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Rheinland-Pfalz-Wahl: SPD jagt Union Stimmen ab und punktet bei Frauen und Älteren

March 15
04:09 2021
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Stimmabgabe in einem Mainzer Wahllokal

Foto: Thomas Frey / dpa

In Rheinland-Pfalz bleibt die SPD stärkste Kraft. Die Partei von Regierungschefin Malu Dreyer bekam bei der Landtagswahl laut ersten Hochrechnungen rund 36 Prozent der Stimmen. Sie schneidet damit praktisch genauso gut ab wie vor fünf Jahren und liegt deutlich vor allen anderen Parteien. (Unsere Blitzanalyse lesen Sie hier.)

Die Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP wird damit voraussichtlich weiterregieren. »Ich habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass das Regierungsbündnis ein tolles war und dass ich mich auch freue, wenn es weitergeht«, sagte Dreyer am Wahlabend.

Welche Wählerwanderungen führten zu diesem Ergebnis? Wer rang der Konkurrenz Stimmen ab? Der Überblick.

Die SPD gewann 19.000 Wähler von der Union und 4000 von der AfD. Das geht aus einer Analyse der vorläufigen Wählerwanderung von Infratest dimap für die ARD hervor. Dem stehen 8000 Stimmen gegenüber, die die Sozialdemokraten an die Grünen verloren, sowie jeweils 4000 Stimmen, die von ehemaligen SPD-Wählerinnen und -Wählern an die FDP und an andere Parteien gingen. Hinzu kommt: 31.000 Menschen, die früher SPD wählten, stimmten nun nicht ab.

Die Gruppe der Nichtwähler war auch bei jenen groß, die in der Vergangenheit für die CDU gestimmt hatten: 54.000 frühere CDU-Wählerinnen und -Wähler blieben in diesem Jahr zu Hause. Die Christdemokraten konnten nur 8000 Stimmen von der FDP gewinnen. Im Übrigen verloren sie an alle anderen Parteien.

Die AfD konnte allein 3000 frühere CDU-Wähler hinzugewinnen. Im Übrigen verlor die Partei in alle Richtungen: je 4000 Stimmen an SPD und FDP und sogar 2000 an die Grünen. 42.000 Personen, die früher für die AfD gestimmt hatten, nutzten ihr Stimmrecht dieses Mal nicht.

Die Grünen gewannen 9000 Stimmen von der CDU und 8000 Stimmen von der SPD. Der FDP und der AfD jagten sie je 2000 Stimmen ab. 4000 Personen, die vor fünf Jahren noch grün gewählt hatten, wählten diesmal nicht. 2000 Stimmen verloren die Grünen an andere Parteien.

Die FDP überzeugte je 4000 Personen, die früher SPD oder und AfD gewählt hatten. Demgegenüber stehen Verluste von 8000 Stimmen an die Christdemokraten und 2000 Stimmen an die Grünen sowie 6000 frühere Wähler der Liberalen, die bei dieser Wahl nicht abstimmten.

Die Wahlbeteiligung war niedriger als bei der Landtagswahl 2016, aber höher als bei den drei Abstimmungen davor: 63,2 Prozent aller Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

SPD punktet bei Frauen und bei älteren Wählern

Ein Blick auf das Wahlverhalten in verschiedenen Altersgruppen zeigt: Die Sozialdemokraten holten überall das beste Ergebnis aller Parteien. Dabei galt: Je älter die Wähler, desto besser schnitt die SPD ab. Bei den 18- bis 24-Jährigen und den 25- bis 34-Jährigen holte sie je ein Viertel der Stimmen. Bei den Über-60-Jährigen kam die Partei von Ministerpräsidentin Dreyer auf 42 Prozent: Bei Menschen über 70 waren es 44 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 41 Prozent.

Die Grünen waren bei jungen Wählerinnen und Wählern besonders beliebt. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen erzielten sie mit 19 Prozent das zweitbeste Ergebnis, bei den 25- bis 34-Jährigen das drittbeste Resultat nach SPD und Union. Letztere erzielte ihre besten Werte in den älteren Wählergruppen: Mit 30 Prozent bei Wählerinnen und Wählern zwischen 60 und 69 sowie 40 Prozent bei den Über-70-Jährigen wurde sie jeweils zweitstärkste Kraft.

Betrachtet man das Wahlverhalten nach Geschlecht, so zeigt sich: Die SPD punktete bei Frauen. 39 Prozent der Wählerinnen stimmten für die Sozialdemokraten – verglichen mit 33 Prozent der Wähler. Die AfD holte ihre Stimmen überwiegend bei Männern: 11 Prozent der Wähler stimmten für sie, aber nur 7 Prozent der Frauen. Bei CDU und Freien Wählern gab es keine nennenswerten Abweichungen nach Geschlecht.

Unter Wählern mit einfachem Bildungsstand holte die SPD 46 Prozent aller Stimmen, bei Höhergebildeten 30 Prozent.

Die Union holte drei von zehn Stimmen unter einfacher Gebildeten, unter Menschen mit hohem Bildungsstand kamen die Christdemokraten auf 24 Prozent. Die Grünen punkteten vor allem in dieser Gruppe: Sie holten 14 Prozent unter Menschen mit höherem Bildungsgrad – verglichen mit nur drei Prozent unter Wählerinnen und Wählern mit einfachem Bildungsstand.

In Baden-Württemberg wurden die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stärkste Kraft. Die Datenanalyse zur dortigen Wählerwanderung finden Sie hier.

Icon: Der Spiegel

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