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Corona-News am Sonntag: Sebastian Kurz will Impfstoffe aus Russland und China in Österreich herstellen

February 07
14:06 2021
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz Icon: vergrößern

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz

Foto: Helmut Fohringer / dpa

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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Großbritannien plant keine speziellen Corona-Ausweise

12.00 Uhr: Der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi hat Gerüchten widersprochen, dass die britische Regierung spezielle Ausweise für Corona-Geimpfte plane. Er möchte, »dass sich die Menschen freiwillig impfen lassen und sich nicht durch einen Ausweis gezwungen fühlen würden«. Zuvor hatten Schweden und Dänemark eine zentrale Registrierung mit einem entsprechenden Zertifikat beziehungsweise Ausweis für Geimpfte beschlossen.

Sollte eine Reise ein solches Zertifikat nötig machen, so Zahawi, könne sich jeder Geimpfte ein solches ausstellen lassen.

Lehrer formulieren Bedingungen für Schulöffnungen

11.50 Uhr: Vor dem Shutdown-Gipfel appellieren Lehrerverbände an die Kanzlerin: Schulen dürften nur nach festen Kriterien geöffnet werden und nicht gleichzeitig, überfüllte Busse müssten vermieden und Lehrer möglichst geimpft werden. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Corona-Impfungen im Iran beginnen am Dienstag

11.45 Uhr: Der Iran beginnt am Dienstag mit seinem Impfprogramm gegen das Coronavirus. Zunächst werden Ärzte und Pflegepersonal geimpft, dann folgen Menschen über 65 Jahren, wie Gesundheitsminister Said Nakami nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Isna ankündigte. Anschließend werde es »Schritt für Schritt» weitergehen, bis alle 83 Millionen Iraner geimpft seien. Verwendet wird zunächst der russische Impfstoff Sputnik V, von dem das Land bislang 500 000.Dosen erhalten hat. Der Iran entwickelt aber auch eigene Impfstoffe.

Die Impfungen sollten eigentlich erst Ende Februar oder Anfang März beginnen. Nun startet das Programm einen Tag vor dem 42. Jahrestag der islamischen Revolution von 1979.

Sambodrom in Rio de Janeiro wird Drive-thru-Impfzentrum für Ältere

11.20 Uhr: Das Sambodrom in Rio de Janeiro, in dem im Karneval die berühmten Umzüge der Sambaschulen für Trubel sorgen, hat sich in der Corona-Pandemie in ein Drive-thru-Impfzentrum für Ältere verwandelt. Senioren, die ihren Impftermin verpasst haben, können sich von diesem Wochenende an samstags im Sambodrom gegen das Coronavirus impfen lassen, ohne aus dem Auto auszusteigen, wie das Nachrichtenportal »G1« berichtete. Am Samstag waren die über 90-Jährigen an der Reihe, bis Ende März hofft die Stadtverwaltung Rios, alle über 60-Jährigen geimpft zu haben. Auch der Olympiapark im Stadtteil Barra da Tijuca etwa ist zu einem Impf-Drive-thru geworden.

Brasilien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder und hat erst kürzlich mit Impfungen begonnen. Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas fast 9,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. Zudem sind mehr als 230.000 Patienten in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Robert Habeck: »Pandemie-Impfstoffe sollten öffentliches Gut sein«

11.05 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck mahnt eine weltweite Kraftanstrengung an, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Ein globales Virusgeschehen könne nur global eingedämmt werden, sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur. »Pandemie-Impfstoffe sollten ein öffentliches Gut sein. Nach diesem Maßstab sollte die Bundesregierung handeln; und zwar über die eigene Landesgrenze hinaus.«

Habeck forderte die EU und USA auf, sich gemeinsam für eine stärkere Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einzusetzen, »um einen gemeinsamen Vorstoß zu unternehmen, eine globale Covid-19-Impfstoffkampagne ins Leben zu rufen und zu verstetigen«. Dafür brauche es internationale Kooperationen zwischen Pharmaunternehmen, Lizenzvereinbarungen und eine Stärkung der gesamten Lieferkette. Außerdem sei eine finanzielle Unterstützung der weltweiten Covax-Initiative unter dem Mantel der WHO nötig, um die Impf- und Verteilkapazitäten weltweit hochzufahren, sagte Habeck.

Die Initiative Covax setzt sich dafür ein, dass auch ärmere Länder Impfstoffe gegen das Coronavirus bekommen

CSU-Generalsekretär kritisiert Lockerungen in Österreich und Tschechien

10.40 Uhr: CSU-Generalsekretär Markus Blume kritisiert die Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen in Österreich und Tschechien. Die beiden Länder würden mit ihrer »unverantwortlichen Öffnungspolitik« den Erfolg in Deutschland bei der Eindämmung der Pandemie gefährden, schreibt Blume via Twitter. »Wenn Tschechien und Tirol Mutationsgebiete sind, dann muss man dies auch feststellen und die Grenzen abriegeln«, fordert Blume in seinem Tweet.

AstraZeneca-Vakzine zeigt begrenzte Wirkung gegen Südafrika-Variante

10.35 Uhr: Der AstraZeneca-Impfstoff zeigt neuen Studienergebnissen zufolge wohl lediglich eine recht begrenzte Wirkung gegen die in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante. Die vorläufigen Studiendaten der Universitäten Oxford und Witwatersrand, die das Unternehmen am Montag veröffentlichen will und über die bereits die »Financial Times« berichtete, sollen zeigen, dass die Vakzine bei der Variante B.1.351 wohl weiterhin wirksam gegen schwere Verläufe ist, leichte Erkrankungen aber weniger verhindert. Allerdings ist die Aussagekraft der Daten dem Bericht zufolge begrenzt, da der Großteil der 2000 Probanden der Studie jung und gesund waren.

»Wir glauben, dass unser Impfstoff gegen eine schwere Erkrankung schützen kann, da die Aktivität neutralisierender Antikörper genauso funktioniert wie bei anderen Covid-19-Vakzinen, die gegen schwerere Erkrankungen funktionieren – besonders wenn der Abstand zwischen den beiden Dosen auf acht bis zwölf Wochen optimiert ist«, sagte ein Sprecher von AstraZeneca der »Financial Times«.

Zudem arbeiten AstraZeneca und die Universität Oxford bereits daran, ihren Impfstoff den kursierenden Virusvarianten weiter anzupassen. Für die in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 hatten die Hersteller zuletzt vielversprechende Daten veröffentlicht: Die Vakzine soll gegen diese Variante eine gute Schutzwirkung bieten. Die in Südafrika aufgetauchte Variante B.1.351, die mittlerweile auch in vielen anderen Ländern vorkommt, hatte sich auch in den Tests anderer Impfstoffhersteller als resistenter erwiesen.

Stiko-Mitglied rechnet mit Covid-19-Impfungen für Kinder erst 2022

10.25 Uhr: Einige Hersteller haben damit begonnen, ihre Covid-19-Impfstoffe an Minderjährigen zu testen. Experten erwarten aber frühestens Ende dieses Jahres ihren Einsatz. Der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), Fred Zepp, rechnet »frühestens Ende des Jahres, eher Anfang nächsten Jahres« damit, dass Kinder in Deutschland geimpft werden könnten.

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist derzeit ab 16 Jahre zugelassen. Geplant ist jedoch bereits, die Impfstoffe an Kindern zwischen 0 und 15 Jahren zu testen. AstraZeneca will »in den kommenden Monaten« 6- bis 18-Jährige in seine Studien einbeziehen, wie eine Sprecherin der dpa sagte. Moderna hat schon im Dezember eine Studie mit 3000 Minderjährigen in den USA begonnen.

Studien mit Kindern unter 12 Jahren gehören nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller zu den Auflagen der EMA, die an die Bedingte Zulassungen für Erwachsene geknüpft sind. Spätester Abgabetermin der Ergebnisse sei Juli beziehungsweise Dezember 2024.

Rund 107.000 Neuinfektionen in den USA

10.10 Uhr: In den USA wurden binnen 24 Stunden weitere 107.595 Corona-Infektionen registriert. Damit stieg die Gesamtzahl auf 26,98 Millionen Fälle, wie eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten ergab. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus kletterte um mindestens 2692 auf 462.564.

Debatte über »Impfprivilegien«: »Die Reichen dürfen schon längst mehr«

10.00 Uhr: In Deutschland tobt eine Geisterdebatte über »Impfprivilegien«. Union und SPD erwägen, Unternehmen vorzuschreiben, wen sie zu bedienen haben. Das ist absurd – und verdeckt, was wirklich auf die Welt zukommt. Lesen Sie hier die Kolumne von Christian Stöcker.

Russland meldet rund 16.000 neue Corona-Fälle

09.45 Uhr: In Russland ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus binnen 24 Stunden um 16.048 gestiegen. Wie die russische Behörde mitteilte, liegt die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle damit bei 3,967 Millionen. Die Zahl der offiziell an oder mit dem Virus gestorbenen Menschen erhöhte sich um 432 auf insgesamt 76.661. Russland liegt damit weltweit auf Platz vier hinter den USA, Indien und Brasilien.

Altmaier warnt vor Überbietungswettbewerb bei Lockerungen

09.35 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich gegen vorschnelles Öffnen ausgesprochen: Die Todeszahlen seien noch zu hoch, Mutationen verbreiteten sich. Restaurantbetreiber müssen sich wohl bis Ostern gedulden. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Bürgermeister von Großstädten: Kontaktverfolgung auch bei Inzidenz über 50 möglich

09.14 Uhr: Mehrere Bürgermeister deutscher Großstädte versichern, dass ihre Gesundheitsämter sehr wohl in der Lage seien, auch bei Inzidenzwerten von über 50 Kontakte nachzuverfolgen. In Köln etwa seien die Behörden trotz Werten von über 50 seit Monaten in der Lage, sowohl die positiv Getesteten als auch die Kontaktpersonen »innerhalb von 24 Stunden zu kontaktieren und Quarantäneanordnungen zu verhängen«, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) der »Welt am Sonntag«.

Auch Bremens Stadtoberhaupt Andreas Bovenschulte (SPD) sagte der Zeitung, in seiner Stadt, wo die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zurzeit bei 71,2 liegt, könnten alle Kontakte nachverfolgt werden. Ähnliche Angaben machten laut »Welt am Sonntag« Rathäuser in München, Leipzig und Düsseldorf.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, verwies gegenüber der Zeitung auf die schnelle Einführung von IT-Lösungen in Großstädten: »Die dortigen Lösungen laufen rund und befähigen die Gesundheitsämter dieser Städte schon jetzt, auch bei einer Inzidenz weit über 50 die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Das wird nur in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.« Allerdings können laut Dedy bundesweit nicht alle Ämter bei hohen Inzidenzen so umfassend agieren.

Israel lockert dritten Corona-Lockdown trotz hoher Infektionszahlen

09.08 Uhr: Israel hat trotz anhaltend hoher Infektionszahlen mit Lockerungen seines dritten Corona-Lockdowns begonnen. Beschäftigte, die keinen Kontakt zu Kunden haben, dürfen an ihre Arbeitsplätze zurück. Besuche im privaten Kreis sind wieder erlaubt, ebenso wie Ausflüge in die Natur und Übernachtungen von Kernfamilien in Ferienwohnungen. Kindergärten und Schulen sollen von Dienstag an in eingeschränktem Umfang wieder geöffnet werden. Der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv bleibt jedoch grundsätzlich geschlossen.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land hatte Ende Dezember einen Teil-Lockdown verhängt und vor einem Monat verschärft. Trotz einer massiven Impfkampagne bleiben die Infektionsfälle aber auf hohem Niveau. Auch die Zahl der Schwerkranken ist kaum gesunken. Das Gesundheitssystem liegt nahe der Belastungsgrenze. Mehr als zwei Millionen Menschen haben bereits zwei Dosen gegen das Virus erhalten. Die Regierung macht für die weiterhin hohen Infektionszahlen vor allem eine Mutation verantwortlich. Häufig wurden aber auch Lockdown-Regeln missachtet oder nicht durchgesetzt.

Österreichs Kanzler Kurz: Die kommenden Monate werden extrem heftig

08.55 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz gibt trotz der am Montag beginnenden Lockerungen der Kontaktbeschränkungen noch keine Entwarnung. »Ich gehe davon aus, dass die Situation im Sommer aufgrund der Impfungen deutlich besser sein wird und wir in weiten Bereichen zur Normalität zurückkehren können. Aber ich bin auch sicher, dass die kommenden Monate noch extrem heftig werden«, sagte Kurz der »Welt am Sonntag«. Die Lockerungen nach einem sechswöchigen Lockdown trotzt weiterhin hoher Corona-Fallzahlen begründete Kurz mit der sinkenden Bereitschaft der Bevölkerung mitzumachen. »Sollten die Zahlen demnächst stark ansteigen, müssen wir wieder mit schärferen Maßnahmen reagieren«, sagte Kurz.

»Ärzte sind erster Schutzwall bei Corona-Bekämpfung«

7.45 Uhr: Deutschlands Kassenärzte fordern, dass sie schneller als geplant bei der Corona-Impfung zum Zug kommen. »Diejenigen, die andere jeden Tag behandeln, medizinisch versorgen und schützen, müssen auch selbst geschützt sein«, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen.

»Natürlich muss wegen des knappen Impfstoffes priorisiert werden«, sagte Gassen. »Aber die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen mit ihren Teams gehören unbedingt zum Kreis der vorrangig zu Impfenden.« In der geltenden Impfverordnung zählen Ärzte zur zweiten von drei prioritär zu impfenden Gruppen in Deutschland. Nach einem Entwurf soll auch eine für kommende Woche erwartete Neufassung der Verordnung daran nichts ändern. Noch bis Ende März herum sollen die Impfungen der ersten Gruppe dauern.

KBV-Vize Stephan Hofmeister sagte: »Die Haus- und Fachärzte bilden den ersten Schutzwall bei der Corona-Bekämpfung.« Neun von zehn Covid-Patienten würden ambulant behandelt. Es wäre fatal, wenn die Niedergelassenen diese Aufgabe nicht mehr im erforderlichen Umfang erfüllen könnten, weil sie selbst infiziert werden.

Rückgang der Neuinfektionen setzt sich fort

7.30 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 8.616 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 231 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 11.192 Neuinfektionen und 399 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch auch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 75,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Der vom RKI geschätzte bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag Samstagabend bei 0,95 (Vortag 0,93). Das RKI geht davon aus, dass 100 Infizierte zuletzt rechnerisch 95 weitere Menschen ansteckten, heißt das. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist auf unter 4000 gesunken. Wie aus der Zeitreihe der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht, wurden am Samstag 3958 Covid-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt (Stand 12.17 Uhr). Das waren 108 weniger als am Vortag. Über die Hälfte der Patienten wurde invasiv beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten am 3. Dezember unter 4000, danach war sie bis Anfang Januar auf über 5700 Behandelte gestiegen.

Lauterbach kritisiert Fußball-Europapokal-Spiele

6.40 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der aktuellen Lage während der Corona-Pandemie kein Verständnis für Spiele der Champions League und sieht auch eine mögliche Austragung von Fußball-EM und Olympia »kritisch«. Dieser Wettbewerb setze das »falsche Signal«, sagte Lauterbach in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« mit Blick auf die anstehenden K.o.-Spiele in der Fußball-Königsklasse. »Wir sollen derzeit alle auf Reisen verzichten, diesen Appell hat auch die Bundeskanzlerin gesetzt, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum wir da für einen Profizirkus eine Ausnahme machen sollten.« Die Gefahr, das Virus einzuschleppen, sei gegeben.

Nicht nachvollziehen kann der SPD-Politiker, dass EM und Olympia in einigen Monaten ausgetragen werden sollen. »Im Sommer wird es so sein, dass wir in vielen Plätzen Europas noch große Probleme, noch hohe Fallzahlen, haben werden. Im Sommer steht uns in Deutschland das letzte Gefecht dieser ersten Impfrunde bevor«, sagte Lauterbach und gab mit Blick auf Olympia zu bedenken, dass dort Athleten aus Ländern anreisen, »denen das Schlimmste noch bevorsteht – Afrika oder Lateinamerika«.

An IOC-Präsident Thomas Bach stört Lauterbach, dass der keinen Plan B entwickele. »Er sagt einfach: Wir machen das – und damit setzt er sich über die internationale Notlage hinweg. Diese Haltung ist nicht gerade demütig und passt nicht in die Attitüde, die der Sport vorleben sollte«, erklärte der Politiker, der auch gegen eine Impf-Bevorzugung von Sportlern ist. »Natürlich kann man es trotzdem machen, es wäre allerdings nicht sehr vorbildlich.«

Rückhalt für Lockdown sinkt

6.05 Uhr: Jeder zweite Bürger ist gegen eine Lockerung des Lockdowns. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag sind 37 Prozent für eine Verlängerung der bisherigen Einschränkungen über den 14. Februar hinaus, weitere 13 Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Dagegen sind 30 Prozent für eine Lockerung und 13 Prozent für eine komplette Rückkehr zur Normalität. 7 Prozent machten keine Angaben.

Die Akzeptanz der ergriffenen Maßnahmen schwindet: Anfang Januar – vor der letzten Verlängerung des Lockdowns – waren noch fast zwei Drittel (65 Prozent) für eine Beibehaltung oder Verschärfung der Maßnahmen.

Bei den Wählern der Grünen ist die Akzeptanz der geltenden Einschränkungen am größten. 64 Prozent von ihnen sind für eine Beibehaltung oder Verschärfung. Dahinter folgen die Anhänger von SPD (57 Prozent), CDU/CSU (56) und FDP (51). Nur von den Wählern der Linken (49 Prozent) und der AfD (33) sind weniger als die Hälfte für eine unveränderte Verlängerung oder Verschärfung des Lockdowns.

Icon: Der Spiegel

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