Sexualisierte Gewalt im Schwimmen: Bundestrainer soll Sportlerinnen sexuell bedrängt und genötigt haben
Icon: vergrößernImmer wieder sendete er ihr Nachrichten aufs Handy: »Richtig gut« sehe sie aus. »Haut schön«, »Körper sehr gepflegt«. Und: »Muss viel glotzen ;)«. Er bewertete ihren Körper auf einer Skala von 1 bis 10, die Beine, den »Arsch«. Und er fragte: »Hast hier Bild gemacht in Bikini?« Als sie verneinte, schrieb er: »Musst jetzt eins machen«. Er schickte ein Foto von sich, oberkörperfrei, im Badezimmer.
Sie war 16 Jahre alt, als er diese Nachrichten, die dem SPIEGEL vorliegen, sendete. Er war ihr Trainer und zu dem Zeitpunkt 37 Jahre alt. Als sie 15 war, habe er ihr das erste Mal einen Kuss aufgezwungen, sagt sie.
Über Jahre ging es so weiter, einmal schrieb er: »Heute vor Training warst du soooo sexy«. Ein anderes Mal: »Deine titten haben mich angemacht.« Als sie nicht direkt reagierte, schickte er erst ein »Sorry«, ließ aber nicht locker: »Dann mache mich schnell geil. Dann schlafen wir. Bin in 5 min fertig«. Die Nachricht endete mit dem Emoji dreier spritzender Tropfen.
Sie war inzwischen 18 Jahre alt, er immer noch ihr Trainer. Er hatte die Macht über sie und ihre Karriere.

