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Fußball: Deutsche Fußball Liga (DFL) sagt Investorendeal nach Fanprotesten ab

February 21
19:16 2024

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat das geplante Milliardengeschäft mit einem Investor nach anhaltenden Fanprotesten abgesagt. »Eine erfolgreiche Fortführung des Prozesses scheint in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen nicht mehr möglich«, wird der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Joachim Watzke in einer Pressemitteilung der DFL zitiert. Seit Wochen protestierten Teile der Fans gegen den Investoreneinstieg, regelmäßig mussten deshalb Spiele in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga unterbrochen werden.

Der deutsche Profifußball stehe inmitten einer »Zerreißprobe«, so Watzke. Es gebe zwar eine »unternehmerische Notwendigkeit« für einen Deal mit einem Investor, in Anbetracht der Umstände könne »die Tragfähigkeit eines erfolgreichen Vertragsabschlusses« jedoch nicht mehr sichergestellt werden. Auch eine erneute Abstimmung würden keine Lösung des Problems bringen.

Die DFL wollte für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen von einem Finanzinvestor eine Milliarde Euro kassieren. Einzig verbliebener Bewerber war das Unternehmen CVC, mit dem die DFL-Führung zuletzt Gespräche führte. Das US-Unternehmen Blackstone hatte sich zuvor aus den Verhandlungen zurückgezogen , davor war die Zahl der Bewerber sukzessive reduziert worden.

Bei der Abstimmung der 36 Profiklubs über den Deal war im Dezember des vergangenen Jahres die nötige Zweidrittelmehrheit nur knapp zustande gekommen. Aufgrund der umstrittenen Rolle von Martin Kind, Geschäftsführer von Hannover 96, steht der Verdacht im Raum, dass bei dem Votum ein Verstoß gegen die 50+1-Regel vorgelegen haben könnte. Die Regel begrenzt den Einfluss externer Geldgeber bei Klubs der ersten und zweiten Liga.

Es dürfe nicht verkannt werden, dass es diesem Votum aufgrund der Vorgänge um Hannover 96 an breiter Akzeptanz fehle, stellte Watzke nun fest. »Darüber hinwegzugehen, darf vor dem Hintergrund des hohen Guts, das wir mit der 50+1-Regel in unseren Händen halten, nicht unser Ansatz sein. Das DFL-Präsidium steht einmütig zur 50+1-Regel.« Jede erneute Abstimmung würde weitere rechtliche Fragen zur Bewertung des im Dezember getroffenen Beschlusses aufwerfen, fügte Watzke hinzu. »Dies zu vermeiden und zu einem geordneten Spielbetrieb zurückzukehren, muss das vorrangige Ziel der DFL sein.«

Hannovers Vereinsführung hatte Kind angewiesen, gegen den Investoreneinstieg zu stimmen. Das Abstimmungsergebnis und die öffentlichen Bekenntnisse von Antragsgegnern lassen jedoch darauf schließen, dass der 79-Jährige mit Ja gestimmt und dem DFL-Plan damit zur nötigen Mehrheit verholfen hat. Kind selbst äußert sich nicht zu seinem Votum.

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