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Reederei Evergreen will keine Fracht aus Israel mehr annehmen

December 19
09:15 2023

Der taiwanische Reederei-Riese Evergreen hat angekündigt, vorerst keine Container aus oder für Israel mehr annehmen zu wollen. Damit will er verhindern, zum Ziel von Angriffen zu werden.

»Im Interesse der Sicherheit von Schiffen und Besatzung hat Evergreen Line beschlossen, ab sofort keine israelische Fracht mehr anzunehmen«, hieß es in einer Erklärung. Zugleich habe man die eigenen Containerschiffe angewiesen, die Fahrt durch das Rote Meer bis auf Weiteres einzustellen.

Zuvor hatten zwar mehrere Reedereien angekündigt, das Rote Meer nicht mehr zu befahren – die Ankündigung von Evergreen geht jedoch darüber hinaus, weil das Unternehmen bis auf Weiteres überhaupt keine Fracht von und nach Israel mehr transportieren möchte, um nicht zum Ziel von Anschlägen zu werden. Das dürften die jemenitischen Huthi-Rebellen wohl als weiteren Erfolg verbuchen.

Sie hatten mit mehreren Angriffen auf Schiffe im Roten Meer zunehmend den Seeverkehr auf dieser für die Weltwirtschaft wichtigen Route gestört. Die mit Iran verbündete Gruppe griff eigenen Angaben zufolge am Montag erneut ein Frachtschiff mit Drohnen an.

Längere Fahrzeit, höhere Kosten

Mehrere große Containerreedereien – darunter der Branchenführer MSC und die deutsche Hapag-Lloyd – haben deshalb damit begonnen, den Suezkanal als wichtiges Nadelöhr zwischen Shanghai, Rotterdam und Hamburg nicht mehr anzusteuern.

Stattdessen umfahren die Reedereien Afrika über das Kap der Guten Hoffnung, was zu zusätzlichen Frachtkosten und Verspätungen führt. Diese dürften sich in den kommenden Wochen noch verstärken, sagen Experten. Schätzungen zufolge werden zwischen zehn und fünfzehn Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs über den Suezkanal abgewickelt, die kürzeste Route zwischen Europa und Asien.

Zusammen kontrollieren die Unternehmen, die Schiffe bereits umgeleitet haben, »etwa die Hälfte des weltweiten Containerschifffahrtsmarktes«, sagte ABN Amro-Analyst Albert Jan Swart der Nachrichtenagentur Reuters. »Das Rote Meer zu meiden, wird aufgrund der längeren Reisezeit zu höheren Kosten führen.« Auch der Ölkonzern BP hat vorübergehend alle Transporte durch das Rote Meer ausgesetzt.

Dadurch wächst die Gefahr, dass sich die Krise – die bisher vor allem die Transporte von Industriewaren betraf – auch auf den Energiesektor ausweiten könnte. Die Rohölpreise stiegen aufgrund dieser Befürchtungen zu Wochenbeginn.

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