Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Ehemalige Bundeswehr-Soldaten: Verbandschef will Reservisten systematisch erfassen

April 06
17:47 2024

Politik

Reservisten bei einer Übung in Baden-Württemberg.

Reservisten bei einer Übung in Baden-Württemberg.

Wer Soldat oder Wehrpflichtiger war, wird nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr Reservist. Die sollen nach dem Willen von Verbandschef Sensburg systematisch erfasst werden – und für den Heimatschutz oder die Landes- und Bündnisverteidigung eingeplant werden.

Der Vorsitzende des Reservisten-Verbands, Patrick Sensburg, hat vorgeschlagen, alle ehemaligen Bundeswehrangehörigen systematisch auf ihre Einsetzbarkeit zu überprüfen. Der Oberst der Reserve sagte der "Bild"-Zeitung, es gebe rund 900.000 ehemalige Soldaten beziehungsweise Wehrpflichtige, die den Status Reservist hätten und unter 65 Jahre alt seien.

lange.jpg 04:24 min

Politik 04.04.24 "Langsame Friedensbürokratie" Lange: Müssen Debatte zur Wehrpflicht zu Ende bringen

"Bei ihnen sollten wir sehr zügig den Gesundheitsstatus und die Verfügbarkeit erfassen, um sie im Heimatschutz und der Landes- und Bündnisverteidigung einzuplanen und sie auch Schritt für Schritt wieder üben zu lassen", sagte Sensburg. "Wenn nur die Hälfte gesundheitlich imstande dazu ist, hätten wir schon fast die nötige Zahl an Reservisten, die wir brauchen." Reservisten sind alle ehemaligen Wehrdienstleistenden und länger verpflichteten Soldaten der Bundeswehr. Dazu zählen aber nicht ehemalige Soldaten der DDR-Volksarmee, die nach deren Ende nie in der Bundeswehr gedient haben.

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und jetzige Verbandschef erklärte: "Im Verteidigungsfall brauchen wir die Reservisten für die Sicherung des eigenen Landes und der Infrastruktur, für die logistische Unterstützung der Partnernationen in Deutschland und nicht zuletzt für den Feldersatz der kämpfenden Truppe an der Front." Wenn Deutschland angegriffen und im Krieg sei, "werden wir über eine zweite und dritte Verteidigungswelle nachdenken müssen. Diese werden in erste Linie aus Reservisten bestehen."

52763446.jpg

Politik 04.04.24 Reformen bei der Bundeswehr Pistorius opfert bürokratischen Doppelkopf

Die Bundeswehr hat Probleme, genügend Soldaten zu finden. Ihre Zahl war trotz aller Anstrengungen für mehr Personal zum Ende des vergangenen Jahres auf 181.500 Männer und Frauen gesunken. Erklärtes Ziel ist es, dass die Bundeswehr bis 2031 auf 203.000 Soldaten anwächst. Verteidigungsminister Boris Pistorius prüft derzeit zudem verschiedene Modelle für eine allgemeine Dienstpflicht. Mögliche Vorbilder sind die skandinavischen Staaten.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

Neueste Beiträge

18:36 Kostenschock ohne Gegenmittel: “Politik muss klar sagen: Mit dieser Krise muss jeder selbst umgehen”

0 comment Read Full Article