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Wetter: Bahnverkehr wegen Schnee und Sturm auch am Montag eingeschränkt

February 08
05:08 2021
Verschneit: Bahnhof in Dortmund Icon: vergrößern

Verschneit: Bahnhof in Dortmund

Foto: INA FASSBENDER / AFP

Wer auf die Deutsche Bahn angewiesen ist, muss auch zum Wochenbeginn noch mit deutlichen Einschränkungen rechnen. Der Nah- und Fernverkehr ist den Angaben zufolge »in weiten Teilen des Landes bis einschließlich Montag stark beeinträchtigt«, teilt die Bahn auf ihrer Webseite mit und verweist auf den Deutschen Wetterdienst (DWD), der rate »wenn möglich zu Hause zu bleiben«. In einigen Regionen droht demnach teils extremes Unwetter.

Die Bahn will ihren Kunden in der schwierigen Wetterlage entgegenkommen. Die Kulanzregelung für Reisende im Fernverkehr wird dem Unternehmen zufolge auf Tickets für Fahrten am 8. Februar ausgeweitet. Bereits gebuchte Fahrkarten können demnach bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende flexibel genutzt oder kostenfrei storniert werden.

Auf den Autobahnen in Westfalen und im südlichen Niedersachsen wird das unwetterbedingte Lastwagen-Fahrverbot bis Montagmittag um 12 Uhr ausgeweitet. Grund sei der anhaltende Schneefall, teilte die Autobahn Westfalen mit. Zudem seien einige Autobahnen so stark vereist, dass es derzeit unmöglich sei, die Fahrbahnen komplett eis- und schneefrei zu bekommen.

Das Fahrverbot war in der Nacht von Samstag auf Sonntag zunächst in den Regierungsbezirken Detmold und Münster, später auch im Regierungsbezirk Arnsberg angeordnet worden. Die Winterdienstzentrale der Autobahn Westfalen in Hamm rechnet nach eigenen Angaben nicht vor Montagmittag mit einer wesentlichen Wetterberuhigung.

Am Sonntag hatte ein heftiger Schneesturm in einigen Teilen Deutschlands für Verkehrschaos gesorgt. Mancherorts fielen mehr als 30 Zentimeter Schnee, dazu kamen meterhohe Verwehungen. So waren die Einschränkungen im Bahnverkehr teils massiv: Zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Hamburg und Hannover etwa verkehrten keine Züge. Der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Berlin war ebenfalls eingeschränkt. Für gestrandete Reisende stellte die Bahn an einigen Bahnhöfen sogenannte Aufenthaltszüge auf – zum Aufwärmen.

Auch im Straßenverkehr ging mancherorts nichts mehr. Der heftige Wintereinbruch brachte die Räumdienste etwa in Nordrhein-Westfalen an ihre Grenzen. Die Polizei musste spiegelglatte Autobahnen sperren, es gab Hunderte Unfälle. Busse standen vielerorts still. Autos blieben in tiefen Schneewehen stecken.

In Wuppertal befreiten Einsatzkräfte sechs Menschen aus einer Schwebebahn. Die Bahn konnte nach Angaben der Feuerwehr durch das eisige Wetter nicht mehr fahren und blieb stehen. Die Fahrgäste wurden mit Drehleitern aus luftiger Höhe befreit und blieben unverletzt. Wegen der großen Schneemassen stürzte außerdem in Hagen ein Zirkuszelt ein. 13 Tiere wurden gerettet.

Der Lastwagenverkehr kam in Osthessen schon in der Nacht zum Sonntag zeitweise zum Erliegen. Mehr als 55 Sattelzüge konnten dort aufgrund der glatten Fahrbahn und ihres Gewichts die Steigungen nicht überwinden.

Auch der Fußball war betroffen: Das für Sonntagabend geplante Spiel der Fußball-Bundesliga zwischen Arminia Bielefeld und Werder Bremen wurde abgesagt. Der Platz sei nicht bespielbar, hieß es von der Deutschen Fußball Liga. Auch die Zweitliga-Partie Paderborn gegen Heidenheim wurde nicht gespielt.

Meteorologen sagen strengen Frost voraus

Laut Vorhersagen des DWD war es das noch nicht, das winterliche Wetter könnte auch zum Wochenstart weiter für Probleme sorgen: Tief »Tristan« bringe über Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeer im Zusammenspiel mit Hoch »Gisela« über Skandinavien weiter eisige Luft. »Nach dem schnee- und windreichen Wochenende kommt nun aus Osten die große Kälte auf uns zu«, sagte DWD-Meteorologe Simon Trippler. Im Osten ist den Angaben zufolge strenger Frost bis minus 15 Grad zu erwarten.

Mit Schnee müsse weiter gerechnet werden, allerdings falle dieser nicht mehr so intensiv wie am Wochenende. An den Küsten soll ein starker Ostwind mit Sturmböen wehen, dort wird es den Vorhersagen zufolge zum Teil Schneeschauer mit Verwehungen geben. Am Dienstag lassen die Schneefälle dann größtenteils nach, außer an der Küste.

Von dem massiven Wintereinbruch sind auch die Niederlande, Belgien und Großbritannien betroffen. Die britischen Behörden gaben die Warnstufe Gelb für den Südosten Englands heraus. In zwei Grafschaften im Osten des Landes mussten Corona-Testzentren geschlossen werden, wie die BBC berichtete.

Der niederländische Wetterdienst KNMI rief am Wochenende wegen der Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometern landesweit die Warnstufe Rot aus. Vorsorglich schlossen die Behörden sämtliche Corona-Testzentren. Die niederländische Bahn stellte ihren Verkehr ein, dutzende Flüge auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden gestrichen oder hatten Verspätungen. Der Flughafen von Eindhoven im Süden des Landes wurde vollständig gesperrt.

Icon: Der Spiegel

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