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Coronavirus: Ständige Impfkommission empfiehlt AstraZeneca-Vakzin nur für unter 65-Jährige

January 28
16:28 2021
Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff in Großbritannien Icon: vergrößern

Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff in Großbritannien

Foto: POOL / REUTERS

Der AstraZeneca-Impfstoff soll nach einer Empfehlung der deutschen Impfkommission im Gegensatz zu den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden. In der Empfehlung der Ständigen-Impfkommission des Robert Koch-Instituts heißt es, das AstraZeneca-Präparat solle nur Personen angeboten werden, die 18 bis 64 Jahre alt seien.

Die Stiko begründete ihre Einschätzung damit, dass zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren »aktuell keine ausreichenden Daten« vorlägen. »Abgesehen von dieser Einschränkung wird dieser Impfstoff ebenfalls als gleichermaßen geeignet angesehen«, hieß es in der Empfehlung.

AstraZeneca hat noch keine EU-Zulassung für seinen Impfstoff, soll diese aber voraussichtlich am Freitag erhalten. Denkbar ist, den Impfstoff zunächst vor allem bei medizinischem Personal einzusetzen, das ebenfalls in der Gruppe mit höchster Priorität steht. Alternativ könnten statt Menschen über 80 vorzeitig Menschen ab 60 die Impfung erhalten.

Eigentlich sieht die Impfstrategie in Deutschland vor, zunächst Menschen zu impfen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben. In dieser Altersgruppe ist das Risiko, nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu sterben, besonders hoch.

In einer Zwischenauswertung hatte AstraZeneca im Fachmagazin »The Lancet« Anfang Dezember 2020 die Daten von 11.636 Probanden veröffentlicht, die entweder mit dem Impfstoff oder einem wirkungslosen Placebo behandelt worden waren. Je nach Impfschema hatte sich dabei eine Wirksamkeit von rund 60 bis 90 Prozent gezeigt. Im Schnitt gab AstraZeneca eine Wirksamkeit von 70 Prozent an.

Allerdings war der Großteil der Probanden in diesen Untersuchungen maximal 55 Jahre alt. Nur eine kleine Untergruppe, etwa acht Prozent, umfasste Menschen zwischen 56 und 69 Jahren. Ein noch kleinerer Anteil der Probanden, knapp vier Prozent, waren Menschen über 70 Jahren.

Neben der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit bei Hochbetagten existiert noch ein weiteres Problem: AstraZeneca hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, wegen Produktionsproblemen in einem Werk in Belgien der EU vorerst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Brüssel kritisiert, dass die Lieferungen an Länder außerhalb der EU wie Großbritannien nicht eingeschränkt werden.

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