Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Ukraine will Anschlagsplan auf Präsident Selenskyj vereitelt haben

August 08
07:08 2023

Was in den vergangenen Stunden geschah

Beim Einschlag zweier russischer Raketen in ein Wohnhaus in der Stadt Pokrowsk in der Region Donezk sind nach ukrainischen Angaben acht Menschen getötet worden. Darunter seien fünf Zivilisten, teilt der Gouverneur der Region, Pawlo Kyrylenko, mit.

Die zweite Rakete sei 40 Minuten nach der ersten in der ukrainisch kontrollierten Stadt nahe der Frontlinie eingeschlagen. Dabei seien Ersthelfer verletzt und getötet worden, berichten Augenzeugen des Einschlags einem Reuters-Kameramann. Bilder aus der Stadt zeigen, wie Rettungskräfte Trümmer, ein Autowrack und ein Wohnhaus mit abgerissenen Balkonen durchsuchen.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete über den russischen Angriff und teilte mit, die Rettungsarbeiten dauerten an. »Wir müssen den russischen Terror stoppen«, schrieb er. In seiner abendlichen Videoansprache sagte er zudem, die Russen hätten bei ihrem Angriff Iskander-Raketen auf Pokrowsk abgefeuert.

Russischer Beschuss wurde derweil auch aus dem an Donezk angrenzenden Gebiet Charkiw gemeldet. Den Behördenangaben zufolge wurden dort im Dorf Krugljakiwka zwei Zivilisten durch Bomben getötet und sieben weitere verletzt. Russland führt mittlerweile seit mehr als 17 Monaten einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine.

Das sagt Kiew

Eine mutmaßliche russische Agentin ist nach Angaben des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU festgenommen worden. Sie soll versucht haben, Informationen über die Reisepläne von Präsident Selenskyj sowie militärische Standorte an Russland weiterzugeben, teilte der SBU mit. Es sei davon auszugehen, dass diese Informationen Teil eines Anschlagsplans gewesen seien, so der Geheimdienst weiter.

Die Verdächtige sei in der südukrainischen Hafenstadt Mykolajiw verhaftet worden. Selenskyj hatte die Stadt nach offiziellen Angaben zuletzt am 27. Juli besucht. Möglicherweise hätte es zum Zeitpunkt seines Besuchs einen massiven Luftangriff auf die Stadt geben sollen, so der SBU – mit Selenskyj als Ziel.

Auf einem vom Geheimdienst veröffentlichten Foto ist eine dunkelhaarige Frau in einem schwarz-weißen Kleid zu sehen, die von zwei Soldaten umgeben ist . Alle Gesichter auf dem Bild sind verschwommen. Die Frau stamme aus Otschakiw und habe in einem Armeeladen gearbeitet, wo sie Waren an ukrainische Soldaten verkauft habe, erklärt der SBU. Neben den Aufenthaltsorten des Präsidenten, habe sie auch die Standorte von Waffensystem und Munitionslagern weitergeben wollen.

Man habe die Frau »auf frischer Tat« beim Versuch der Weitergabe der Informationen geschnappt, so der Geheimdienst. Ein Gericht habe ihre Festnahme genehmigt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu zwölf Jahre Haft.

Nach Gesprächen in Saudi-Arabien über Wege zur Beendigung des Ukrainekriegs hat sich Kiew »zufrieden« mit dem Treffen ohne Beteiligung Russlands gezeigt. »Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen des Gipfels«, erklärte Andrij Jermak, Stabschef des ukrainischen Präsidialamtes. »Das Treffen in Saudi-Arabien ist eine Probe für eine Welt, in der es keinen Platz für wilde Aggression gibt.« Demnach einigten sich die Teilnehmer auf ein weiteres Treffen, für das es aber noch kein genaues Datum gebe.

Fast 40 Länder hatten an dem Treffen teilgenommen, darunter westliche Staaten wie die USA und Deutschland, aber auch Schwellenländer wie China, Indien und Südafrika und Entwicklungsländer. Wie erwartet wurde nach dem Treffen keine Abschlusserklärung veröffentlicht. Aus europäischen Diplomatenkreisen hieß es danach, die »territoriale Integrität und Souveränität« der Ukraine solle nach dem Willen der Teilnehmer »im Zentrum jeglicher Friedensvereinbarungen« stehen.

Die USA lobten derweil die Teilnahme Chinas an den Gesprächen. »Wir hielten es für produktiv, dass China teilgenommen hat«, sagte Außenministeriumssprecher Matthew Miller am Montag vor Journalisten. »Wir haben seit langem gesagt, dass es für China produktiv wäre, eine Rolle bei der Beendigung des Krieges in der Ukraine zu spielen, wenn es bereit wäre, eine Rolle zu spielen, die die territoriale Integrität der Ukraine und ihre Souveränität respektiert.«

Russland war zu dem Treffen nicht eingeladen. Moskau hatte zuvor erklärt, dass eine Friedenslösung nur möglich sei, wenn die Ukraine ihre Waffen niederlege. Auch forderte Russland die Ukraine dazu auf, Gebiete an Moskau abzutreten.

Das sagt Moskau

Der russische Bildungsminister Sergej Krawtsow hat ein neues Geschichtsbuch vorgestellt, das die Sicht des Staates auf den Ukrainekrieg darlegt. Das in »knapp fünf Monaten« geschriebene Buch ist für Elftklässler und damit für Schüler, die etwa 17 Jahre alt sind, und deckt die Zeit von 1945 bis zum 21. Jahrhundert ab, sagte Krawtsow.

»Es ist wichtig, den Schülern die Ziele« der im Februar 2022 begonnen russischen Militäroperation in der Ukraine zu vermitteln, sagte Krawtsow weiter, die darauf abziele, die ehemalige Sowjetrepublik zu »entmilitarisieren« und zu »entnazifizieren«.

Das Buch lobt das russische Militär, das 2014 auf der Halbinsel Krim den »Frieden gerettet« habe. Es kritisiert zudem die vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen, die schlimmer als Napoleon seien, der 1812 in Russland einmarschiert war.

Auf dem Cover des ab dem 1. September in »allen Schulen« verfügbaren Buches ist die russische Brücke zu sehen, die die annektierte Krim mit dem Festland verbindet. Sie ist ein Symbol für die Herrschaft von Präsident Wladimir Putin und wurde während des Konflikts mehrmals angegriffen. Nach dem Ende der Offensive in der Ukraine, »nach unserem Sieg, werden wir dieses Buch weiter ergänzen«, sagte Krawtsow.

Russland hat während seiner Offensive in der Ukraine ein beispielloses Vorgehen gegen Andersdenkende eingeleitet, das sich auch auf Schulen ausgeweitet hat. Im April war ein russisches Mädchen von seinem Vater weggenommen worden, nachdem es in der Schule ein Bild zur Unterstützung der Ukraine gemalt hatte.

Waffenlieferungen an die Ukraine

Die USA werden nach Regierungsangaben am Dienstag Waffenhilfe in Höhe von 200 Millionen Dollar für die Ukraine ankündigen. Die Summe sei eine erste Tranche der 6,2 Milliarden Dollar, die nach einer Überbewertung der ukrainischen Hilfe entdeckt worden seien, sagten zwei Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Das Paket umfasst Minenräumgeräte, TOW- und AT4-Panzerabwehrwaffen, Gewehre und Munition, Lockheed Martin-Abfangjäger für das Patriot-System, GMLRS-Raketen (Guided Multiple Launch Rocket System) und Javelin-Panzerabwehrraketen.

Die entdeckten Gelder seien der letzte Teil der 25,5 Dollar Presidential Drawdown Authority (PDA), die vom Kongress bewilligt worden sei, erklärten die Beamten. Die Regierung in Washington bereite derzeit einen Antrag auf einen Nachtragshaushalt vor, um die Ukraine weiter zu unterstützen. Im Mai hatte das Pentagon erklärt, es habe den Wert der gelieferten US-Waffen fälschlicherweise zu hoch angesetzt, weil Mitarbeiter bei der Berechnung des Wertes von Munition, Raketen und anderer Ausrüstung den Wiederbeschaffungswert anstelle des abgeschriebenen Wertes angegeben hätten.

Neueste Beiträge

21:57 Tower in Tiflis?: Trump und sein verrückter Traum vom “Monte Carlo des Kaukasus”

0 comment Read Full Article