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Zu rechts für Le Pen und Meloni: Die AfD ist bis ins Mark getroffen

May 22
22:35 2024

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Krah (l., mit AfD-Chef Tino Chrupalla) wurde im Juli 2023 auf dem AfD-Parteitag in Magdeburg zum Spitzenkandidaten der AfD zur Europawahl 2024 gewählt. Seine politischen Positionen waren auch damals bekannt.

Krah (l., mit AfD-Chef Tino Chrupalla) wurde im Juli 2023 auf dem AfD-Parteitag in Magdeburg zum Spitzenkandidaten der AfD zur Europawahl 2024 gewählt. Seine politischen Positionen waren auch damals bekannt.

Nach Affären um Spionage für China und Propaganda für Russland ist das Interview von Spitzenkandidat Krah der letzte Tropfen: Le Pen und Meloni gehen auf Distanz zur AfD. Auch wenn dahinter taktische Motive stehen, könnte es das Ende des Teflon-Effekts sein.

Der Maulkorb, den der AfD-Bundesvorstand dem Spitzenkandidaten Maximilian Krah knapp zwei Wochen vor der Europawahl umlegte, zeigt: Die Spitze der als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuften AfD ist bis ins Mark getroffen. Dass ausgerechnet die französischen und italienischen Rechtsparteien der AfD den Stuhl vor die Fraktionstür im Europarlament stellten und damit möglicherweise auch auf staatliche Zuwendungen verzichten, spricht Bände. Die deutschen Kameraden sind ihnen zu rechts.

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Ob der Rauswurf der AfD aus der ultrarechten Fraktion "Identität und Demokratie" (ID) den Anfang vom Ende des Umfragehochs der deutschen Rechtspopulisten bedeutet, bleibt abzuwarten. Die AfD-Spitze reagierte deshalb so scharf, weil es einer der Ihren war, der den Skandal verursachte. Bisher taten die Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel rechte Provokationen als Einzelfälle ab, mit denen die AfD nichts zu tun habe. Und in den Meinungsumfragen legten die Rechten dennoch zu. Ob der Teflon-Effekt – an der AfD bleibt nichts kleben – auch jetzt wirkt, ist offen. Die Parteispitze ist um Schadensbegrenzung bemüht.

Denn die Causa Krah könnte das Machtstreben der Euro-Rechten massiv beeinflussen. Insbesondere dem um bürgerliche Reputation bedachten Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen ist die Außenwirkung der AfD seit Langem ein Dorn im Auge. Nach Medienberichten über ein Geheimtreffen zur "Remigration" eingebürgerter Migranten bestellte Le Pen Weidel zum Krisentreffen.

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Interview der italienischen Zeitung "La Repubblica", in dem Krah erklärte, nicht jedes Mitglied der SS sei ein Verbrecher gewesen. Damit habe der Deutsche rote Linien überschritten, sagte RN-Chef Jordan Bardella. Die SS war für den millionenfachen Mord an Juden verantwortlich und beging auch in Frankreich zahlreiche Kriegsverbrechen.

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Die teils ultrarechten Töne aus der AfD gefallen dem RN schon deshalb nicht, weil Le Pen 2027 französische Staatspräsidentin werden will. Diesem Ziel hat sie alles untergeordnet. Dem von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen gegründeten rechtsextremen Front National (FN) verpasste die Tochter nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein bürgerliches Image. Damit versucht sie in der Mitte zu punkten. Außerdem unterstützt Le Pen die Ukraine, während die AfD auf der Seite des russischen Machthabers Wladimir Putin steht.

Ähnlich sieht es bei der italienischen Ministerpräsidentin Georgia Meloni aus, deren Rechtsregierung von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen einen gemäßigten Kurs fährt. Haben die Wölfinnen Kreide gefressen? Es handelt sich wohl eher um taktische Entscheidungen. Wachsamkeit ist für Demoraten nach wie vor das Gebot der Stunde.

Quelle: ntv.de

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