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Die Grünen: Schlingerkurs im Corona-Wahlkampf

February 20
23:36 2021
Grünenvorsitzende Baerbock: Elf Finger zeigen auf sie Icon: vergrößern

Grünenvorsitzende Baerbock: Elf Finger zeigen auf sie

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Niels Starnick / Bild am Sonntag

Am vergangenen Sonntagabend prangerte Grünenchefin Annalena Baerbock in der Talkrunde »Anne Will« die Lage der Kinder in der Pandemie an. Sie erzählte von Jugendamtsmitarbeitern mit Tränen in den Augen, die von verlorenen Schützlingen berichteten, um die sich die Politik zu wenig kümmere. »Jedes dritte Kind hat psychische Folgen. Und dann folgt einfach nichts«, schimpfte Baerbock.

Vizekanzler Olaf Scholz, der ihr gegenübersaß, und CSU-Chef Markus Söder, der zugeschaltet war, sahen sich mit einer Oppositionsführerin konfrontiert, die ihnen in schneller Folge Fehler und Versäumnisse vorhielt: zu wenige Schnelltests, zu wenige Luftfilter, zu wenig Impfstoff.

Was entgegnet man da?

Die beste Antwort liefert Baerbock selbst: »Wir haben ja am Anfang diese Maßnahmen auch alle sehr umfassend in den elf Bundesländern, aber auch wir in der Bundestagsfraktion, breit mitgetragen.« Wenn die Grünenchefin auf die Bundesregierung zeigt, zeigen quasi elf Finger auf sie zurück.

Kanzlerpartei im Wartestand und reale Regierungspartei in elf Ländern, Kritiker und Entscheider – in der Pandemie versuchen die Grünen, alles zugleich zu sein. Linke und FDP haben ein ähnliches Problem, aber sie werden im Bundestagswahlkampf weder aufs Kanzleramt zielen, noch sitzen sie in vergleichbar vielen Landesregierungen. Deshalb tun sich die Grünen besonders schwer, ihre Rolle zu finden. Was sie im Bund fordern, unterlassen die eigenen Leute mitunter in den Ländern.

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