RKI-Chef Wieler zu Coronavirus: »Der rückläufige Trend setzt sich nicht mehr fort«
Icon: vergrößernRKI-Chef Lothar Wieler (l.) und Gesundheitsminister Jens Spahn
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht derzeit eine Seitwärtsbewegung der Fallzahlen: »Wir sehen zwar eine sinkende Zahl der Neuinfektionen, aber gleichzeitig eine steigende Anzahl der Virusvarianten in Deutschland«, sagte er bei der Bundespressekonferenz in Berlin. »Das Bedürfnis nach einem Ende des Lockdowns ist greifbar, aber wir müssen bei den Öffnungen behutsam vorgehen, um das Erreichte nicht zu verspielen.«
Es bringe nichts, die Maßnahmen bei einem Wert von beispielsweise 47 zu lockern. »Dann müssen wir kurz darauf wieder zumachen«, sagte Spahn. Ein differenziertes Vorgehen für Landkreise, dessen Inzidenz schon sehr niedrig sei, sei aber denkbar. »Es gibt Landkreise, die sind unter zehn. Da ist es denkbar, dass wir differenziert vorgehen und lokal öffnen.«
Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sieht Deutschland erneut an einem Wendepunkt: »Der rückläufige Trend setzt sich nicht mehr fort«, sagte er. »Die bundesweite 7-Tages-Inzidenz geht nicht mehr überall zurück.« Das RKI sehe an seinen Analysen, dass sich die zuerst in Großbritannien entdeckte Virusvariante B 1.1.7 in Deutschland ausbreite. Man müsse sich daher darauf einstellen, dass die Bekämpfung der Pandemie nun noch schwieriger werde. »Das Virus hat einen Boost erhalten, jede unüberlegte Lockerung wirft uns zurück, dann stehen wir in einigen Wochen wieder an dem Punkt, wo wir Weihnachten waren.«
Wieler erwarte in den kommenden Wochen wegen der hohen Ansteckungsfähigkeit von B 1.1.7 auch mehr Fälle unter jüngeren Menschen. Es sei daher umso wichtiger, sich konsequent an die Maßnahmen zu halten, die auch gegen die Virusvarianten wirkten. »Bitte tragen Sie auch im Auto, im Büro und in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske«, sagte er. »Beschränken Sie Ihre Kontakte auf das Notwendigste.«
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