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Hassan Nasrallah: Hisbollah-Führer spricht Drohung gegen Israel aus

January 04
03:07 2024

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah hat Israel für die Tötung des Hamas-Topkommandeurs Saleh al-Arouri verantwortlich gemacht. In einer Rede sprach er von einem »eklatanten israelischen Angriff« auf den südlichen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut. »Israel hat versucht, durch die Ermordung von al-Arouri ein Siegesbild zu vermitteln«, sagte Nasrallah. Es handele sich um ein »Verbrechen, zu dem wir nicht schweigen können.«

Al-Arouri war als Vizeleiter des Politbüros der Hamas der zweithöchste Anführer der islamistischen Palästinenserorganisation im Ausland. Er war am Dienstagabend bei einer Explosion ums Leben gekommen. Israel hat sich bislang nicht öffentlich zu der Attacke bekannt. US-Sicherheitsbeamte hatten Medienberichten zufolge jedoch erklärt, Israel trage die Verantwortung für den Angriff.

Nasrallah nutzte seine Rede außerdem für weitere Drohungen gegen Israel. Falls Israel einen Krieg gegen den Libanon beginnen wolle, werde es für die Kämpfer der Hisbollah keine Beschränkungen und »keine Regeln« geben, sagte Nasrallah. Wer an einen Krieg mit der Hisbollah denke, werde das bereuen.

Nasrallah will sich am Freitag weiter äußern

Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah im Libanon, hatte seine Ansprache schon vor al-Arouris Tod geplant. Anlass ist der vierte Jahrestag der Tötung des mächtigen iranischen Generals Qasem Soleimani, der 2020 im Irak von den USA durch einen Drohnenangriff getötet wurde. Bei den Gedenkfeierlichkeiten in Iran haben sich an diesem Mittwoch zwei Explosionen ereignet, bei denen mehr als hundert Menschen ums Leben kamen.

Vor dem Hintergrund der Tötung al-Arouris war die Rede Nasrallahs mit Spannung erwartet worden. Es gibt Sorgen, dass es zu einer weiteren Eskalation des Konflikts mit Israel kommen könnte. Nasrallah kündigte an, sich am Freitag erneut an die Öffentlichkeit zu wenden. »Bestimmte aktuelle Themen werde ich am Freitag statt heute Abend besprechen«, sagte er.

Seit Beginn des Gazakriegs am 7. Oktober gibt es an der libanesisch-israelischen Grenze immer wieder gegenseitigen Beschuss zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär. Dabei gab es auf beiden Seiten Tote.

Die Hisbollah hat Vertreter im libanesischen Parlament und sogar in der geschäftsführenden Regierung des krisengeschüttelten Staates. Die proiranische Miliz gilt als am besten bewaffneter nicht staatlicher Akteur der Welt – als »Miliz, ausgebildet wie eine Armee und ausgerüstet wie ein Staat«, heißt es bei der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies. Nach eigenen Angaben verfügt die Organisation über 100.000 Kämpfer. Zudem stellen die Raketen im Arsenal der Hisbollah eine Bedrohung für Israel dar.

Wegen der Zuspitzung der Lage an der israelisch-libanesischen Grenze forderte das Auswärtige Amt deutsche Staatsangehörige nun auf, den Libanon so schnell wie möglich zu verlassen. Deutsche, die sich noch in dem Land aufhalten, sollten sich in der Krisenvorsorgeliste Elefand registrieren und »auf schnellstem Wege« ausreisen, schreibt das Auswärtige Amt auf der Plattform X. »Eine Eskalation an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon ist nicht auszuschließen«, hieß es, nachdem der Krisenstab der Bundesregierung getagt hatte.

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