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“Mit CO₂-Staubsaugern”: Klimaexperte plädiert für künstliche Erdabkühlung

January 05
06:36 2025

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Eine grafische Illustration von der Climeworks Ag zeigt eine Anlage zum CO₂-Entzug aus der Atmosphäre.

Eine grafische Illustration von der Climeworks Ag zeigt eine Anlage zum CO₂-Entzug aus der Atmosphäre.

Klimaforscher sehen das 1,5-Grad-Ziel inzwischen als unerreichbar an. Der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung glaubt aber daran, dass neue Techniken die Erderwärmung doch noch bremsen könnten. Dazu müsse das CO₂ im großen Stil aus der Atmosphäre gesaugt werden.

Der Direktor des renommierten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hält es für möglich, dass es im Kampf gegen den Klimawandel gelingen kann, die Erde in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts künstlich abzukühlen. "Es gibt die Chance, den Trend der Erderhitzung umzukehren, indem wir – zusätzlich zur schnellen Emissionsminderung in Richtung null – auch auf CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre setzen", sagte PIK-Direktor Ottmar Edenhofer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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Ein Werkzeug dafür seien die sogenannten CO₂-Staubsauger, also große Filteranlagen. Sie saugen Luft an, entnehmen Klimagas, das dann in die Erdkruste geleitet und dort zu Stein wird, erläuterte Edenhofer. "Es gibt auch andere Möglichkeiten, etwa den Anbau schnell wachsender Biomasse zum Verfeuern mit CO₂-Abscheidung oder das Ausbringen zerkleinerter Mineralien auf Böden zur beschleunigten Verwitterung", fügte der Klimaforscher hinzu. "Ich bin davon überzeugt, dass uns die CO₂-Entnahme und Speicherung vor dem Allerschlimmsten noch bewahren kann."

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Deswegen drängte Edenhofer die westliche Welt, eine Industrie zur CO₂-Entnahme und Speicherung aufzubauen. "Wir können den europäischen Emissionshandel durch einen Handel mit Zertifikaten für die CO₂-Entnahme und -Speicherung ergänzen", sagte er. "Ich sehe die Industriestaaten hier auch in einer moralischen Pflicht. Unsere Emissionen aus der Vergangenheit haben der Welt die Klimaprobleme eingebrockt, und die Schäden sind im globalen Süden am gravierendsten", führte der Wissenschaftler in der NOZ aus. "Wenn wir durch CO₂-Entnahme die Temperaturen wieder senken, wäre das nur gerecht. Wir können und sollten in großem Stil eine planetare Müllabfuhr schaffen, um den Mist aus der Atmosphäre zu holen, den wir hineingekippt haben."

"Mit menschenfeindlicher Erde arrangieren"

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Eine reale Chance auf Bewältigung der Klimakrise gebe es aber nur, wenn die Emissionen wirklich auf nahe Null gesenkt würden, betonte der PIK-Direktor. "Gelingt das nicht, und schaffen wir es auch nicht, der Atmosphäre in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts gewaltige Mengen an CO₂ zu entziehen, dann werden wir uns mit einer in weiten Regionen menschenfeindlichen Erde arrangieren müssen", warnte Edenhofer.

Das Tempo, das die Politik vorlege, stimme noch lange nicht. "Das 1,5-Grad-Ziel ist auf dem direkten Wege unerreichbar geworden, es geht wohl nur noch über einen ,Overshoot' mit nachträglichem Zurücksteuern", sagte der PIK-Direktor. "Ohne eine ambitioniertere Klimapolitik steuert die Welt auf eine Erwärmung von rund drei Grad bis Ende des Jahrhunderts zu. Die Folgen – auch für Europa – wären einfach fatal. Daran lässt der Wissensstand keinen Zweifel mehr zu."

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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