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Corona-Pandemie in Brasilien: Jair Bolsonaro kämpft nicht gegen das Virus

March 09
02:07 2021
Beerdigung von Corona-Opfern in Manaus: Mehr als 250.000 Tote in einem Jahr Icon: vergrößern

Beerdigung von Corona-Opfern in Manaus: Mehr als 250.000 Tote in einem Jahr

Foto: RAPHAEL ALVES / EPA

Das jüngste Wundermittel, mit dem Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro die Covidpandemie bekämpfen will, ist ein Nasenspray. Er werde eine Delegation nach Israel entsenden, wo der Stoff mit dem wissenschaftlichen Namen EXO-CD24 getestet werde, versprach er vergangene Woche abermals im Gespräch mit Anhängern in seiner Residenz in Brasília. Seine Gegner würden »das sicherlich wieder verteufeln«, sagte er voraus.

So ist es immer, wenn der Präsident auf das Virus angesprochen wird, das sein Land wieder einmal wie ein Tsunami überrollt: Er präsentiert ein Medikament, das die Seuche angeblich bekämpft, bevor sie zum Ausbruch kommt. Das Anti-Malariamittel Chloroquin, das Studien zufolge nicht gegen Covid-19 hilft und gefährliche Nebenwirkungen haben kann, pries er unverdrossen an. Auch ein Mittel, das gegen Würmer und Läuse eingesetzt wird, findet sich in der Rezeptesammlung des Doktor Bolsonaro.

Die einzigen Maßnahmen, die nach Ansicht von Experten wirklich gegen die Seuche helfen, lehnt er dagegen vehement ab: eine allgemeine Maskenpflicht und ein radikaler Lockdown. Masken würden bei Kindern Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen verursachen, außerdem beeinträchtigten sie das Glücksgefühl der Kleinen, versicherte er, dabei berief er sich vage auf eine »Universität aus Deutschland«. Und zum Lockdown sagt er einmal: »Das führt zum Scheitern unserer Wirtschaft.«

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