Ukraine-News am Mittwoch: Russland gehen offenbar auch die iranischen Drohnen aus
Um einen Mangel an Marschflugkörpern auszugleichen, setzt Moskau Experten zufolge verstärkt auf iranische Drohnen – doch auch deren Bestand scheint ausgeschöpft. Und: London liefert Kiew erstmals Hubschrauber. Die News.
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IAEA-Chef berät mit Russland über Sicherheit von AKW Saporischschja
10.10 Uhr: Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, hat in Istanbul eine russische Delegation unter Leitung des Generaldirektors der russischen Atombehörde Rosatom, Alexei Lichatschow, getroffen. Bei den Gesprächen sei es um Sicherheitsaspekte beim Betrieb des Kernkraftwerks und um die dringend notwendige Einrichtung einer Sicherheitszone gegangen, twittert die IAEA.
Das von Russland kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk ist wiederholt unter Beschuss geraten. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.
Russland kritisiert Durchsuchung von Kiewer Kloster als »gottlos«
10.01 Uhr: Russland kritisiert die Durchsuchung eines Kiewer Klosters als »gottlos«. »Es gibt weder eine Begründung noch eine Erklärung dafür«, sagt die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa. Es handele sich um eine weitere wilde und unmoralische Aktion des Regimes in Kiew.
In der ukrainischen Hauptstadt hatten Polizei und Sicherheitsdienst SBU am Dienstagmorgen das berühmte 1000 Jahre alte Kiewer Höhlenkloster wegen des Verdachts russischer Sabotage durchsucht. Der weitläufige, Petscherska Lawra genannte Komplex beherbergt zahlreiche christlich-orthodoxe Kirchen, Klöster und Museen. Er ist nicht nur ein wertvoller Kulturschatz, sondern auch der Hauptsitz des von Russland unterstützten Teils der ukrainisch-orthodoxen Kirche, der als Moskauer Patriarchat bekannt ist.
Im Mai hatte die sogenannte Ukrainisch-Orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats ihre Verbindungen zur russischen Kirche wegen des Einmarsches gekappt. Die seither als Ukrainisch-Orthodoxe Kirche bekannte Kirche verurteilte zudem, dass Patriarch Kirill, das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, den von Russland so bezeichneten militärischen Sondereinsatz in der Ukraine unterstützt.
Warum es in der Frontstadt Cherson jetzt nicht nur Grund zum Jubel gibt
9.50 Uhr: Ohne Strom, ohne Wasser und in Angst vor russischen Angriffen: Die Monate der Besatzung haben Spuren in Cherson hinterlassen. Wie viel Neuanfang ist in der Frontstadt jetzt überhaupt möglich? Die beiden SPIEGEL-Reporter Christian Esch und Alexander Sarovic waren unter den wenigen Journalisten, die die ersten Tage nach dem russischen Rückzug in Cherson vor Ort erlebt haben. In der neuen Episode von SPIEGEL Daily erzählen sie von der Euphorie der ersten Stunden:
London: Iranische Drohnen ersetzen russische Raketen
9.30 Uhr: Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine nach britischer Einschätzung verstärkt auf iranische Drohnen. Damit wolle Russland seinen Mangel an Marschflugkörpern ausgleichen, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Seit September hätten russische Truppen Hunderte Flugkörper gegen die Ukraine eingesetzt, darunter auch sogenannte Kamikaze-Drohnen. »Aber der Ansatz hatte nur begrenzten Erfolg«, hieß es. Die meisten Drohnen seien von der ukrainischen Flugabwehr ausgeschaltet worden.

