Dresden: Mehrjährige Haftstrafen für Juwelendiebstahl aus Grünem Gewölbe
Im Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden sind fünf Angeklagte zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Der sechste Angeklagte wurde freigesprochen.
Fast dreieinhalb Jahre nach dem Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe in Dresden ist der Prozess gegen mehrere Tatverdächtige zu Ende gegangen: Wegen des Juwelendiebstahls hat das Landgericht Dresden fünf junge Männer aus dem Berliner Remmo-Clan verurteilt.
Die Richter verhängten Freiheitsstrafen von vier Jahren und vier Monaten bis zu sechs Jahren und drei Monaten. Der sechste Angeklagte wurde freigesprochen, weil er ein Alibi für die Tatnacht hatte.
Fünf der sechs Angeklagten – Brüder oder Cousins aus dem bekannten Remmo-Clan – hatten im Januar nach langem Schweigen zugegeben, an dem Coup oder dessen Vorbereitung beteiligt gewesen zu sein, und Reue gezeigt. Die Bereitschaft dazu resultierte aus einer Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht. Zuvor war der Großteil der Beute kurz vor Weihnachten 2022 zurückgegeben worden, allerdings teilweise beschädigt .
21 Schmuckstücke erbeutet
Dem umstrittenen »Deal« hatten vier Beschuldigte zugestimmt, die sich danach über ihre Anwälte zu ihrem Tatbeitrag erklärten. Auch ein weiterer Angeklagter gestand, aber nur die Besorgung von Gegenständen wie den Äxten, mit denen Löcher in die Museumsvitrine geschlagen wurden. Für sie hatte die Verteidigung Strafmilderung wegen Aufklärungshilfe verlangt und darauf verwiesen, dass mangelnde Sicherheit des Museums die Tatausführung »zumindest begünstigte«.
Der Kunstdiebstahl aus Sachsens Schatzkammermuseum am 25. November 2019 gilt als einer der spektakulärsten in Deutschland. Die Täter erbeuteten 21 Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von 116,8 Millionen Euro und verursachten mehr als eine Million Euro Schaden. Sie hatten einen Stromverteilerkasten in der Altstadt sowie in der Tiefgarage eines Wohnhauses ein Fluchtauto in Brand gesetzt, um Spuren zu verwischen.
Der Freistaat hatte vor Gericht Schadensersatz in Höhe von fast 89 Millionen Euro geltend gemacht – für die zurückgegebenen, teils beschädigten und die noch fehlenden Schmuckstücke sowie für Reparaturen etwa der zerstörten Vitrinen und am Museumsgebäude.
Die ausgesprochenen Haftstrafen lauteten nun auf sechs Jahre und drei Monate, sechs Jahre und zwei Monate sowie fünf Jahre und zehn Monate. Bei den Jugendstrafen waren es fünf Jahre sowie vier Jahre und vier Monate. Die Urteile ergingen unter anderem wegen Diebstahls mit Waffen, besonders schwerer Brandstiftung und schwerer Körperverletzung.
Die Staatsanwaltschaft hatte für zwei Angeklagte sechs Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe und für einen weiteren fünf Jahre und zehn Monate Haft gefordert. Für zwei weitere Angeklagte wurden jeweils Jugendstrafen von sechs Jahren beziehungsweise viereinhalb Jahren beantragt. Aus Sicht der Ankläger gingen die Täter »mit erheblicher krimineller Energie und Rücksichtslosigkeit vor«.
Die Angeklagten waren nach und nach bei Razzien in Berlin gefasst worden. Fünf sind in Untersuchungshaft, einer von ihnen und ein 25-Jähriger verbüßen zudem noch ihre Jugendstrafe für den Diebstahl der Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum 2017.

