Icon: vergrößernUS-Justizminister mit Sicherheitskräften im Lafayette Park vor dem Weißen Haus
Alex Brandon/ AP
Der Einsatz der Nationalgarde in Washington im Zuge der jüngsten Protestwelle hat der US-Regierung viel Kritik eingebracht. Nun verteidigt Justizminister William Barr die Strategie: "Das war eine vorübergehende Reaktion auf eine eskalierende Sicherheitskrise", schrieb Barr in einem Brief an Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser. Das Ziel der Regierung sei gewesen, sicherzustellen, dass die Unruhen enden und dass "Recht und Ordnung" in der Hauptstadt wiederhergestellt würden.
Justizminister Barr zeigte sich zudem besorgt, dass die Ausschreitungen ein schlechtes Licht auf die USA werfen könnten: "Die Fernsehbilder dieser Ereignisse – die von Menschen im ganzen Land und auf der ganzen Welt gesehen wurden – vermittelten den Eindruck, dass die Vereinigten Staaten kurz davor standen, die Kontrolle über ihre Hauptstadt zu verlieren."
Für Kritik hatte jedoch vor allem gesorgt, dass die Regierung eine Demonstration vor dem Weißen Haus gewaltsam auflösen ließ, damit US-Präsident Donald Trump vor einer nahegelegenen Kirche mit einer Bibel für Kameras posieren konnte. Dabei war unter anderem Militärpolizei zum Einsatz gekommen. Barr wurde vorgeworfen, dies selbst angeordnet zu haben, was der Justizminister aber bestreitet.
Bowser hatte Trump in der vergangenen Woche in einem offenen Brief dazu aufgefordert, alle Soldaten und Sicherheitskräfte der Bundesregierung aus ihrer Stadt abzuziehen. Am Sonntag ordnete der Präsident, der zwischenzeitlich mit einem Einsatz von Berufssoldaten gegen Demonstrierende gedroht hatte, dann den Rückzug der Nationalgarde aus Washington an. Diese besteht aus Reservisten des US-Militärs. Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis waren zuletzt friedlich verlaufen. Floyd wurde am Dienstag in einem Vorort von Houston beerdigt.
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