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Sexuelle Gewalt im Erzbistum Köln: Das System Rainer Maria Woelki

February 19
22:27 2021
Kardinal Woelki: Die Termine für die Kirchenaustritte in Köln reichen nicht mehr aus Icon: vergrößern

Kardinal Woelki: Die Termine für die Kirchenaustritte in Köln reichen nicht mehr aus

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Andreas Arnold / picture alliance/dpa

Der Schüler schlief schon, als der Priester sich zu ihm ans Bett gesetzt haben soll. Es war seine letzte Nacht vor dem Abgang vom Collegium Josephinum, einem katholischen Internat bei Bonn. Später berichtete er, der Geistliche habe angefangen, ihn zu streicheln, und ihm seine Zunge in den Mund geschoben. »Er hat dann meinen Penis angefasst«, sagte das mutmaßliche Opfer. »Dann hat er meine Hand genommen und wollte die zu seinem Glied führen. Da bin ich aber zurückgezuckt.« Kurz darauf habe der Mann von ihm abgelassen und sei gegangen.

Was der Priester E. vor rund 40 Jahren getan haben soll, ist dokumentiert in einem Bericht zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch am Collegium, der 2017 veröffentlicht wurde. Wegen seines Vergehens wurde E. 1982 vom priesterlichen Dienst suspendiert, wie Akten des Erzbistums zeigen. Die Staatsanwaltschaft wurde nicht eingeschaltet.

Doch die Karriere des Priesters ging weiter. Das Erzbistum hob seine Suspension vom Priesteramt auf und setzte ihn zunächst als Kaplan, später als Pastor und Jugendseelsorger ein. 2002 soll er sich sexuell übergriffig gegenüber einer Teenagerin verhalten haben. Dennoch verabschiedete ihn Erzbischof Rainer Maria Woelki erst 2017 in den Ruhestand, zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Missbrauchsberichts des Collegium Josephinum.

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