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Bundeswehr mobilisiert Luftlandebrigade für Evakuierungsoperation

October 14
19:17 2023

Die Bundeswehr bereitet sich wegen der drohenden Eskalation im Nahen Osten auf eine militärische Evakuierungsoperation vor, bei der deutsche Staatsbürger und andere Schutzsuchende aus Israel und dem Libanon gerettet werden sollen. Nach SPIEGEL-Informationen wurden deswegen bereits am Freitag die Luftlandebrigade 26, robuste Fallschirmjägereinheiten aus Seedorf, das Kampfhubschrauberregiment 36 sowie die Luftwaffe in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Bisher, das wird in Bundeswehrkreisen betont, handelt es sich nur um Vorbereitungen einer möglichen Mission, Militärs sprechen von »prudent planning« für den Ernstfall. Die entsprechenden Verbände müssen aufgrund der Order innerhalb von zwölf Stunden bereit sein, ins Ausland verlegt zu werden. Folglich beorderte die Bundeswehr viele Soldaten übers Wochenende in die Kasernen, dort wird alles auf eine mögliche schnelle Abreise in den Nahen Osten vorbereitet.

Die Strategen sehen derzeit zwei Szenarien für eine militärische Evakuierung. So könnte die Bundeswehr ab Anfang der Woche weitere deutsche Staatsbürger aus Israel abholen. In Sicherheitskreisen geht man davon aus, dass Israel in der Nacht zum Sonntag mit der Bodenoffensive im Gazastreifen beginnen wird. Wenn daraufhin der zivile Flugverkehr zum Erliegen kommt, könnte die Bundeswehr deutsche Staatsbürger relativ problemlos mit A400M-Fliegern abholen.

Die zweite Option illustriert, wie groß die große Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts ist. So geht man im Krisenstab der Bundesregierung davon aus, dass sich nach dem Beginn einer Bodenoffensive auch die libanesische Terrormiliz Hisbollah in den Krieg einmischen und Israel attackieren würde. Seit dem blutigen Überfall der Hamas auf Israel hat die von Iran unterstützte und ausgestattete Hisbollah zwar Raketen gen Israel abgefeuert, bisher aber blieben die Attacken eher symbolisch.

Sollte sich die Hisbollah richtig einschalten, würde Israel ein Zwei-Fronten-Krieg drohen. Da in diesem Fall der zivile Flugverkehr aus dem Libanon schnell eingestellt würde, bereitet die Bundeswehr eine militärische Evakuierungsoperation vor. Für diesen Fall wären robustere Kräfte nötig, da der Flughafen im Süden von Beirut im Hoheitsgebiet der Miliz liegt. Die deutschen Flieger und der Landeplatz müssten dann von Fallschirmjägern gesichert werden.

Auch das KSK reiste in den Nahen Osten

In Bundeswehrkreisen wurde betont, man bereite sich derzeit nur vor, bisher gebe es keinen Einsatzbefehl. Ein Sprecher des Wehrressorts hatte bereits am Freitag unterstrichen, Eventualplanungen seien fürs Militär völlig normal. Hinter den Kulissen hatte die Bundeswehr die Vorbereitungen bereits seit Anfang der Woche vorangetrieben. In keinem Fall, so ein Insider, wolle man von den Entwicklungen ähnlich wie in Afghanistan im Herbst 2021 überrascht werden.

Für die Vorbereitung möglicher Rettungsmission hat die Bundesregierung bereits Anfang der Woche kleine Teams von Spezialisten nach Israel, Jordanien, Libanon und Zypern geschickt. Die sogenannten Verbindungstrupps, die aus Diplomaten und Soldaten bestehen, sollen an den jeweiligen Botschaften sicherstellen, dass die Kommunikation mit Deutschland läuft. Zudem sollen sie verlässliche Drähte zu den lokalen Behörden herstellen, bevor es zu einer Krisensituation kommt.

Die Zusammensetzung der Teams zeigt, dass man in Berlin für jede mögliche Entwicklung vorbereitet sein will. So reisten auch Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) mit in den Nahen Osten. In Sicherheitskreisen hieß es, die Kommandokräfte sollten die Fälle von deutschen Staatsbürgern mitverfolgen. Das KSK ist auf die militärische Befreiung von Geiseln hinter den feindlichen Linien spezialisiert. Eine Operation im Gazastreifen gilt aber als ausgeschlossen.

Stattdessen sollen die KSK-Soldaten eher über ihre Kontakte zu den lokalen Spezialkräften vor allem sicherstellen, dass der Krisenstab schnell alle relevanten Informationen erhält.

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