Corona: »Risklayer« liefert aktuellere Daten als das Robert-Koch-Institut (RKI)
Icon: vergrößernRKI-Zentrale in Berlin: Verzerrte Statistiken
Foto: Bernd Friedel / imago images
Mit unvollständigen Daten kennt sich James Daniell aus. Als Katastrophenforscher schätzt er die Schäden von Erdbeben, Überschwemmungen oder Hurrikans ab, auch wenn er viele Details nicht kennt.
Seit vergangenem Frühjahr kämpft er mit einem anderen Typus lückenhafter Daten: den Zahlen zur Corona-Pandemie. Von Anfang an wunderte Daniell sich über die Fallzahlen, die das Robert Koch-Institut (RKI) täglich veröffentlichte. Sie waren ganz offensichtlich zu niedrig. Landkreise meldeten auf ihren Websites Dutzende Infektionen, die in den RKI-Daten zunächst nicht auftauchten. Die Fallzahlen waren irgendwo auf dem langen Meldeweg vom Landkreis über die Landesgesundheitsämter bis in die Hauptstadt stecken geblieben.
In Eigeninitiative startete der Australier, der in Deutschland lebt, deshalb ein eigenes Corona-Dashboard auf der Website seiner Firma Risklayer. Unterstützung erhielt er vom »Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology« am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Woche um Woche sammelte der Forscher die Fallzahlen der 401 Kreise und kreisfreien Städte direkt von deren Websites ein. Eine mühsame Handarbeit, damit war er jeden Abend bis weit nach Mitternacht beschäftigt.

