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Kanada stellt sich weiter hinter die Ukraine im Krieg gegen Russland

June 11
08:10 2023

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich nach dem Besuch von Kanadas Premierminister Justin Trudeau für neue Militärhilfe aus Ottawa bedankt. Wichtig sei vor allem die Lieferung von Artilleriemunition vom Kaliber 155, sagte er am Samstag in seiner täglichen Videoansprache. Er lobte zudem Kanadas Einsatz für eine internationale Koalition, die der Ukraine bei der Beschaffung westlicher Kampfjets helfen soll.

Kanada unterstützt die Ukraine zudem dabei, »NATO-Mitglied zu werden, sobald die Bedingungen dafür gegeben sind. Die Ukraine und Kanada freuen sich darauf, diese Fragen auf dem NATO-Gipfel in Vilnius im Juli 2023 zu erörtern«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die nach den Gesprächen verabschiedet wurde.

Trudeau erhielt lang anhaltenden Beifall für seine etwa 25-minütige Rede im ukrainischen Parlament. Er hatte bei seinem Besuch etwa die Fortsetzung eines Ausbildungsprogramms für ukrainische Piloten verkündet. Insgesamt beläuft sich das neue Rüstungspaket Kanadas auf umgerechnet rund 350 Millionen Euro.

Selenskyj widerspricht Moskau

Die Ukraine sehe den Sinn internationaler Beziehungen im Geben und Nehmen, sagte Selenskyj. Daher sei Kiew auch bereit, Kanada bei der Bekämpfung der Waldbrände zu helfen, falls eine solche Unterstützung nötig sei. Zugleich rief Selenskyj internationale Hilfsorganisationen erneut dazu auf, sich nach der Flutwelle in der Südukraine infolge der Staudamm-Zerstörung auf dem von Russland besetzten Gebiet zu engagieren. Am rechten, von Kiew kontrollierten Dnipro-Ufer, seien inzwischen 3000 Menschen vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht worden. Im russisch kontrollierten Gebiet erhielten die Menschen aber von Moskau keine wirkliche Hilfe, sagte Selenskyj.

Auf die Lage an der Front ging er vor dem Hintergrund schwerer Kämpfe im Süden des Landes nur am Rande ein. Er bestätigte den Beginn von ukrainischen Gegenangriffen entlang der Front, wollte aber nichts dazu sagen, »in welchem Stadium sie sind.« Zugleich widersprach Selenskyj Russlands Präsident Wladimir Putin. Dieser hatte am Freitag behauptet, die ukrainische Gegenoffensive habe begonnen, jedoch die selbst gesteckten Ziele verfehlt. Selenskyj sagte, er würde weder Telegram-Kanälen noch Putin glauben, die das Scheitern der Offensive erklärten. Er sei täglich im Gespräch mit seinen Generälen und die seien »in guter Stimmung«. »Ich danke allen, die ihre Positionen halten und die nach vorn stoßen«, so der ukrainische Präsident.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat angekündigt, dass er bald wieder mit Russlands Präsident Wladimir Putin sprechen möchte. Er habe dies eine Weile nicht mehr gemacht, sagt Scholz auf dem Evangelischen Kirchentag in Nürnberg. »Ich habe vor, dies einmal demnächst wieder zu tun«, fügt er hinzu. Putin müsse verstehen, dass Russland seine Truppen zurückziehen muss. Er selbst sei nicht gegen Verhandlungen, aber entscheidend sei »wer mit wem und worüber«, sagte der Kanzler.

»Es ist nicht vernünftig, die Ukraine zu zwingen, dass der Raubzug, den Putin gemacht hat, sanktioniert und akzeptiert wird und dass ein Teil des ukrainischen Territoriums einfach Russland wird«, betont Scholz unter großem Applaus. Er werde weiter darauf achten, dass aus dem Krieg kein Konflikt der Nato mit Russland werde, weil dies »furchtbare Konsequenzen für die ganze Welt" hätte.

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