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Israel-Gaza-Krieg: Im Gazastreifen ist offenbar mindestens die Hälfte aller Gebäude beschädigt oder zerstört

January 31
07:55 2024

Fast vier Monate nach Beginn des Krieges im Gazastreifen ist einem Medienbericht zufolge mindestens die Hälfte aller Gebäude in dem Küstenstreifen am Mittelmeer beschädigt oder zerstört. Wie der Sender BBC am Dienstag nach Auswertung von Satellitendaten berichtete , seien zwischen 144.000 und 175.000 Gebäude beschädigt oder zerstört. Das seien zwischen 50 und 61 Prozent aller Gebäude in dem Küstengebiet. Die Aufnahmen belegten zudem, dass sich die Bombardierung des südlichen und zentralen Gazastreifens seit Anfang Dezember intensiviert habe, wobei die weiter heftig umkämpfte Stadt Chan Junis im Süden des Küstengebiets besonders stark betroffen sei.

Israel betont immer wieder, es befinde sich im Krieg mit der Terrororganisation Hamas und nicht mit den Zivilisten. Die Kämpfer der Hamas benutzten zivile Gebäude, um aus ihnen heraus anzugreifen, Waffen zu lagern und Eingänge zu unterirdischen Tunneln zu verstecken. Im gesamten Gazastreifen seien Wohngebiete verwüstet, ehemals belebte Einkaufsstraßen in Schutt und Asche gelegt, Universitäten zerstört und Ackerland aufgewühlt, berichtete die BBC.

Heftige Angriffe auf Chan Junis in den vergangenen Wochen

Die Satellitenbilder seien an der City University of New York und der Oregon State University analysiert worden. Dabei seien ältere und aktuelle Aufnahmen verglichen worden, um Veränderungen in der Höhe oder Struktur von Gebäuden zu erkennen, die auf Schäden hinwiesen.

In der Stadt Chan Junis, die als Hamas-Hochburg gilt, sind laut der Analyse inzwischen mehr als 38.000 oder mehr als 46 Prozent der Gebäude zerstört oder beschädigt seien. Laut Uno-Angaben sind Tausende von Menschen nach Rafah geflüchtet. Dort hielten sich inzwischen mit mehr als 1,3 Millionen Menschen mehr als die Hälfte der rund 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens auf.

Israels Außenminister wehrt sich gegen Ratschläge aus Washington und Berlin

Unterdessen hat Israels Außenminister im Streit über eine Zweistaatenlösung im Nahostkonflikt erneut betont, dass sein Land noch einige Jahre lang die Sicherheitsverantwortung im Gazastreifen behalten will. Dies gelte so lange, »bis wir sicher sind, dass wir nicht mehr von den Einwohnern von Gaza getötet werden«, sagte Israel Katz der »Bild«-Zeitung, Welt TV sowie »Politico«. Israels Botschaft zum Holocaust-Gedenktag in dieser Woche laute: »Es muss klar sein, dass das, was passiert ist, sich nicht wiederholen darf.«

Zu Ratschlägen unter anderem aus Washington oder Berlin zu einer Zweistaatenlösung im Nahostkonflikt mit den Palästinensern sagte Katz: »Es ist absolut absurd, dass man nach all dem, was passiert ist, heute Israel vorschreibt, dass eine Zweistaatenlösung das Richtige ist.« Angesichts der Tatsache, dass Palästinenser Juden getötet hätten, werde man nicht Palästinensern die Aufgabe übertragen, künftig für die Sicherheit von Juden zuständig zu sein.

Zugleich erteilte er Forderungen auch aus der eigenen Regierung nach einer israelischen Wiederbesiedlung des Gazastreifens nach Kriegsende eine klare Absage: »Das wird nicht passieren. Die Politik der Regierung ist klar, auch wenn einzelne Minister etwas anderes sagen.« Israel werde Gaza nicht regieren oder über Gaza entscheiden.

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