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Corona-News am Sonntag: Peter Altmaier über Verlängerung des Shutdown

January 31
09:46 2021
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Herbstklausur der CDU im September 2020 Icon: vergrößern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Herbstklausur der CDU im September 2020

Foto: Sven Hoppe / dpa

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Altmaier hält Verlängerung des Lockdown auch bei Inzidenzwert unter 50 denkbar

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schließt nicht aus, dass der aktuelle Corona-Lockdown noch einmal verlängert werden muss. »Die aktuelle Entwicklung nährt die Hoffnung, dass wir uns relativ schnell einer Inzidenz von 50 nähern können«, sagte Altmaier der »Welt am Sonntag«. »Die Länge des Lockdowns hängt aber auch davon ab, inwieweit sich neue Mutationen des Coronavirus in Deutschland verbreiten.«

Die geltenden Beschränkungen sind vorerst bis zum 14. Februar befristet. Erklärtes Ziel von Bund und Ländern ist es bisher, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, unter 50 zu drücken.

Ab diesem Wert sollen die Gesundheitsämter wieder in der Lage sein, Infektionsketten vollständig nachzuverfolgen und das Infektionsgeschehen so unter Kontrolle zu bringen. Ob diese Einschätzung aus dem vergangenen Jahr jedoch auch angesichts der neuen, ansteckenderen Virus-Varienten gilt, wird sich noch zeigen müssen.

In den vergangenen Tagen ging der Inzidenzwert langsam zurück. Experten halten es für möglich, dass der Wert rein rechnerisch Mitte Februar bei 50 liegen könnte. Altmaier warnte jedoch, dass man in Großbritannien gesehen habe, dass sich die neue Virus-Variante auch deshalb schnell habe ausbreiten können, weil der dortige Lockdown weniger streng gewesen sei als der aktuell in Deutschland geltende.

Altmaier machte zugleich klar, dass die Europäische Union eine Benachteiligung durch Impfstoffhersteller nicht akzeptieren werde. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe sehr deutlich gemacht, dass alle Firmen ihre Zusagen erfüllen müssten, sagte er. »Sollte sich herausstellen, dass einzelne Unternehmen ihre Verpflichtungen nicht einhalten, muss über rechtliche Konsequenzen entschieden werden«.

RKI meldet 11.192 Neuinfektionen und 399 weitere Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen innerhalb eines Tages 11.192 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Sonntag lag der Wert bei 12.257 gemeldete Neuinfektionen. An Sonntagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen jedoch meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI 2.216 363 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ging leicht zurück auf einen Wert von 90,2, am Samstag hatte sie noch bei knapp 91 gelegen. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Ziel der Bundesregierung ist ein Wert von 50.

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 399 auf insgesamt 56 945. Am Sonntag vor einer Woche waren 349 Fälle gemeldet worden, bei denen Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 56 945.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 0,92 (Vortag 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Kubas Behörden wollen Corona-Maßnahmen verschärfen

21.55 Uhr: Kuba will zur Eindämmung des Coronavirus weitere Maßnahmen ergreifen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sollen Touristen und andere Besucher des Landes sich für mehrere Tage auf eigene Kosten in Isolation begeben, bis sie einen negativen Corona-Test erhalten.

Nach Angaben von Kubas Chef-Epidemiologen Francisco Duran, soll die Quarantäne mindestens fünf Tage dauern. Für Diplomaten und Geschäftsleute soll auch eine Isolation zu Hause möglich sein.

Kuba hatte zuletzt steigende Corona-Fallzahlen registriert, am Freitag wurden 910 Neuinfektionen gemeldet. Bereits zu Monatsbeginn hatte das Land eine aufwendige Teststrategie für Touristen auf den Weg gebracht.

Italien empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur bis 55 Jahre

21.06 Uhr: Die italienische Arzneimittelbehörde empfiehlt den seit Freitag in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca nur für Erwachsene bis zum Alter von 55 Jahren.

In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der EU-Arzneimittelbehörde EMA sei das Vakzin in Italien zwar zugelassen, erklärte die Behörde am Samstag. Menschen über 55 Jahre und besonders anfällige Menschen sollten jedoch bevorzugt mit den auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna geimpft werden.

Zur Begründung erklärte die Behörde laut der Nachrichtenagentur AFP, es bestünden »gewisse Unsicherheiten« über die Wirksamkeit des Mittels bei älteren Menschen, da diese Altersgruppe bei den klinischen Test nur »schlecht vertreten« gewesen sei. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfieht den AstraZeneca-Impfstoff für Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren.

Icon: Der Spiegel

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