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Russland-Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht zu Montag (18. September)

September 18
06:38 2023

Was in den vergangenen Stunden geschah

In der Hafenstadt Sewastopol auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat es Medienberichten zufolge mehrere Explosionen gegeben. Das russische Verteidigungsministerium hingegen teilte dazu am Sonntag lediglich mit: »Über dem Südwestteil der Halbinsel Krim wurden zwei ukrainische Drohnen von der Flugabwehr vernichtet«. Mehrere Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil Fotos, die einen Feuerschein über der Stadt zeigen. Anwohner berichteten von starkem Brandgeruch. Russland hat die ukrainische Halbinsel bereits 2014 völkerrechtswidrig annektiert.

Nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs von Sewastopol, Michail Raswoschajew, wurden keine Infrastrukturobjekte getroffen. Die Hafenstadt ist auch die Basis der russischen Schwarzmeerflotte. Den Brandgeruch erklärte Raswoschajew mit einer Nebelwand, die die Marine zum Sichtschutz gegen die Drohnen eingesetzt habe. »Ja der Geruch ist unangenehm, aber völlig ungefährlich«, schrieb er auf Telegram.

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine mehrfach Ziele auf der Krim mit Drohnen und Marschflugkörpern attackiert. Dabei wurden unter anderem eine Werft und zwei Kriegsschiffe beschädigt, einen Tag später soll Angaben aus Kiew zufolge auch eine moderne Flugabwehreinheit vom Typ S-400 vernichtet worden sein. Russland hat den Verlust der S-400 bislang nicht bestätigt. Die Ukraine wehrt sich seit gut anderthalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg.

Das sagt Kiew

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den beteiligten Einheiten für die Rückeroberung der Ortschaft Klischtschijiwka im Osten des Landes gedankt. »Heute möchte ich besonders die Soldaten erwähnen, die Schritt für Schritt der Ukraine ihr Eigentum zurückholen, gerade in der Gegend von Bachmut«, sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner täglichen Videobotschaft. »Klischtschijiwka. Prachtkerle«, sagte er.

Das ukrainische Militär hatte zuvor die Rückeroberung der Ortschaft im Süden von Bachmut gemeldet. Um das zu Jahresbeginn von den Russen besetzte Klischtschijiwka gab es seit Wochen erbitterte Kämpfe. Mit der Befreiung der Ortschaft verschlechtert sich die taktische Lage der russischen Besatzungstruppen in Bachmut selbst. Das russische Militär steht nun der Gefahr gegenüber, von Norden und Süden in die Zange genommen zu werden.

Neben dem ukrainischen Militär richtete Selenskyj seinen Dank an die Rettungskräfte des Landes. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor rund anderthalb Jahren haben die russischen Truppen auch viele ukrainische Städte weit hinter der Front beschossen. Die Mitarbeiter des ukrainischen Zivilschutzes sind daher seit Monaten im verstärkten Einsatz, um Verletzte zu retten, aber auch Tote zu bergen.

Internationale Reaktionen

US-Generalstabschef Mark Milley hat die ukrainische Gegenoffensive zur Rückeroberung russisch besetzter Gebiete gegen Kritik verteidigt. Die Offensive verlaufe zwar »langsamer als erwartet, aber konstant«, sagte Milley am Sonntag im Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Entgegen der Einschätzung »mancher Beobachter« sei die Gegenoffensive »nicht gescheitert«, sagte er. Es werde aber »viel Zeit nötig sein«, um das vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj formulierte Ziel zu erreichen und »alle Russen aus dem Land zu werfen«.

Seit Juni läuft eine Gegenoffensive der ukrainischen Armee zur Rückeroberung russisch besetzter Gebiete im Süden und Osten des Landes. Zuvor hatte Kiew neue Rüstungslieferungen von seinen westlichen Verbündeten erhalten und neue Bataillone gebildet. Die ukrainische Armee sei weiterhin »sehr schlagkräftig«, sagte Milley im CNN-Interview weiter.

Selenskyj soll am Donnerstag im Weißen Haus von US-Präsident Joe Biden empfangen werden, um über die weitere Unterstützung der USA für Kiew gegen den russischen Angriffskrieg zu sprechen.

Zudem sind Gespräche Selenskyjs mit den Fraktionschefs von Demokraten und Republikanern im US-Kongress geplant. Im Parlament in Washington wird derzeit über ein weiteres militärisches Hilfspaket für die Ukraine im Umfang von 24 Milliarden Dollar diskutiert.

Auch in Deutschland gibt es eine Debatte über mögliche Waffenhilfe an die Ukraine: Der CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter rechnet in Kürze mit einer Entscheidung über die Lieferung deutscher Marschflugkörper vom Typ Taurus. »Am Dienstag ist ein Ramstein-Treffen, und da werden wir bestimmte Neuerungen erleben, die Omid Nouripour schon letzte Woche angekündigt hat«, sagte Kiesewetter am Sonntagabend in der ARD-Sendung »Anne Will«. »Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der kommenden Woche ein Datum bekommen, bis wann Taurus, bis wann F-16, aber eben auch bis wann ATACMS geliefert werden.«

Der Grünen-Bundesvorsitzende Omid Nouripour hatte am Donnerstagabend im ZDF gesagt, er gehe davon aus, dass »sehr schnell auch tatsächlich die Verkündung kommen wird, dass die Taurus rübergehen, weil die gebraucht werden«. Es gebe noch einige Details zu klären und Gespräche mit Partnern zu führen, das werde aber schnell geschehen.

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