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Klinik im Gazastreifen von Rakete getroffen – so reagiert die muslimische Welt

October 18
05:06 2023

Eine Rakete ist am Dienstagabend in ein Krankenhaus im Gazastreifen eingeschlagen.

Es soll viele Tote und Verletzte geben. Palästinensischen Angaben zufolge ist ein israelisches Bombardement für die Opfer verantwortlich.

Israels Militär hingegen macht den Islamischen Dschihad im Gazastreifen verantwortlich. Informationen deuteten demnach auf einen fehlgeschlagenen Raketenabschuss der militanten Palästinenserorganisation hin.

Die genaue Zahl der Todesopfer war zunächst unklar. Die Angaben beider Konfliktparteien können bislang nicht überprüft werden.

Die Folge schon jetzt: In zahlreichen muslimisch geprägten Ländern ist es zu spontanen Protesten gekommen. Der Überblick:

  • In Amman versuchten Demonstranten zur israelischen Botschaft zu gelangen, wie die jordanische Nachrichtenagentur Petra am Dienstagabend meldete. Berichte über die Stürmung des Gebäudes wiesen jordanische Sicherheitskreise den Angaben nach zurück. Die Demonstranten seien aus dem Bereich entfernt worden. Videos in den sozialen Medien zeigten, wie sie »zur Botschaft« skandieren.

  • Vor dem israelischen Konsulat in der türkischen Millionenmetropole Istanbul versammelten sich am Dienstagabend zahlreiche Demonstranten. Einige schwenkten palästinensische Flaggen und skandierten: »Nieder mit Israel!«, wie eine Übertragung der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zeigte. Die Polizei war demnach mit einem Großaufgebot vor Ort, um das Konsulat im Stadtteil Levent zu schützen.

  • In den südlichen Vororten von Beirut strömten Augenzeugen zufolge Hunderte Hisbollah-Anhänger auf die Straßen und forderten, Tel Aviv zu bombardieren.

  • In Iran rief eine Menge im Stadtzentrum von Teheran »Nieder mit Israel«, wie Videos der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA zeigten. Die Regierung erklärte Mittwoch zum Trauertag. Irans Außenamtssprecher verurteilte den Angriff aufs Schärfste und machte den Erzfeind Israel verantwortlich.

Auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus der Region haben sich zu Wort gemeldet – oder bereits reagiert:

  • Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas wird sein für Mittwoch geplantes Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Jordanien absagen. Die Entscheidung sei »eine Reaktion auf die Gräueltaten, die das palästinensische Volk heute Abend nach dem verbrecherischen Bombenangriff auf das Baptistenkrankenhaus in Gaza heimgesucht haben«, hieß es aus dem Büro von Abbas. Zwischen dessen Sicherheitskräften und Demonstranten kam es am Dienstagabend zu Zusammenstößen bei Protesten im Westjordanland.

  • Das Außenministerium in Saudi-Arabien hat den Angriff als »abscheuliches Verbrechen« bezeichnet und Israel die Schuld gegeben.

  • König Abdullah von Jordanien hat Israel ebenfalls für den mutmaßlichen Beschuss eines Krankenhauses in Gaza verantwortlich gemacht. Er sprach von einem »Massaker« und einem »Kriegsverbrechen«.

  • Auch Recep Tayyip Erdoğan hat den mutmaßlichen Beschuss einer Klinik im Gazastreifen scharf verurteilt und Israel dafür verantwortlich gemacht. Dies sei »das jüngste Beispiel für israelische Angriffe, denen die grundlegendsten menschlichen Werte fehlen«, schreibt der Präsident der Türkei.

  • Abdel Fattah al-Sisi, der Staatspräsident von Ägypten, erklärte, er verurteile den israelischen Angriff auf das Schärfste; zudem handele es sich um einen klaren Verstoß gegen internationales Recht.

Trotz dieser Eskalation soll Joe Biden am Mittwoch nach Israel reisen. Elf Tage nach dem verheerenden Terrorangriff der islamistischen Hamas wird der US-Präsident dort zu einem Solidaritätsbesuch erwartet. Geplant ist unter anderem ein Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu.

Eigentlich wollte Biden noch am selben Tag nach Jordanien weiterreisen, um dort mit Ägyptens Staatschef Sisi und dem jordanischen König zusammenzukommen. Doch Jordanien hat den Termin wegen der Bombardierung des Krankenhauses platzen lassen. Das Treffen werde erst stattfinden, wenn es eine Einigung gebe, den Krieg zu beenden und »diese Massaker« zu stoppen, sagte Außenminister Aiman al-Safadi dem jordanischen TV-Sender Al-Mamlaka.

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