Icon: vergrößernTimothy Eugene Pace mit Familie während seiner Zeit in Bad Kreuznach: "Deutschland hat aus mir einen Fußgänger gemacht"
Foto: Timothy Eugene Pace
So schnell wie möglich möchte US-Präsident Donald Trump rund ein Drittel der 35.000 derzeit in Deutschland stationierten US-Soldaten abziehen. Für den US-Präsidenten ist die Entscheidung, wie er am Mittwoch noch einmal deutlich machte, ein politisches Signal an die deutsche Bundesregierung. Er will sie damit für die aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben strafen.
Doch der Abzug trifft auch die US-Soldatinnen und Soldaten. Die Beziehungen zwischen den Nato-Partnern wird auch durch den engen Austausch geprägt. Seit Jahrzehnten waren Entsendungen nach Deutschland Teil vieler Militärlaufbahnen in den USA, zeitweise leben bis zu 250.000 US-Soldaten in Deutschland.
Hier erinnern sich vier Frauen und Männer an ihre Jahre in Berlin, Garmisch-Partenkirchen oder Mannheim – und berichten, wie die Erfahrung sie bis heute prägt.
Ebylee Davis, 77, von 1980 bis 1995 stationiert in West-Berlin und Potsdam
Ich wollte nie nach Deutschland. Ich lebte Ende der Siebzigerjahre in New York und trat mit meiner Band in Klubs auf, wir sangen Blues. Doch dann kam der Discoboom – plötzlich reichte den Klubs ein DJ, sie brauchten keine Band mehr zu bezahlen. Ich bekam keine Aufträge mehr, also ging ich zur Armee. Dort sagte man mir, man würde mich nach Deutschland schicken – das wollte ich zwar nicht, aber es war eben der Befehl. Also flog ich. Ich kam nachts in Frankfurt am Main an. Dort erfuhr ich, dass ich Teil der sogenannten Militärverbindungsmission sein sollte – wir sollten den Austausch mit der Sowjetunion befördern. Ich lebte zur Hälfte in West-Berlin, zur anderen Hälfte in Potsdam, das damals ja zur DDR gehörte.
