News: Anklage gegen Donald Trump, Nancy Faeser, Olaf Scholz, Ronald Busch
US-Kapitol: Die Stille nach dem Sturm
Vor gut einem halben Jahr hielt ich mich zu einem privaten Besuch in Washington auf und schloss mich einer Führung durch das US-Kapitol an. In meiner Gruppe waren überwiegend Amerikanerinnen und Amerikaner. Man schickte uns in eine Art Kino, zeigte uns einen Hollywood-reifen Film zur Geschichte und Bedeutung des Kapitols von den Anfängen bis in die Gegenwart.
Letztlich war es eine Erzählung der amerikanischen Verdienste um die Demokratie. Es triefte vor Pathos, ich muss zugeben, ich bin empfänglich dafür und war durchaus beeindruckt. Doch etwas fehlte in diesem umfassenden Werk: der Sturm auf das Kapitol. Gewundert habe ich mich darüber nicht, die Gründe dafür liegen ja auf der Hand. Aber vielsagend ist das schon: Ein historischer Film über die Geschichte eines Hauses der Demokratie – und der gefährlichste Angriff auf das Haus und auf die Demokratie wird weggelassen.
Es ging dann weiter mit einem Rundgang bis hinauf unter die Kuppel. Zum Schluss durften wir Fragen stellen. Ich selbst hielt mich zurück, als Gast, als Ausländerin. Ich war auch neugierig, ob irgendwer nach dem Sturm auf das Kapitol fragen würde. Es geschah nicht. Die Fragen kreisten um die Säulen, die Gemälde, die Bodenfliesen.
Vielleicht war es in anderen Gruppen anders, vielleicht auch nicht, ich aber denke seither immer an dieses beklommene Lavieren, sobald das Kapitol im Fernsehen zu sehen ist.
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump muss sich im Zusammenhang mit dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol vor Gericht verantworten. Heute startet eine Anhörung. Es wird um die Frage gehen, ob die Richterin Trump verbieten wird, bestimmte Beweise, die im Rahmen der strafrechtlichen Ermittlungen gesammelt wurden, öffentlich zu machen. Trump muss zur Anhörung nicht persönlich erscheinen.
Dem ehemaligen Präsidenten werden mehrere Punkte zur Last gelegt, darunter: Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten. Kann man einem Politiker einen gravierenderen Vorwurf machen? Und was hat es zu bedeuten, wenn ein solcher Vorwurf im Raume steht und im Kapitol selbst darüber geschwiegen wird?
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Kurz vor Vorwahlen der Republikaner: Sonderermittler beantragt Wahlverschwörungs-Prozess gegen Trump im Januar
Scholz und Faeser müssen in Hessen babbeln – bis sie heiser sind
Nancy Faeser hat harte Tage hinter sich. Sie hat Kritik einstecken müssen für ihren Vorschlag, wie Angehörige krimineller Clans in Zukunft leichter abgeschoben werden könnten. Zudem wirft die Festnahme eines mutmaßlichen Spions im Beschaffungsamt der Bundeswehr Fragen zur Sicherheitslage in Deutschland auf, die sie als Bundesinnenministerin wird beantworten müssen.
Es kommt Schlag auf Schlag auf Schlag. Zugleich steht sie mitten im Wahlkampf. Sie möchte Ministerpräsidentin von Hessen werden. Heute ist sie im Bundesland unterwegs. Damit es auch ein erfolgreicher Besuch wird, begleitet sie Bundeskanzler Olaf Scholz.
Will Faeser zu viel auf einmal? Diese Frage stellt sich, seit sie sich für die Doppelbelastung entschieden hat. Ein Blick in den vollgepackten Terminkalender für sie und für Scholz zeigt, dass diese Frage mit einiger Berechtigung gestellt wird:
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Bei seiner ersten Station um 8.15 Uhrinformiert sich der Kanzler über das Datenangebot des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.
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Um 10 Uhr besichtigen die Spitzenpolitiker gemeinsam eine Sicherheitsmaschine am Frankfurter Flughafen und sprechen mit Mitarbeitenden des Flughafenbetreibers Fraport.
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In der Landeshauptstadt treffen sich Faeser und Scholz anschließend mit Vertretern des Deutsche Hotel- und Gaststättenverbands und des Handelsverbands Hessen zu einem Gespräch.
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Am Nachmittag steht ein Besuch in einer Schreinerei in Mühlheim am Main an.
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Danach wollen sich Scholz und Faeser beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Frankfurt am Main den Fragen von mehr als 250 Bürgerinnen und Bürgern stellen.
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Ab 18 Uhr ist Olaf Scholz in der Online-Talkshow »Bembel und Gebabbel« mit Moderator Bernd Reisig zu Gast.
Gebabbel ist schön und muss auch mal sein. Zu viel davon ist riskant. Irgendwann wird man keiner Sache mehr gerecht.
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Erleichterte Ausweisung von Clanmitgliedern: »Es handelt sich überwiegend um Symbolpolitik«
Ist Siemens ein Vorbild für Deutschland?
Die schwächelnde deutsche Wirtschaft war in diesen Tagen ein Dauerthema, die Sorgen sind groß, die Aussichten für die kommenden Monate nach Einschätzung von Ökonomen trübe. Corona, die Lieferkettenproblemen, der Angriff Russlands auf die Ukraine, die Energiekrise – die Folgen sind überall spürbar. Außerdem muss sich die deutsche Wirtschaft neu erfinden: Digitalisierung, Klimaneutralität.
Es braucht Perspektiven, Leitbilder, Modelle.
Mein Kollege Martin Hesse stellt in einem großen Text über Roland Busch, dem Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG, die Frage, ob der Umbau des Konzerns zum Vorbild für die gesamte deutsche Wirtschaft taugt. Roland Busch will Siemens einerseits auf seinen Kern zurückführen, die Technologieentwicklung, andererseits zugleich radikal erneuern, radikaler noch als Vorgänger Joe Kaeser.
Siemens ist ein Weltkonzern mit mehr als 300.000 Mitarbeitern in rund 190 Ländern und mit 72 Milliarden Euro Umsatz.
Busch sagt in dem Text einen interessanten Satz: »Das Wichtigste ist, dass ich die 317.000 Mitarbeiter mitnehme auf diese Reise, denn nicht alle sind gleich weit.«
Mein Kollege bilanziert: »Da geht es Siemens wie Deutschland, wo sich mehr und mehr Menschen vom Tempo der Veränderung überfordert fühlen, wo die Überforderung bereits in Angst und Ablehnung umschlägt.«
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IWF-Prognose: Deutsche Wirtschaft schrumpft stärker als befürchtet
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Verfassungsfeinde verbieten! Die AfD hat sich immer weiter radikalisiert. Es ist an der Zeit, die Demokratie mit schärferen Waffen zu verteidigen.
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Die Startfrage heute: Wer war vor Boris Pistorius der letzte Mann an der Spitze des Verteidigungsministeriums?
Verlierer des Tages …
… ist der US-amerikanische Spielzeug-Konzern Mattel. Er hat zwar gerade einen guten Lauf, weil die vom ihm hergestellte Barbiepuppe zum Filmstar geworden ist und dies die Geschäfte ankurbelt, jetzt aber zeigt sich, dass die Konzernlenker die wesentlichen Regeln des Barbie-Spiels im Kinderzimmer offenbar nicht durchdrungen haben.
Um vom Erfolg des »Barbie«-Films zu profitieren, bringt Mattel nun die »seltsame Barbie« als echte Puppe heraus. Bisher gab es sie nur auf der Leinwand, nun kommt sie ins Spielwarengeschäft. Sie sieht aus wie eine Puppe, mit der zu viel gespielt wurde, und kostet 50 Dollar.
Ich verstehe nicht, worin der Reiz einer solchen vorgefertigten »seltsamen Barbie« liegen soll. Wenn ich mich an meine eigene Kindheit erinnere, lag der einzige Reiz beim Barbie-Spiel darin, sich eine Puppe zu schnappen, die auf stereotype Weise schön war, ihr beherzt die Haare abzuschneiden, ihr wilde Kleidung zu nähen, sie mit Buntstiften zu tätowieren und sich somit als Schöpferin einer individuellen, also wahren Schönheit zu fühlen.
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Der Doppelerfolg der Blockbuster »Barbie« und »Oppenheimer«
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Behörden auf Hawaii melden drastisch gestiegene Totenzahl – und befürchten mehr Opfer: Bei den verheerenden Feuern auf Hawaii sind deutlich mehr Menschen gestorben als bisher bekannt. Dabei sind die Lösch- und Sucharbeiten noch längst nicht beendet – US-Präsident Biden rief den Katastrophenfall aus.
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Nordkorea umgeht Sanktionen und finanziert mit Cyberangriffen Atomprogramm: Pjöngjangs Hacker sorgen mit Beutezügen dafür, dass Nordkorea seine Pläne für Atomwaffen vorantreiben kann – das steht laut Reuters in einem Uno-Papier. So könnten auch Sanktionen umschifft werden.
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Verdächtige des Anschlags auf Präsidentschaftskandidaten sind Ausländer: Der Mord an Fernando Villavicencio erschüttert Ecuador: Wie die Behörden bekannt gaben, sind die mutmaßlichen Täter aus dem Ausland angereist. Bei ihnen wurde ein Waffenarsenal sichergestellt.
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Von explodierten Eiern, einem falschen Bombenalarm und dem Häcksler in uns: Wir alle rühren, mixen und pürieren. Aber wann haben Sie Ihrem Lieblingsküchengerät zuletzt gesagt, wie sehr Sie es mögen? Wir übernehmen das gern für Sie .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihre Susanne Beyer, Autorin der Chefredaktion

