Russland, Türkei – Söldner ersetzen staatliche Armeen: Die Schattenkrieger
Icon: vergrößernKämpfer der Sarraj-Regierung in Tripolis:Es geht nur um den Sieg
Foto: Amru Salahuddien/ Xinhua/ Sipa USA
Muhammad war 17 Jahre alt, als in seinem Heimatland Syrien der Krieg ausbrach. Er bereitete sich in der Stadt Homs auf ein Ingenieurstudium vor. Adnan, damals 30 Jahre alt, arbeitete in Homs als Zimmermann. Sein drittes Kind war gerade geboren worden.
Muhammad und Adnan kämpften auf unterschiedlichen Seiten im syrischen Bürgerkrieg. Muhammad diente dem Militär von Diktator Baschar al-Assad, Adnan schloss sich den Rebellen an. Adnan glaubte an die Revolution, Muhammad an Stabilität. Beide träumten davon, in einem friedlichen, vereinten Land zu leben.
Nun, neun Jahre später, stehen sie sich erneut an der Front gegenüber, nicht in Syrien, sondern 2000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt – in Libyen.
In dem nordafrikanischen Land ringen Premier Fayez Sarraj und der Warlord Khalifa Haftar um die Macht. Sarraj wird vor allem von der Türkei unterstützt, die Gegenseite unter anderem von Russland.
Adnan verdingt sich als Söldner in Sarrajs Milizenverbund, Muhammad hat sich Haftars Libyscher Nationaler Armee angeschlossen. Sie stellen sich dieselbe Frage: Wie konnte es so weit kommen?

