Unterwegs mit CDU-Politiker Friedrich Merz: Friedrich Feuerstein, der Steinzeitmann?
Icon: vergrößernCDU-Politiker Merz: Viele ticken noch wie er
Foto: Lukas Schulze / Getty Images
Mittwochmittag, ein Lunch in der Düsseldorfer Innenstadt. Friedrich Merz hat etwas Zeit zwischen zwei Terminen. Draußen lärmt ein Bagger, drinnen erscheint die Kellnerin. Merz bestellt einen Karottensaft. Soll ja gesund sein.
Er streckt sein Kreuz durch, atmet tief ein. Viel Stress gerade. Anfang Dezember will er CDU-Chef werden, nächstes Jahr Kanzler, das ist sein großes Ziel. Im Herbst will er noch ein Buch herausbringen, eine Agenda für Deutschland und Europa. Er will das Buch vorstellen. Irgendwann will er auch eine Frau vorstellen, die Generalsekretärin werden soll, wenn er es auf den CDU-Vorsitz schafft. Er geht davon aus, dass er gewinnt. Kann eng werden, klar, Armin Laschet und Norbert Röttgen, seine Konkurrenten, sind ja auch noch da.
Aber für ihn, so sieht es Merz, läuft es nach Plan. Alles ok, alles paletti.
Wahrscheinlich muss er das so sagen, gerade jetzt, wo nichts paletti ist, wäre es kaum hilfreich zu hadern. Merz' Kampagne ist in eine gewisse Schieflage geraten, die halbe Republik, so scheint es, ist gegen ihn. Mindestens. Vor ein paar Tagen gab Merz der "Bild" ein Interview. Sonntagabend, live, vor der Kamera. Hängen blieb vor allem seine Sorge, dass es sich zu viele Menschen mit dem Kurzarbeitergeld gemütlich machen. Und dass Homosexualität irgendwie eine zwielichtige Angelegenheit sei.

