Ukraine-Krieg: Warum dieses Flugzeug für Putin so wichtig ist
Zwei Jahre ist es her, dass die Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin die ukrainischen Nachbarn überfielen. Grausam und verlustreich tobt seither ein Krieg, in dem die Invasoren jüngst mehr und mehr Vorteile erlangten. Umso mehr fällt da ein offenkundiger Prestigeerfolg ins Gewicht, den die Ukraine pünktlich zum Jahrestag verkündete.
Man habe, so der ukrainische Militärgeheimdienst, ein »wertvolles Flugzeug vom Typ A-50U« über dem Asowschen Meer abgeschossen, das beide Länder trennt. Dazu veröffentlichte man eine Karte mit der angeblichen Absturzstelle. Gelungen sei ein »ernsthafter Schlag gegen das Potenzial und die Fähigkeiten des terroristischen Moskaus«.
Keine Bestätigung aus Russland
Ukrainischen Angaben zufolge ist es bereits der zweite Abschuss einer A-50 innerhalb weniger Wochen. Die russischen Behörden bestätigten den Verlust beider Maschinen nicht. Die Staatsagentur Tass sprach von einem Feuer bei Krasnodar, das ein »herabstürzendes Flugobjekt« verursacht habe. Im Januar aber hatten russische Militärblogger den damaligen Verlust einer Maschine bestätigt.
Die Vorfälle dürften für Moskau schmerzhaft sein. Die A50, zumal in der überholten Version A-50U, ist eine Art »fliegendes Radar«. So nennt es Douglas Barrie vom International Institute for Strategic Studies (IISS) in London. Auf dem Dach trägt die A50 ein großes Radar. Die Besatzung besteht aus 15 Leuten.
Mehrere Ziele im Blick
Die Maschine ist in der Lage, andere Flugzeuge in einer Entfernung von bis zu 650 Kilometern zu erkennen. Auch Schiffe oder Kurzstreckenraketen, die im Anflug sind, lassen sich auf Hunderte Kilometer sichten. Zeitgleich lassen sich mehrere Dutzend Ziele im Blick behalten.
Der Aufklärer kann auch als Kommandozentrale dienen. So lassen sich Informationen an Truppen am Boden weiterleiten und Schlachtfeldbewegungen steuern. Möglich ist es, den Einsatz von bis zu zehn Jagdflugzeugen zu koordinieren.
Im vorigen Jahr hieß es, Russland habe insgesamt nur zwölf A50-Maschinen zur Verfügung. Die Nachrichtenagentur AP berichtete nun, Russland habe neun Maschinen im Einsatz. Bereits im vergangenen Jahr soll der Ukraine ein Abschuss gelungen sein.

