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Israel meldet 7000 getötete Hamas-Terroristen, Kämpfe in Chan Junis

December 10
11:06 2023

Der Gazakrieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas geht in brutaler Härte weiter. Augenzeugen melden heftige Kämpfe in Chan Junis, das im südlichen Teil des Gazastreifens liegt und als Hamas-Hochburg gilt, sowie in Dschabalia im Norden.

Israel meldet Erfolge: 7000 Terroristen getötet, Kapitulation von weiteren Kämpfern

Israel ist offenbar bestrebt, die Erfolge seiner Militäraktionen hervorzuheben. Es seien etwa 7000 Hamas-Terroristen getötet worden, berichtete Israels Nationaler Sicherheitsberater Zachi Hanegbi im israelischen Fernsehen. Die Armee sei sehr nah an Kommandozentralen der Hamas in Dschabalia und Schedschaija herangerückt. Zudem sei man Hamas-Chef Jihia al-Sinwar auf der Spur. Dieser habe sich kurz nach Beginn des Krieges in einem Hilfskonvoi in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens abgesetzt, meldeten israelische Medien.

Israels Armeesprecher Daniel Hagari erklärte, Terroristen und Hamas-Kommandeure, die sich ergeben haben, hätten ausgesagt, dass sich ihre Kämpfer in einer »schwierigen Lage« befänden und die Hamas-Führung unter Sinwar die »Realität leugnet«. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Im Internet kursiert derweil ein Video angeblich aus dem nördlichen Gazastreifen, das angeblich Hamas-Terroristen bei der Kapitulation zeigt: Ein Mann tritt aus einer Reihe Männer, die wie er nur mit Unterhose bekleidet sind, mit erhobener Waffe hervor, geht an einem Panzer vorbei und legt sie vor einem israelischen Soldaten nieder. Die Authentizität des Videos sowie dessen Interpretation können nicht unabhängig überprüft werden, es gab aber in den vergangenen Tagen immer wieder Aufnahmen festgenommener Palästinenser in Unterhosen . Ob sich tatsächlich immer mehr Hamas-Kämpfer ergeben und wie viele Leute die Hamas aus dem weit verzweigten Tunnelsystem unter Gaza heraus weiter im Kampf gegen die israelische Armee befehligt, ist unklar. In den vergangenen Tagen hatte die Hamas weiter Raketen auf Israel gefeuert.

Das US-Außenministerium treibt unterdessen den Verkauf von knapp 14.000 Schuss Panzermunition an Israel voran und umgeht dabei ein Prüfverfahren im US-Kongress, das normalerweise bei Waffenverkäufen an andere Staaten vorgeschrieben ist. Das Ministerium beruft sich dabei auf eine Dringlichkeitsklausel im Waffenexportkontrollgesetz, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Die USA hatten zuvor im Weltsicherheitsrat einen Resolutionsentwurf für einen humanitären Waffenstillstand per Veto zum Scheitern gebracht.

Humanitäre Lage in Gaza immer unerträglicher

Derweil wird die Lage der palästinensischen Zivilisten immer unerträglicher. Laut der Uno ist die Hälfte der Bevölkerung im Gazastreifen inzwischen am Hungern. Berichten zufolge trinken Kinder Meerwasser, weil es nicht mehr genug sauberes Trinkwasser gebe. Es komme zu Fällen von Durchfall und anderen Krankheiten in den Notunterkünften, hieß es. Das Nasser-Krankenhaus in der umkämpften Stadt Chan Junis ist nach Darstellung seines Direktors wegen der vielen Opfer kurz vor dem Kollaps. »Wir haben die Kontrolle verloren«, sagte Nahe Abu Taima der BBC. In der Notaufnahme kämen Hunderte Verletzte und Tote an.

Ägyptenwahl von Krieg überschattet

Der Gazakrieg überschattet auch Ägyptens Präsidentenwahl, die am Sonntag beginnt. Es wird erwartet, dass Amtsinhaber Abdel Fattah el-Sisi die Wahl erneut für sich entscheiden wird. In Ägypten gibt es die Sorge, dass die an Gaza grenzende Sinaihalbinsel zum Ausgangsort neuer Angriffe auf Israel werden könnte, wenn Bewohner des Küstenstreifens wegen des Krieges dorthin flüchten. Gleichzeitig befürchtet die Regierung in Kairo, dass aus einer Massenflucht eine dauerhafte Vertreibung werden könnte.

Auslöser des Gazakriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt hatten. Mehr als 1200 Menschen wurden bei den beispiellosen Angriffen getötet. Israel begann daraufhin mit massiven Luftangriffen und seit Ende Oktober mit einer Bodenoffensive in dem Küstengebiet, das flächenmäßig in etwa so groß ist wie die Stadt München.

Die Zahl der getöteten Palästinenser ist laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde inzwischen auf 17.700 gestiegen. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht prüfen, die Uno und andere Beobachter weisen aber darauf hin, dass sich die Zahlen der Behörde in der Vergangenheit als insgesamt glaubwürdig herausgestellt hätten.

Huthi-Rebellen drohen weiter

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben derweil gedroht, künftig Schiffe jeglicher Nationalität auf dem Weg nach Israel an der Durchfahrt im Roten Meer zu hindern. In einer Erklärung vom Samstagabend hieß es, nur Frachtern, die Hilfsgüter für den Gazastreifen lieferten, würde die Durchfahrt gewährt. Alle anderen würden zu »legitimen Zielen unserer Streitkräfte«. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen greifen Israel seit Ausbruch des Gazakriegs immer wieder unter anderem mit Drohnen und Raketen an.

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