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Bürgermeister berichten: “Wenn ich abends aus dem Rathaus komme, schaue ich nach links und rechts”

Oberbürgermeisterin Katja Wolf in der kreisfreien Stadt Eisenach in Thüringen Icon: vergrößern

Oberbürgermeisterin Katja Wolf in der kreisfreien Stadt Eisenach in Thüringen

Steve Bauerschmidt/ DER SPIEGEL

Ashok Sridharan, 54 (CDU), ist seit knapp fünf Jahren Oberbürgermeister von Bonn. Er ist der erste Rathauschef mit ausländischen Wurzeln in einer deutschen Großstadt, sein Vater war Diplomat in Deutschland.

Meine Mutter ist Deutsche, ihre Familie lebt seit 1590 in Bonn. Mein Vater kommt aus Indien, das sieht man mir an – und ich bin stolz darauf. Damit stoße ich meistens, aber nicht immer, auf Verständnis. Im Wahlkampf 2015 zum Beispiel las ich im Internet abfällige Bemerkungen über mich aufgrund der Herkunft meines Vaters. Ich war befremdet und persönlich berührt, weil ich solche Erfahrungen zuvor so gut wie nie gemacht hatte. Nicht im Kindergarten, nicht in der Schule oder im Studium, nicht bei der Bundeswehr.

Nachdem ich zum Oberbürgermeister gewählt worden war, tauchte zweimal ein ungebetener Gast in meinem Vorzimmer auf. Es war eine Person, die bei der Polizei einschlägig bekannt war. Wir trafen auf Empfehlung der Polizei Vorkehrungen: Früher war der Zugang zu der Etage, in der sich das Büro des Oberbürgermeisters befindet, frei, heute muss man klingeln und sich anmelden.