EIB-Expertin zu Corona-Folgen: »Wir könnten wieder an Infektionskrankheiten wie Scharlach sterben«
Icon: vergrößernApotheke in Markkleeberg, Sachsen: »Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffs zehn Jahre«
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SPIEGEL: Die Europäische Union steht gerade sehr in der Kritik für ihre Rolle bei der Impfstoffbestellung. Können Sie die Unzufriedenheit nachvollziehen?
Felicitas Riedl: Ich will mich an diesen Schuldzuweisungen nicht beteiligen. Hinterher ist man immer schlauer, alle Seiten haben in den letzten Monaten dazugelernt. Ich finde es bedauerlich, dass die positiven Nachrichten in den Hintergrund gerückt sind. Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffs zehn Jahre, jetzt geschah das im Rekordtempo. Trotzdem wurde nicht an der Sicherheit gespart, die Erprobungs- und Zulassungsprozesse fanden diesmal parallel statt und nicht hintereinander.
SPIEGEL: Welche Rolle hat die Europäische Investitionsbank bei diesen Prozessen gespielt?
Riedl: Auch wir als Europäische Investitionsbank haben hierbei einen wichtigen Beitrag geleistet. Wir haben frühzeitig und ganz bewusst einen Portfolioansatz gewählt und verschiedene Impfstofftechnolgien sowie innovative Therapeutika und Diagnostika gefördert. Als erfolgreich hat sich die mRNA-Technologie etwa von Biontech/Pfizer erwiesen, aber auch die von AstraZeneca verwendete vektorbasierte Methode sowie der proteinbasierte Ansatz von Novavax und anderen.

