
[M]: Ralf Hirschberger/ dpa
Der Mann, der sich auf die Apokalypse vorbereitet, mäht vor einem Backsteinhaus in einem Dorf bei Schwerin seinen Rasen. Auf dem Wohnwagen in der Einfahrt prangt ein Aufkleber, "God bless our troops, especially our snipers". Gott schütze unsere Truppen, vor allem unsere Scharfschützen. Es ist ein Montag im August.
Der Mann, olivgrüne Hosen, Baseballmütze in Flecktarn, will zunächst nicht reden. Dann macht er doch den Mäher aus, kommt zum Zaun und spricht über Naturkatastrophen, Stromausfälle, Notsituationen, auf die sich die Deutschen vorbereiten sollten. Mit dem Ende der Atom- und Kohleenergie sei die Versorgung im Land gefährdet, sagt Marko G., ein großer Blackout stehe bevor. Als Patriot werde er seine Heimat verteidigen, egal in welcher Krise, "auch unter Einsatz meines Lebens".
In der Gruppe "Nordkreuz", die G. vor etwa fünf Jahren gegründet hat, klang sein Engagement nicht immer so ehrenhaft. Einem seiner Mitstreiter schickte er in einem Chat ein Bild, das Soldaten zeigt, die mit Waffen auf einen am Boden liegenden Menschen zielen. "Asylantrag abgelehnt" stand darunter. Am Geburtstag von Adolf Hitler war es ein Foto des Diktators mit den Worten "Happy Birthday". Außenminister Heiko Maas bezeichnete er als "Abschaum".
