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Donald Trump verbreitet Verschwörungstheorie über Amtsanrecht von Kamala Harris

Donald Trump (am 10. August): "Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt" Icon: vergrößern

Donald Trump (am 10. August): "Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt"

Foto: KEVIN LAMARQUE/ REUTERS

Es hat keine zwei Tage gedauert, bis die rassistisch geprägten Spekulationen über Kamala Harris auch das Weiße Haus erreichten. US-Präsident Donald Trump hat nun offen infrage gestellt, ob die oppositionelle Vizepräsidentschaftskandidatin als Tochter von Einwanderern die zweithöchste Position im Staat besetzen darf.

Bei einer Pressekonferenz auf eine entsprechende Verschwörungstheorie angesprochen, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus, er habe "gehört, dass sie nicht die Anforderungen erfüllt".

"Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt", führte der Präsident aus. Er hätte erwartet, dass die oppositionellen Demokraten "das überprüfen, bevor sie (Harris) als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten ausgewählt wird."

Das haben die Demokraten selbstverständlich getan und die Rechtslage ist mehr als eindeutig: Harris wurde 1964 im Bundesstaat Kalifornien als Tochter von Einwanderern aus Jamaika und Indien geboren. Die Senatorin ist damit US-Bürgerin und darf Vizepräsidentin werden.

Das hielt Trump jedoch nicht davon ab, entsprechende Spekulationen auf höchstem Level weiterzuverbreiten. Immerhin kommen derartige Anspielungen bei bestimmten republikanischen Wählerschichten an.

Die Frage sei "sehr ernst", er werde sich das "anschauen", so Trump. Einen Anwalt, der die Theorie zu Harris verbreitet hatte, bezeichnete der Präsident als "hoch qualifizierten, sehr talentierten" Juristen.

Jahrelang hat sich Trump an Obamas Herkunft abgearbeitet

Überraschend kommt diese Strategie des Amtsinhabers nicht. Trump war in der Vergangenheit bereits einer der Hauptverfechter der "Birther"-Theorie, die in rechten Kreisen weitverbreitet war.

Laut dieser mit rassistischen Untertönen durchzogenen, haltlosen Theorie wurde der frühere Präsident Barack Obama nicht in den USA geboren und hätte damit nicht Präsident werden dürfen. Trump und andere forderten vehement eine Veröffentlichung von Obamas Geburtsurkunde – einer Forderung, die der im US-Bundesstaat Hawaii geborene Präsident schließlich nachkam.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hatte Harris am Dienstag als Vize-Kandidatin vorgestellt. Biden und die schwarze Senatorin ziehen damit gemeinsam in den Wahlkampf gegen Trump, der sich bei der Wahl am 3. November um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Icon: Der Spiegel