Ankara: Mutmaßlicher Anschlag auf Türkei-Innenministerium
In der türkischen Hauptstadt Ankara hat es am Gebäude des Innenministeriums eine Explosion und einen Schusswechsel gegeben. Innenminister Ali Yerlikaya schrieb auf X von einem Bombenanschlag in der Nähe des Ministeriums.
Zwei »Terroristen« hätten sich dem Gebäude mit einem leichten Nutzfahrzeug genähert. Einer sei »neutralisiert« worden, der andere habe sich in die Luft gesprengt. Zwei Polizisten seien leicht verletzt worden. Nach unbestätigten Berichten soll es am Gebäude keinen Schaden gegeben haben.
Das Zentrum wurde weiträumig abgesperrt. Laut dem Sender NTV ereignete sich die Explosion nur wenige Hundert Meter entfernt von einem Eingang zum Parlament. Dieses tagt planmäßig am Sonntag erstmals seit der Sommerpause. Nach dem Vorfall wurden die Ein- und Ausgänge des Parlaments aus Sicherheitsgründen vorübergehend gesperrt.
Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. »Unser Kampf wird weitergehen, bis der letzte Terrorist neutralisiert ist«, schrieb Innenminister Yerlikaya auf X. Welche Terroristen genau er damit meint, spezifiziert er allerdings nicht.
Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu leitete die Generalstaatsanwaltschaft von Ankara bereits Ermittlungen zur Aufklärung des mutmaßlichen Anschlags ein und verhängte eine Nachrichtensperre. Sie bezeichnete den Anschlag ebenfalls als »terroristisch«. Die Behörden nannten keine bestimmte militante Gruppe, die dahinterstecken könnte.
Die Explosion ereignete sich fast ein Jahr nach dem Anschlag in einer belebten Fußgängerzone im Zentrum Istanbuls am 13. November 2022, bei der sechs Menschen getötet und 81 verletzt wurden. Die Türkei machte kurdische Aktivisten dafür verantwortlich. Ankara ist in den vergangenen Jahren von Anschlägen verschont geblieben. Den letzten Angriff gab es 2015, als bei Bombenexplosionen am Hauptbahnhof mehr als 100 Menschen ums Leben kamen. Dafür soll der sogenannte »Islamische Staat« (IS) verantwortlich gewesen sein.

