Trump stürzt Maduro: Das ist bisher über den US-Angriff auf Venezuela bekannt
Politik
Trump stürzt MaduroDas ist bisher über den US-Angriff auf Venezuela bekannt
03.01.2026, 13:57 Uhr

Seit einigen Monaten verschärfen sich die Spannungen zwischen den USA und Venezuela spürbar. Kurz nach dem Jahreswechsel eskaliert die US-Regierung die Lage: Sie beginnt einen Militärschlag auf mehrere Ziele in Venezuela und bringt Staatschef Maduro in ihre Gewalt. Das ist bisher bekannt.
Was ist passiert?
Die USA haben auf Befehl von Präsident Donald Trump in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 2026 Venezuela angegriffen und augenscheinlich dessen Staatschef Nicolás Maduro in ihre Gewalt gebracht. "Die Vereinigten Staaten von Amerika haben erfolgreich einen groß angelegten Angriff gegen Venezuela und dessen Staatschef, Präsident Maduro, durchgeführt", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Maduro sei "zusammen mit seiner Frau festgenommen und aus dem Land geflogen" worden.
In einer offiziellen Mitteilung der venezolanischen Regierung heißt es, die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar. Maduro habe den Ausnahmezustand ausgerufen und die Mobilisierung der Bevölkerung angeordnet. Venezuela klage "vor der internationalen Gemeinschaft die sehr schwere militärische Aggression der gegenwärtigen Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen das venezolanische Territorium und die venezolanische Bevölkerung" an.
Caracas wirft den USA vor, sich Bodenschätze, insbesondere die großen Ölreserven des Landes, aneignen zu wollen.
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Wann hat der Militärschlag begonnen?
In der venezolanischen Hauptstadt Caracas waren ab 2 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) zahlreiche Explosionen zu hören. Die letzte Explosion gab es Augenzeugen zufolge um 2.38 Uhr. Der linksgerichtete Staatschef von Venezuelas Nachbarland Kolumbien, Gustavo Petro, sprach auf X von einem Angriff "mit Raketen". Zeitgleich wurden aus anderen Regionen des lateinamerikanischen Landes Explosionen gemeldet.
Was wurde angegriffen?
Unbestätigten Berichten zufolge lag der Fokus auf militärischen Zielen. So werden mehrere Angriffe auf den Cerro El Volván gemeldet. Der Berg liegt nördlich von Caracas und ist der höchste der Region. Auf dem Gipfel befindet sich ein Großteil der Kommunikationsinfrastruktur der Stadt, darunter die Hauptsignalantenne.
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Weiterhin werden Angriffe auf Fuerte Tiuna im Süden von Caracas gemeldet. Unter anderem laut der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" handelt es sich dabei um den größten Luftwaffenstützpunkt Venezuelas. Zudem sollen sich Explosionen auf dem Flughafen La Carlota in Caracas ereignet haben. Der wichtigste Militärflughafen des Landes befindet sich in der Nähe der Präsidentenresidenz La Casona.
Weitere Orte, an denen Berichten zufolge Explosionen zu hören und Rauchsäulen zu sehen waren, sind:
• Cuartel de la Montaña: Dort ruhen die sterblichen Überreste des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez.
• Maracay, die Hauptstadt des Bundesstaates Aragua.
• La Guaria, der größte Hafen von Venezuela.
• Higuerote, der größte Flughafen des Landes.
Wahrscheinlich wurden weitere Ziele angegriffen und getroffen, bisher aber nicht gemeldet. Insidern zufolge wurde die Ölförderung des Landes nicht beeinträchtigt: Die Raffinerien des staatlichen venezolanischen Energiekonzerns PDVSA laufen demnach trotz der US-Schläge normal weiter.
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Gibt es Tote?
Venezolanischen Angaben zufolge ja. Bei dem US-Angriff wurden laut Regierungsangaben Soldaten und Zivilisten getötet, die Zahl ist aber offen.
Wie haben die USA Nicolás Maduro in ihre Gewalt gebracht?
Laut dem US-Sender CBS News wurde die Festnahme von der 1st Special Forces Operational Detachment-Delta (1st SFOD-D) der US Army durchgeführt. Diese Eliteeinheit des US-Heeres ist umgangssprachlich besser bekannt als Delta Force und auf Einsätze wie Terrorismusbekämpfung und Geiselbefreiung spezialisiert. Unter Berufung auf Quellen in der venezolanischen Opposition berichtet Sky News, dass Maduro über seine "Festnahme" informiert war. Demnach war der Einsatz Teil einer "ausgehandelten Absetzung" zwischen dem venezolanischen Staatschef und der US-Regierung.
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Warum gehen die USA gegen Venezuela und Maduro vor?
Die US-Regierung wirft Maduro seit vielen Jahren vor, einen Machtwechsel in Caracas verhindern zu wollen, 2024 bei seiner Wiederwahl betrogen zu haben und den Drogenschmuggel in die USA zu fördern. Seit 2024 erkennt Washington den Machthaber nicht als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas an.
Seit der Amtsübernahme von Trump vor knapp einem Jahr haben sich die Spannungen spürbar verschärft. Die USA zogen in den vergangenen Monaten Teile ihrer Marine vor der venezolanischen Küste zusammen. Vor wenigen Monaten begannen US-Streitkräfte damit, Boote angeblicher venezolanischer Drogenschmuggler anzugreifen und die Besatzungen zu töten.
Nach Angaben von US-Vize-Außenminister Christopher Landau soll Maduro für seine "Verbrechen" zur Rechenschaft gezogen werden.
Wo steckt Maduro?
Das wissen mutmaßlich nur das US-Militär und die Führung in Washington. Venezuelas Vizepräsidentin forderte die US-Regierung auf, ein Lebenszeichen von Maduro zu senden.
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War der US-Kongress über die Pläne informiert?
Augenscheinlich nicht. Ein für Militärangelegenheiten zuständiger Senatsausschuss wurde laut CNN vorab nicht über den Angriff informiert. Vertreter der Trump-Regierung hätten dafür keine Notwendigkeit gesehen, berichtet der US-Sender unter Berufung auf eine vertraute Quelle.
Trump selbst scheint diese Darstellung zu bestätigen. Der "New York Times"-Reporter Tyler Pager hat laut eigenen Angaben gegen 4.30 Uhr Ortszeit kurz mit dem US-Präsidenten telefoniert und ihn gefragt, ob er den Kongress informiert: "Das diskutieren wir später", habe Trump geantwortet. "Wir werden eine Pressekonferenz einberufen."
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Die Pressekonferenz ist für 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ) angekündigt und soll in Mar-a-Lago im Wochenenddomizil von Trump in Florida stattfinden.
Was sagt die Bundesregierung?
Nicht viel. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es: "Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge." Der Krisenstab der Bundesregierung will im Tagesverlauf zusammen kommen.

