-Präsidenten vor dem Krankenhaus zusammen, in dem sich Donald Trump derzeit von einer Covid-Erkrankung erholt. Nun hat er seinen Anhängern außerhalb des Gebäudes einen Überraschungsbesuch abgestattet.

Aus einem schwarzen SUV heraus winkte Trump seinen Fans am Sonntag in Bethesda nördlich von Washington zu, wie auf einem Video auf Twitter zu sehen war. Trump trug im Inneren des Wagens, in dem mindestens zwei weitere Personen saßen, eine Maske. In einer zuvor aufgenommenen Videobotschaft, die später auf Trumps Twitter-Profil veröffentlicht wurde, sagte der Präsident: "Ich mache gleich einen kleinen Überraschungsbesuch." Er lobte die "großartigen Patrioten" außerhalb des Krankenhauses.

Trump erholt sich seinen Ärzten zufolge von seiner Erkrankung zunehmend und könnte schon am Montag wieder von der Militärklinik ins Weiße Haus zurückkehren. "Dem Patienten geht es zunehmend besser. Es ist seit Freitagmorgen ohne Fieber", sagte Trumps Arzt Sean Dooley am Sonntag vor Reportern im Militärkrankenhaus Walter Reed, in das der Präsident am Freitag gebracht worden war

Nach zuletzt widersprüchlichen Informationen über seinen Zustand der vergangenen Tage gab Dooley am Sonntag zu, dass der Zustand des Präsidenten zeitweise schlechter war als angegeben. Trump habe am Freitag hohes Fieber gehabt. Zudem sei dem 74-Jährigen am Freitag nach schlechten Sauerstoffwerten im Blut Sauerstoff zugeführt worden.

Chaotische Kommunikation über die Verfassung des Patienten

Auch habe er unter anderem das Mittel Dexamethason verabreicht bekommen. Dieses erhöht Studien zufolge die Überlebensrate von klinischen Covid-19-Patienten, die Sauerstoff benötigen. Bei milden Verläufen soll es hingegen nicht verabreicht werden. Trump selbst hatte am Samstag auf Twitter erklärt, dass ihm bei der Erkrankung die "wahre Prüfung" noch bevorstehe. Zudem sagten die Ärzte am Sonntag, der Zustand von Trumps Lungen werde weiter beobachtet. Ob es dort zuletzt Auffälligkeiten gab, blieb offen.

Am Samstag hatte sich seine Ärzte zunächst "extrem" zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Erkrankung gezeigt. Trumps Zustand verbessere sich und dieser überlege bereits, wann er ins Weiße Haus zurückkehren könne, hatte es geheißen.

Nur Minuten später sagte Trumps Stabschef Mark Meadows jedoch zu Journalisten, einige Werte von Trump seien in den vergangenen 24 Stunden besorgniserregend gewesen. Der Präsident sei noch nicht eindeutig auf dem Weg der Erholung. Meadows wollte zu diesem Zeitpunkt nicht namentlich zitiert werden.

Schlechte Umfragewerte für Trump

Einige Stunden später sagte Meadows dann der Nachrichtenagentur Reuters, Trump gehe es sehr gut und die Ärzte seien mit seinen Vitalparametern sehr zufrieden. Auf die Diskrepanz seiner Aussagen ging er nicht ein. Laut einem Berater war der Präsident mit Meadows' erster Stellungnahme unzufrieden.

Neben den möglichen gesundheitlichen Folgen bedeutet die Erkrankung für Trump auch ein erhebliches politisches Problem: Sein Herausforderer Joe Biden lag einer Reuters/Ipsos-Umfrage vom Sonntag zufolge einen Monat vor der Präsidentenwahl zehn Prozentpunkte vor dem Amtsinhaber. Die jüngste Umfrage fand vom 2. bis 3. Oktober statt und damit nach der Nachricht von Trumps positivem Corona-Test. Demnach sind 65 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Trump vermutlich nicht erkrankt wäre, wenn er "das Coronavirus ernster genommen hätte".

Icon: Der Spiegel

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