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Krieg in Nahost: Hamas lässt weitere Geiseln frei

November 26
19:58 2023

Drei Tage nach Beginn der Feuerpause im Gazastreifen ist die dritte Gruppe der von der Hamas entführten Geiseln freigelassen worden. »Nach Informationen des Roten Kreuzes wurden 14 israelische Geiseln und drei ausländische Geiseln an das Rote Kreuz übergeben«, teilte die israelische Armee mit . Nach Angaben des israelischen Fernsehens handelte es sich bei den Israelis um neun Kinder und vier Frauen.

Die Hamas selbst sprach von 13 Israelis, drei Thailändern und einem Russen. Schon früher am Sonntagnachmittag hatte es Meldungen gegeben, dass die Terrororganisation nach eigenen Angaben einen russischen Staatsangehörigen freigelassen hatte.

Die zwischen Israel und der Hamas vereinbarte Feuerpause soll noch bis mindestens Dienstag früh andauern. In dieser Zeit sollen zunächst 30 von den Islamisten entführte Kinder, acht Mütter sowie zwölf weitere Frauen gegen 150 palästinensische Frauen und Jugendliche in israelischen Gefängnissen ausgetauscht werden. Demnach sollten noch am Sonntag für jede am Sonntag freigelassene Geisel jeweils drei palästinensische Häftlinge aus der israelischen Haft entlassen werden.

Der Deal wurde in dieser Woche unter Vermittlung Katars und der USA geschlossen. Die Feuerpause könnte auf bis zu zehn Tage verlängert werden, wenn die Hamas für jeden weiteren Tag zehn weitere Geiseln freilässt.

Vier deutsche Doppelstaatler am Samstagabend entlassen

Am Samstagabend hatte die Hamas nach stundenlanger Verzögerung 13 von ihr verschleppte Israelis, darunter vier deutsche Doppelstaatler, und vier Thailänder freigelassen. Im Gegenzug ließ Israel 39 palästinensische Gefangene frei.

Bei den Deutsch-Israelis handelt es sich um die 38-jährige Adina Schoham, ihre dreijährige Tochter Jahel und ihren achtjährigen Sohn Naveh sowie um Schohams 67-jährige Mutter Schoschan Haran.

Mit der 21-jährigen Maja Regev kam erstmals auch eine Geisel frei, die von Kämpfern der Hamas bei ihrem brutalen Angriff auf das Supernova-Musikfestival verschleppt worden war. Bei dem Überfall am 7. Oktober wurden Hunderte weitere meist junge Menschen getötet.

»Wir sind überglücklich, Emily wieder in die Arme schließen zu können«, erklärte die Familie der neunjährigen, irisch-israelischen Emily Hand über das Familien-Forum. Ein Video der israelischen Armee zeigte, wie das Mädchen nach der Freilassung in die Arme ihres Vaters rannte. Ihr Vater hatte die Neunjährige zunächst für tot gehalten.

Im Gegenzug gab die israelische Strafvollzugsbehörde noch in der Nacht die Freilassung von 39 palästinensischen Gefangenen aus israelischen Gefängnissen bekannt. Ebenso wie auf israelischer Seite handelt es sich bei allen Freigelassenen um Frauen und Minderjährige.

Auf den Straßen im Westjordanland und in Ostjerusalem wurden sie mit Jubel begrüßt. Dabei wurden nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur auch Hamas-Fahnen geschwenkt.

Verletzte vor israelischen Gefängnissen

Am Samstagabend hatten Dutzende Menschen auf die Freilassung der Gefangenen vor einem israelischen Gefängnis nördlich von Jerusalem gewartet. Palästinensischen Angaben zufolge waren israelische Soldaten gegen die Wartenden mit Tränengas und Gummigeschossen vorgegangen. Laut Sanitätern wurden vier Menschen verletzt.

Diese Häftlinge seien wegen terroristischer Straftaten verurteilt oder angeklagt worden, erklärte in der Nacht der israelische Armeesprecher Doron Spielman. »Es ist eine Schande, dass wir sie freilassen«, sagte er. Dass sich die Freigelassenen unter den Fahnen der Hamas feiern ließen, zeige, um was für Menschen es sich handele.

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