Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Corona-News am Samstag: Tirol will Lkw-Verkehr aus Italien drosseln – Verkehrskollaps droht

February 13
23:46 2021
Grenze zwischen Tirol und Österreich: Ab Sonntag wird auf deutscher Seite kontrolliert Icon: vergrößern

Grenze zwischen Tirol und Österreich: Ab Sonntag wird auf deutscher Seite kontrolliert

Foto: DANIEL LIEBL / AFP

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Slowakei protestiert gegen deutsche Einreisebeschränkungen

19.55 Uhr: Der slowakische Außenminister Ivan Korcok hat bei Deutschlands Bundesaußenminister Heiko Maas gegen Reisebeschränkungen für Lastwagenfahrer protestiert. Wie das slowakische Außenministerium auf seiner Internetseite mitteilte, ging es dabei um die Vorschrift, an der Grenze einen höchstens 48 Stunden alten Corona-Test vorzuweisen, um nach Deutschland einreisen zu dürfen.

»Diese Maßnahme wird riesige Probleme verursachen und ist für unsere Lastwagenfahrer in der Praxis kaum erfüllbar«, erklärte Korcok seinem deutschen Amtskollegen nach Angaben seines Ministeriums. Die Slowakei habe deshalb eine diplomatische Note nach Berlin geschickt.

Die Bundesregierung in Berlin hat das EU-Land Slowakei am Freitag ebenso wie zuvor Tschechien und Tirol als Gebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen eingestuft. Damit dürfen Reisende aus der Slowakei von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht mehr nach Deutschland kommen. Lastwagenfahrer gehören zwar zu den Ausnahmen, aber nur, wenn sie die Testbedingung erfüllen oder eine Quarantäne antreten.

Die Slowakei befürchtet, dass andere EU-Länder dem deutschen Beispiel folgen könnten. »Unsere Volkswirtschaften sind eng miteinander verbunden (…), deshalb fordere ich, dass wir innerhalb der EU Schritte vermeiden, die zu reziproken Maßnahmen und weiteren Störungen des Binnenmarktes führen könnten«, warnte Korcok.

In den vergangenen Monaten war die Zahl der Corona-Infektionen und Toten im Zusammenhang mit dem Virus gemessen an der Zahl der Einwohner hoch. Die sogenannte britische Variante B.1.1.7 ist inzwischen der dominierende Typ des Coronavirus im Land.

Kretschmer verteidigt Kontrollen an tschechischer Grenze

18.45 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die ab Sonntag geltenden Grenzkontrollen bei der Einreise aus Tschechien verteidigt. »Uns bleibt nichts anderes übrig«, sagte er am Rande einer Veranstaltung zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Der Kampf gegen die Pandemie mache an einer Grenze nicht halt. Bislang sei die sächsische Linie gewesen, Regionen auf der anderen Seite der Grenze genauso zu behandeln, als wären sie ein Landkreis in Sachsen oder Deutschland.

In der tschechischen Region Eger liege die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 1100, sagte er. Bei einer solchen Inzidenz hätte man in Sachsen sehr klare Regelungen wie Ausgangssperren und die Schließung von Geschäften veranlasst, so Kretschmer. »Wenn das jetzt auf tschechischer Seite anders ist, dann müssen wir uns auch anders schützen. Bis jetzt, in den letzten Wochen, haben wir ein gemeinsames Verständnis gehabt. Das scheint jetzt gerade in der Tschechischen Republik anders zu sein«, sagte Kretschmer.

Man könne nicht zulassen, dass auf der einen Seite der Grenze Schulen und viele Geschäfte geschlossen seien, eine große Einschränkung des Lebens stattfinde, und auf der anderen Seite die »Party« beginne. Kretschmer warnte vor der britischen Virus-Mutation: »Wir haben eine extreme Bedrohung.«

Festnahme und zwei Dutzend Geldstrafen nach Boot-Party in London

17.58 Uhr: In London hat die Polizei eine illegale Party auf einem Boot mit etwa 30 Menschen aufgelöst. Wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln wurde der mutmaßliche Veranstalter, ein 31-jähriger Mann festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Ihm droht zudem eine Geldstrafe von 10.000 Pfund (11.420 Euro). 26 Gäste müssen je 800 Pfund Strafe zahlen. In England gilt wegen der Corona-Pandemie ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Treffen von Mitgliedern mehrerer Haushalte sind verboten.

Es habe mehrere Beschwerden über laute Musik im Nordostlondoner Gebiet Hackney Marshes gegeben, teilte die Polizei mit. Darauf hätten Beamte am frühen Morgen auf das Boot auf dem Fluss Lea übergesetzt. Dort stellten sie unter anderem Musikausrüstung sicher.

Ein Gast zum 108. Geburtstag – Oma Mina muss auf Party verzichten

17.39 Uhr: Mina Hehn, eine Schwäbin wie sie im Buche steht, hat an diesem Samstag ihren 108. Geburtstag gefeiert – natürlich Corona-konform. Zur Feier des Tages gab es Fasnachtsküchle, gebacken von ihrer Tochter (82), dem einzigen echten Gast im Stuttgarter Pflegeheim. Ihr Geheimnis für das hohe Alter und ihre geistige Fitness? »Ich kann gut verzichten«, sagt sie im ersten Interview ihres Lebens. Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Schokolade, dafür viel Arbeit und Spazierengehen. Ihre Enkel sagten, von der Selbstdisziplin der Oma könne man sich eine Scheibe abschneiden. Sie sei eben eine echte Schwäbin, sagt Mina: »Zuerst muss man schaffen und wenn Geld da ist, dann kann man es zusammenhalten.«

Wer sich mit der alten Dame unterhält, der kommt unweigerlich ins Kopfrechnen. Sie war schon fünf Jahre alt, als die Spanische Grippe sich 1918 ausbreitete. Und jetzt also zum Ende ihres langen Lebens die nächste Epidemie. Enkel und Urenkel konnten immerhin auf der Terrasse, das zum Zimmer im Pflegeheim gehört, einen Blick auf das »Geburtstagskind« erhaschen. Die alte Dame hat es so lange es ging herausgezögert, in ein Heim zu ziehen. Noch mit 105 hat sie sich in den eigenen vier Wänden größtenteils selbst versorgt. Ob sie Angst vor dem Sterben hat: »A bissle, schon. Das ist etwas Ungewisses. Aber mal abwarten, ich sag's Ihnen dann.«

EU-Kommissionspräsidentin bedingt für EU-Impfbescheinigung

17.20 Uhr: Die EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hat sich grundsätzlich für die Einführung einer EU-Bescheinigung einer Corona-Impfung ausgesprochen. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert dies seit Wochen, damit Reisen ohne Einschränkungen stattfinden können.

»Ich begrüße die Initiative des griechischen Ministerpräsidenten«, sagte von der Leyen der Athener Zeitung »Ta Nea«. Was allerdings noch beschlossen werden müsste, sind eine europaweite Regelung und wie die Reisen stattfinden können. Dies wird nach den Worten der EU-Kommissionspräsidentin aber erst dann zur Debatte stehen, wenn große Teile der Bevölkerung geimpft seien.

Unterdessen machen Israel und Griechenland die ersten Schritte, um Geimpften freie Reisen zwischen den beiden Mittelmeerstaaten zu ermöglichen, ohne auf die Entscheidungen der EU zu warten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte bei einer Pressekonferenz mit seinem griechischen Kollegen Kyriakos Mitsotakis vergangenen Montag gesagt, Reisen zwischen Israel und Griechenland sollten ohne Quarantäne möglich sein. In Kreisen des Athener Tourismusministeriums erwartet man eine solche Vereinbarung mit Israel für Ende März. Auch Zypern will da mitmachen. Für alle drei Staaten ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsbereich.

In der EU wird kontrovers über eine Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung diskutiert. Die offizielle Debatte über mit dem »Impfpass« verbundene Vorteile wurde im Januar vertagt. Ungeklärt ist noch, ob von bereits geimpften Menschen weiter eine Ansteckungsgefahr ausgehen kann.

Hochzeitsplaner fürchten wegen Krise um Saison 2021

16.58 Uhr: Professionelle Hochzeitsplaner in Deutschland fürchten angesichts der Corona-Pandemie um ihre kommende Saison. »Die Brautpaare sind extrem verunsichert«, sagte die Sprecherin des Vereins »Bund deutscher Hochzeitsplaner«, Svenja Schirk, der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Diese Sorge mache sich bei den Terminen für die Hochzeitsfeiern bemerkbar: »Es gab sehr viele Umbuchungen von 2020 auf 2021. Diese Paare buchen nun auf 2022 um.«

Für Hochzeitsplaner sei das häufig keine Alternative. »Ich bin zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Hochzeiten zu verschieben ist daher sehr schwierig«, sagte Schirk. Einige Paare stornierten ihre Feier komplett und gingen stattdessen nur zum Standesamt.

Für die Hochzeitsplaner sei die wirtschaftliche Situation sehr schwierig: »Viele Hilfen decken nur laufende Fixkosten ab, die Solo-Selbstständige nicht haben. Dann bleibt nur noch Hartz IV.«

Wer in diesem Jahr dennoch heiraten möchte, dem riet Schirk: »Paare sollten im engsten Kreis planen, möglichst draußen feiern und flexibel sein.«

Bundesinstitut hofft auf Zulassung von Corona-Selbsttests im März

16.44 Uhr: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hofft darauf, noch im März Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch zuzulassen. »Aktuell gehen wir auf Basis der bislang vorliegenden Antragsunterlagen davon aus, dass wir die ersten Sonderzulassungen Anfang März erteilen können«, sagte ein Sprecher der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Demnach gibt es Anträge für bis zu 30 verschiedene Produkte, mit denen sich jeder binnen einer Viertelstunde selbst testen kann.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Freitag vorsichtig zu solchen Tests geäußert. Die Politik ermögliche den Einsatz dieser Tests, aber für eine Zulassung komme es auf die Qualität an, sagte er. Denn wenn sie viele falsch negativen Ergebnisse liefern sollten, »dann steckt darin auch ein Risiko«. Infizierte Menschen könnten in der Annahme, nicht infiziert zu sein, andere anstecken.

Nach einer möglichen Zulassung stünden laut Spahn Bund-Länder-Gespräche dazu an, wie die Tests in die Strategien aufgenommen werden sollten. Noch sei auch der Preis offen – und inwieweit der Bund den Kauf eventuell mitunterstützt.

Die bisherigen Schnelltests verlangen einen Abstrich mit einem langen Stäbchen tief in der Nase oder im Rachen. Sie sollen nur von geschultem Personal gemacht werden – auch, weil der tiefe Abstrich für viele unangenehm ist. Bei den Selbsttests sind verschiedene Produkte im Gespräch, beispielsweise Gurgel- und Spucktests.

Nach Ansicht von Wissenschaftlern könnten zuverlässige Schnelltests für den Hausgebrauch eine große Rolle bei der Rückkehr zu einem normalen Alltag spielen, wie die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« berichtete. Unter strengen Bedingungen sei so etwa die Öffnung von Restaurants denkbar.

Industrie warnt vor Engpässen durch Corona-Grenzkontrollen

16.23 Uhr: Die deutsche Industrie hat angesichts der ab Sonntag geltenden Kontrollen und der Corona-Testpflicht an mehreren Grenzen vor einem Zusammenbruch der europäischen Lieferketten gewarnt. »Absehbar sind Engpässe bei ausländischem Fahrpersonal in Deutschland, erhebliche Verzögerungen beim Grenzübertritt und weiträumige Ausweichverkehre«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang. »Manche Transporte werden ganz wegfallen, etwa weil Personal fehlt.«

Nach der Ausbreitung neuer Virusvarianten hat Deutschland die Regeln für die Einreise aus EU-Staaten erneut verschärft und teilweise auch Kontrollen an der Grenze angeordnet. Ab Sonntag dürfen aus Tschechien und weiten Teilen von Tirol in Österreich nur noch Deutsche, Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte und Gesundheitspersonal einreisen. Um das Verbot durchzusetzen, bereitet sich die Bundespolizei auf stationäre Grenzkontrollen vor.

Einreisen nach Deutschland sollen für wenige Ausnahmen möglich sein, darunter für »Personal im Gütertransport und sonstiges erforderliches Transportpersonal« – etwa Post-, Fracht- oder Leertransporte. Durch die Einstufung fallen den Angaben zufolge die zuvor gültigen Ausnahmeprivilegien für Transportmitarbeiter weg, sodass diese jetzt – wie jeder normale Einreisende auch – ein negatives Testergebnis bei der Einreise mit sich führen müssen. Für Transportmitarbeiter gelte also keine Ausnahme mehr von der Anmelde- und Testpflicht, hieß es. Dies betreffe auch Transporteure, die die genannten Gebiete nur im Transit durchfahren, um Waren nach Deutschland zu befördern. Die Bundesregierung stufte auch das EU-Land Slowakei als Gebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen ein.

Live statt Online – Niederlande proben coronasichere Veranstaltungen

15.40 Uhr: Hunderte Menschen in einem Saal oder Stadion – und das trotz Corona? Ob und wie das funktionieren könnte, soll jetzt in den Niederlanden erprobt werden. Zunächst kommen dafür am Montag im Beatrix-Theater in Utrecht rund 500 Teilnehmer zu einer Fachtagung zusammen. In der folgenden Woche stehe dort dann eine Kabarettshow mit Publikum auf dem Programm, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Auch Fußballspiele mit jeweils 1500 Zuschauern sowie Shows im Amsterdamer Ziggo Dome und Freiluftveranstaltungen in einem Ferienpark seien vorgesehen – jeweils mit umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen.

Darauf haben sich die Veranstaltungsbranche, das Gesundheitsministerium, weitere Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen der Niederlande im Rahmen der Initiative Fieldlab Events verständigt. Ziel sei es, Corona-sichere und vertrauenswürdige Konzepte für Veranstaltungen mit Publikum zu entwickeln.

Alle Beteiligten müssen über einen maximal 48 Stunden alten Corona-Negativtest verfügen. Bei der Ankunft werden sie zu möglichen Symptomen befragt und es wird Fieber gemessen. Bei Verdachtsmomenten werden Schnelltests vorgenommen. Jeder Teilnehmer wird verpflichtet, sich fünf Tage danach einem weiteren Coronatest zu unterziehen.

Zudem müssen alle während der Veranstaltung einen Bewegungssensor bei sich tragen, damit nachverfolgt werden kann, wo sie sich in der Zeit aufgehalten haben. Zu dem Feldversuch gehört auch, dass einige Zuschauer Masken tragen und andere Gesichtsschutzschirme. Die ermittelten Daten werden von mehreren Forschungseinrichtungen ausgewertet.

Virusstamm bei polnischem Nerz kann auf den Menschen übertragen werden

15.19 Uhr: Ein Stamm des Coronavirus, der auf einer Farm für Nerze in Polen entdeckt wurde, kann auf den Menschen übertragen werden und umgekehrt. Das teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Das Virus wurde Ende letzten Monats bei einem Nerz im Landkreis Kartuzy gefunden. Dies war laut Angaben von Landwirtschaftsbeamten der erste derartige Fall in Polen, der in einer Branche mit über 350 landwirtschaftlichen Betrieben im Land die Befürchtung kostspieliger Keulungen aufkommen ließ. »Daten der obersten Sanitärinspektion und die Erfahrungen des letzten Jahres in Dänemark und den Niederlanden zeigen deutlich, dass sich dieses Virus auch in Polen vom Nerz auf den Menschen und umgekehrt ausbreiten kann«, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums.

In Dänemark mussten Anfang November 2020 rund 17 Millionen Nerzen, getötet werden, nachdem Hunderte von Farmen Coronavirus-Ausbrüche erlitten hatten und die Behörden unter den Menschen mutierte Virusstämme fanden. Im August beschlossen die Niederlande, die Schließung von mehr als 100 Nerzfarmen anzuordnen, nachdem mehrere Mitarbeiter an dem Coronavirus erkrankt waren.

Iranischer Präsident warnt Bevölkerung vor vierter Welle

14.54 Uhr: Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat vor einer vierten Corona-Infektionswelle in seinem Land gewarnt. »Dies ist eine Warnung an uns alle«, sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Rede mit Blick auf derzeit stark steigende Ansteckungszahlen. Insbesondere verwies Ruhani auf die südwestliche Provinz Chusestan, in der einzelne Städte zu »roten« Zonen erklärt worden seien – der höchsten Corona-Warnstufe in Iran.

Ruhani mahnte die Menschen zur Umsicht. In Iran starben seit Pandemiebeginn bereits fast 59.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Insgesamt wurden mehr als 1,5 Millionen Infektionsfälle nachgewiesen.

Iran hatte am Dienstag mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Wie der Sprecher des Gesundheitsministers, Kianusch Dschahanpur, mitteilte, erreichten das Land am Freitag 100.000 weitere Dosen des russischen Corona-Vakzins Sputnik V. Insgesamt wurden laut Dschahanpur zwei Millionen Dosen Sputnik V bestellt. Nach Angaben von Gesundheitsminister Saeed Namai soll das Land zudem im Rahmen des Covax-Programms 4,2 Millionen Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca bekommen.

Lauterbach kritisiert Spielverlegungen: »Verzerrter Wettbewerb«

14.47 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht die augenscheinliche Sonderrolle des Fußballs in Zeiten von Pandemie, Lockdown und Einreisebeschränkungen höchst kritisch. Bezüglich der Flugreise des mit dem Coronavirus infizierten Bayern-Stars Thomas Müller von der Klub-WM in Katar nach München sagte der 57-Jährige bei Sport1: »Normalerweise wäre eine Reise mit bekannter Infektion natürlich undenkbar.«

Müller war am Freitagabend und damit nur einen Tag nach seinem positiven Coronatest mit einer Ambulanz-Maschine von Doha nach Deutschland gebracht worden. Der Weltmeister von 2014 darf damit den Großteil seiner Quarantäne in seinem Zuhause absolvieren.

Dass Müllers Mitspieler am Donnerstagabend das Endspiel gegen UANL Tigres (1:0) bestritten, ist für Lauterbach als »Signal verheerend«. Gleichwohl räumte der Mediziner ein: »Wenn PCR-Tests kurz vor dem Spiel gemacht wurden, ist das Risiko gering.«

Keinerlei Verständnis hat der Politiker hingegen für die Verlegung zahlreicher anstehender Europacupspiele in Drittländer, um Einreisebeschränkungen zu umgehen. »Den Bürgern raten wir zu Recht von jeder unnötigen Reise ins Ausland ab, und der internationale Fußball setzt sich über diese Regeln einfach hinweg. Die Bürger wollen nicht, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, nur weil es um Millioneneinnahmen durch Fernsehübertragungen geht«, betonte Lauterbach.

RB Leipzig etwa empfängt am Dienstag den FC Liverpool in Budapest, eine Woche später tragen in Ungarns Hauptstadt auch Borussia Mönchengladbach und Manchester City ihr Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League aus.

»Niemand weiß genau, wie die Infektionslage in Ungarn wirklich ist«, merkte Lauterbach an, »und dass Spieler aus Großbritannien ausreisen dürfen für ein solches Spiel, ist auch falsch. Es ist ein verzerrter Wettbewerb, der zur Pandemie-Müdigkeit beiträgt, weil er die Glaubwürdigkeit unserer Regeln infrage stellt.«

Den Vorstoß von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, wonach geimpfte Fußballstars »als Vorbild einen gesellschaftlichen Beitrag leisten« könnten, bewertet Lauterbach als »Vorwand«, um »die Privilegierung der Spieler zu rechtfertigen«. Rummenigges Worte seien »höhnisch, jeder weiß doch, dass die Impfbereitschaft hoch ist und der Impfstoff fehlt«.

Britischer Minister hofft: Leben mit Corona wie mit der Grippe

14.06 Uhr: Auch wegen des Impfprogramms hofft der britische Gesundheitsminister Matt Hancock auf eine Einhegung des Coronavirus. »Ich hoffe, dass Covid bis Ende des Jahres zu einer behandelbaren Krankheit geworden ist, zu einer weiteren Krankheit, mit der wir leben müssen«, twitterte Hancock.

Er lobte den Fortschritt bei der Massenimpfung. »Dies ist unser Weg in die Freiheit«, betonte der Minister. Dem »Daily Telegraph« sagte er: »Wenn Covid-19 zu etwas wie die Grippe wird, wir also unser normales Leben führen und mit Impfungen und Behandlungen Abhilfe geschaffen werden kann, können wir wieder weitermachen wie bisher.«

Wissenschaftler wiesen aber darauf hin, dass das Coronavirus gefährlicher und ansteckender sei. »Es ist keine Grippeart«, sagte die Virologin Sarah Pitt von der Universität Brighton der BBC. »Es ist nicht die gleiche Art von Virus. Es verursacht nicht die gleiche Art von Krankheit, es ist sehr, sehr böse.«

Bis einschließlich Donnerstag hatten offiziellen Angaben zufolge mehr als 14 Millionen Erwachsene im Vereinigten Königreich eine erste Dosis gegen das Coronavirus erhalten, das ist etwa jeder vierte. Damit scheint ein erstes Etappenziel der Regierung zum Greifen nahe: Spätestens bis diesen Montag sollen insgesamt 15 Millionen Menschen aus den am stärksten gefährdeten Gruppen geimpft sein. Am Wochenende forderten zahlreiche Regierungsmitglieder alle über 70-Jährigen sowie Gesundheits- und Pflegepersonal dazu auf, sich impfen zu lassen.

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Nach offiziellen Angaben sind bisher mehr als 115 000 Menschen mit oder an Covid-19 gestorben.

SPD-Fraktionschef pocht auf Sonderurlaub für Eltern

13.49 Uhr: Die SPD will zusätzliche Urlaubstage für Eltern, die wegen der Corona-Pandemie besonders belastet sind. »Die Grenzen der Mehrfachbelastung durch Homeoffice und Homeschooling sind überschritten«, sagte Fraktionschef Rolf Mützenich den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er ließ offen, wie viele Extra-Urlaubstage den Eltern zugestanden werden sollen. »Es sollte schon eine nennenswerte Zahl sein«, sagte Mützenich lediglich. »Es ist Eltern nicht zuzumuten, jetzt den Jahresurlaub zur Betreuung der Kinder zu nehmen, der dann in den Sommerferien fehlt.«

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Dezember mit den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, dass Eltern zusätzliche Möglichkeiten für bezahlten Urlaub zur Betreuung ihrer Kinder bekommen sollten. Letztlich wurden dann zehn zusätzliche Kinderkrankentage für Arbeitnehmer eingeführt.

Das sei aber nur ein Kompromiss gewesen und reiche angesichts der Lockdown-Verlängerung nicht mehr aus, sagte Mützenich. Schulen und Kitas würden absehbar nur schrittweise geöffnet, die Belastung für Eltern im Homeoffice bleibe damit hoch. Hier seien nicht nur die Kanzlerin, sondern auch der neue CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie Bayerns Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder (CSU) gefordert. CDU und CSU dürften nicht länger die Interessen der Arbeitgeberlobby über die Familien stellen.

Neue Fälle der Südafrika-Mutante im Landkreis Landsberg am Lech

13.32 Uhr: Im Landkreis Landsberg am Lech hat sich die südafrikanische Variante des Coronavirus weiter ausgebreitet. Fünf weitere Fälle der Sars-CoV-2 Virusvariante B.1.351 seien vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigte worden, teilte das Landratsamt mit. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl auf 18. Auch drei weitere Ansteckungen mit der britischen Variante wurden demnach bestätigt, hier stieg die Zahl auf sechs.

Bei den nun bestätigten Südafrika-Varianten handele es sich Fälle aus einer Gemeinschaftsunterkunft sowie einer Seniorenwohngemeinschaft mit Heimcharakter. Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft seien inzwischen alle aus der Quarantäne entlassen werden, bei den Bewohnern und Mitarbeitern der Seniorenwohngemeinschaft ende die Quarantäne in der nächsten Woche, allerdings nur dann, wenn nach negativem Test und wenn die Betroffenen symptomfrei seien.

Die neuen Fälle der britischen Variante B.1.1.7 seien »im Umfeld eines Großbetriebs« nachgewiesen worden. »Das Gesundheitsamt Landsberg ist optimistisch, dass alle bisherig bekannten Infektionsketten mit SARS-CoV-2 Varianten im Landkreis erfolgreich unterbrochen werden konnten, so dass es aus heutiger Sicht zu keinen weiteren Ansteckungen aus diesen Ausbruchsgeschehen gekommen sein dürfte«, unterstrich ein Sprecher.

Saarland plant im Lockdown Werbeverbot für bestimmte Produkte

13.11 Uhr: Das Saarland will in der Zeit des Corona-Lockdowns ein Werbeverbot für Produkte einführen, die nicht dem täglichen Bedarf oder der Grundversorgung dienen. Es solle für alle Handelsbetriebe gelten, die nach dem Schwerpunktprinzip während des Corona-Lockdowns ohne Einschränkungen ihr Warensortiment anbieten können, hieß es in einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums in Saarbrücken.

Das Saarland sei das erste Bundesland, das ein solches Werbeverbot beschließen wolle, hieß es weiter. Demnach müssen Warenhäuser, die dennoch für ihr Angebot werben, mit einem Bußgeld zwischen 1000 und 10.000 Euro rechnen. Das Verbot solle im Ministerrat am kommenden Dienstag beschlossen werden, so Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Es werde am 22. Februar in Kraft treten.

Die freiwillige Selbstverpflichtung habe nicht bei allen zu einem Umdenken geführt, begründete Rehlinger das geplante Werbeverbot. Viele Geschäfte und Warenhäuser, die nach dem Schwerpunktprinzip weiter öffnen dürften, haben nach ihren Angaben auch in den vergangenen Tagen nicht auf teils umfangreiche Werbemaßnahmen verzichtet. Das führe nicht nur zu größeren Kundenströmen, es sei auch unsolidarisch gegenüber den Fachgeschäften, die derzeit geschlossen bleiben müssten. Einzelhändler, die zurzeit geschlossen sind, dürfen im Saarland weiterhin ihr Angebot im Rahmen von Click-and-Collect anbieten und bewerben.

Nach Lockerungen: Großer Andrang in polnischen Skigebieten

12.45 Uhr: Während andere Länder ihre Corona-Regeln verschärfen, hat Polen probeweise eine Lockerung für den Wintertourismus erlaubt. Prompt meldeten die Skigebiete zu Beginn des Wochenendes einen regelrechten Ansturm auf Lifte und Hotels, vor allem in der Hohen Tatra im Süden des Landes. In Zakopane zum Beispiel seien praktisch alle Unterkünfte ausgebucht, berichtete der Fernsehsender TVP Info am Samstag unter Berufung auf örtliche Hoteliers.

Schon unmittelbar nach der Lockerungs-Ankündigung hätten Hotels eine große Zahl von Reservierungen gemeldet, erklärte Agata Wojtowicz, die Regionalchefin der Handelskammer für die Hohe Tatra, dem TV-Sender. Auch aus anderen Wintersportorten wurden hohe Buchungszahlen gemeldet.

Das schöne Wetter und die Freude über vorsichtige Lockerungen nach langen pandemiebedingten Einschränkungen ließen die Polen in so großer Zahl in die Skigebiete strömen, dass sich lange Staus auf den Straßen in Richtung der Skigebiete bildeten. Der bevorstehende Valentinstag und ein angekündigter Skisprungwettbewerb in der Region hätten das Touristen-Interesse noch zusätzlich verstärkt, sagte Wojtowicz. Die Hotels und Pensionen dürfen zwar seit Freitag wieder Touristen beherbergen, aber gemäß Corona-Beschränkungen nur bis zu einer maximalen Auslastung von 50 Prozent.

Die Regierung in Warschau hatte in der vergangenen Woche beschlossen, ab dem 12. Februar Hotels, Kinos und Theater sowie Sportanlagen unter freiem Himmel und Schwimmbäder für eine Testphase von zwei Wochen zu öffnen. Nach Einschätzung des Regierungschefs Mateusz Morawiecki hat das Land zuletzt bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen eine »fragile Stabilisierung« erreicht. Restaurants und Kneipen bleiben aber weiterhin geschlossen.

Bayern-Star Müller wieder in Deutschland: Quarantäne statt Bundesliga

12.23 Uhr: Thomas Müller ist wieder in München. Der 31 Jahre alte Fußball-Profi des FC Bayern ist nach seinem positiven Corona-Test während der Club-Weltmeisterschaft aus Katar zurück nach Deutschland geflogen worden, wie der deutsche Rekordmeister bestätigte. Müller befindet sich nun daheim in Quarantäne.

Auf Fotos der »Bild«-Zeitung war zu sehen, wie Müller am späten Freitagabend auf dem Münchner Flughafen einen Ambulanz-Flieger in einem weißen Schutzanzug verlässt. Dem ehemaligen Nationalspieler soll es nach der Infizierung mit dem Coronavirus so weit gut gehen.

Müller hatte sich nach seinem positiven Testergebnis am Mittwoch in Doha umgehend von der Mannschaft des FC Bayern isolieren müssen. Er fehlte beim 1:0-Finalsieg gegen den mexikanischen Verein Tigres. Anschließend konnte er nicht mit dem Teamflieger nach Deutschland zurückkehren. An der Organisation des Rückflugs von Müller war der Verein intensiv beteiligt.

Müller befindet sich nun daheim in Quarantäne. Das sehen die pandemiebedingten Einreisebestimmungen nach Deutschland vor. Er wird dem Tabellenführer auf jeden Fall bei den Bundesligaspielen gegen Arminia Bielefeld am Montag und Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag fehlen. Der FC Bayern hatte erklärt, dass er sich mit den zuständigen Behörden über das weitere Vorgehen abgestimmt habe.

Uni Oxford testet Impfstoff an Kindern und Jugendlichen

12.12 Uhr: Mit einer neuen klinischen Studie wollen Forscher der Universität Oxford prüfen, ob der Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt. Dafür soll das Mittel, das Konzern und Universität gemeinsam entwickelt haben, an 300 Freiwilligen zwischen 6 und 17 Jahren getestet werden. »Es ist wichtig zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche auf den Impfstoff reagieren, da einige Kinder von einer Impfung profitieren könnten«, sagte Andrew Pollard von der Uni Oxford einer Mitteilung zufolge. Die meisten Kinder würden nicht krank durch das Virus.

Die ersten Tests sollen noch diesen Monat beginnen. Dabei erhalten bis zu 240 Probanden den Impfstoff, die restlichen hingegen ein Kontrollmittel.

Der Impfstoff namens ChAdOx1 nCoV-19 basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen, und wird seit Wochen in Großbritannien bei Erwachsenen eingesetzt. Der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam, hatte jüngst mitgeteilt, derzeit liefen mehrere Studien, um Impfstoffe für Kinder zu entwickeln.

Nach Ansicht des Kinderärzteverbands Royal College of Paediatrics and Child Health kann Covid-19 auch bei Kindern zu Tod oder schweren Erkrankungen führen. Dies sei aber selten. Es sei klar, dass die Sterblichkeit durch Covid-19 bei Kindern erheblich geringer ist als bei älteren Menschen. »Es gibt auch Hinweise darauf, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Kinder sich infizieren.« Die Rolle von Kindern bei der Übertragung sei weiter unklar. Eindeutige Beweise, dass sie ansteckender sind als Erwachsene, gebe es aber nicht.

Der Oxford-Experte Rinn Song sagte, die Pandemie habe tiefgreifende negative Auswirkungen auf Bildung, soziale Entwicklung und emotionales Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen gehabt. »Es ist daher wichtig, Daten über die Sicherheit und die Immunantwort auf unseren Corona-Impfstoff in diesen Altersgruppen zu sammeln, damit sie möglicherweise in naher Zukunft von der Aufnahme in Impfprogramme profitieren können.«

Cottbuser SPD-Bundestagskandidatin im Autokino gewählt

11.51 Uhr: An einem ungewöhnlichen Ort in der Corona-Pandemie ist die frühere Europa-Spitzenkandidatin der Brandenburger SPD, Maja Wallstein, in Cottbus zur Bundestagskandidatin gewählt worden. In einem Autokino habe die 34-Jährige am Freitagabend ein einstimmiges Votum für den Wahlkreis Cottbus-Spree-Neiße erhalten, teilte die SPD in Cottbus mit. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese, der bei der Bundestagswahl 2017 über die Landesliste ins Parlament kam, kandidierte nicht mehr. Das Direktmandat in dem Wahlkreis in der Lausitz errang 2017 der CDU-Politiker Klaus-Peter Schulze. Die AfD-Kandidatin Marianne Spring-Räumschüssel kam damals auf den zweiten Platz, sie ist seit 2019 Landtagsabgeordnete.

Verbände fordern vor Wirtschaftsgipfel Ausweitung der Überbrückungsgelder

11.27 Uhr: Angesichts der fortgesetzten Corona-Beschränkungen erwarten die Wirtschaftsverbände von dem anstehenden Gipfeltreffen mit Minister Peter Altmaier (CDU) eine Ausweitung der Staatshilfen, konkrete Öffnungsplanungen und die Ermöglichung grenzüberschreitender Warenlieferungen. »Nach den Beschlüssen vom 10. Februar gibt es definitiv Gesprächsbedarf«, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Hotels und Gaststätten (Dehoga), Ingrid Hartges, den RND-Zeitungen. Altmaier will am Dienstag mit Wirtschaftsverbänden über die schwierige Lage in der Coronakrise sprechen.

»Die hart betroffenen Branchen wie Gastronomie und Hotellerie, die seit dem 2. November geschlossen sind, benötigen dringend eine Öffnungsperspektive«, betonte Hartges.

Der Handelsdachverband HDE forderte, die staatlichen Überbrückungsgelder auf weitere Unternehmen auszuweiten. Mittlere Handelsunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro gingen bei den staatlichen Zuschüssen nach wie vor vollkommen leer aus, kritisierte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Zahlreiche Firmen-Eigner müssten auf ihre Rücklagen für den Ruhestand zurückgreifen. Weitere Darlehen von Banken gebe es häufig nicht mehr, ohnehin könnten sich viele Händler eine weitere Verschuldung gar nicht leisten.

Genth rief die Bundesregierung vor allem zu einer stärkeren Unterstützung des Modehandels auf, den es am härtesten treffe. Die Ladenbesitzer dürften zwar bereits Winterware steuermindernd abschreiben, »doch die Ausgestaltung dieser Regelung ist viel zu bürokratisch«. Zudem müsse diese Möglichkeit nach der Verlängerung des Lockdowns generell auf Saisonware ausgeweitet werden, denn die Frühlingsware sei längst auf dem Weg.

Ferner beklagte der HDE, dass der Einzelhandel bei den Dezemberhilfen weiterhin außen vor bleibe. Das sei gegenüber der Gastronomie eine massive Ungleichbehandlung, sagte Genth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zwei Drittel der Innenstadthändler sähen sich ohne zusätzliche staatliche Hilfe in Existenzgefahr.

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik warnte vor allem vor Grenzschließungen oder erschwerte Grenzübertritte. »Ein Fahrzeughersteller kann 99,9 Prozent aller Teile für ein Auto geliefert bekommen. Wenn aber die Reifen aus einem speziellen Beschaffungsmarkt fehlen, kann der Wagen weder fertiggestellt noch ausgeliefert werden«, sagte ein Verbandssprecher dem RND.

Ruhiger Verkehr an den Grenzen – striktere Regeln ab Sonntag

11.04 Uhr: Vor dem Inkrafttreten der schärferen Corona-Einreiseregeln herrschte am Samstagmorgen an den Grenzübergängen zu Tschechien und Tirol extrem ruhiger Verkehr. Es sei deutlich weniger los als sonst an Samstagen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Passau. Auch Pendler seien kaum unterwegs. »Es gibt aber viele Anfragen von Bürgern, die unsicher sind und wissen wollen, wie es weitergeht.«

Auch an der Grenze zu Österreich bei Kiefersfelden waren kaum Fahrzeuge unterwegs, wie der Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Rosenheim, Rainer Scharf, berichtete. Weder auf österreichischer noch auf deutscher Seite bildeten sich Staus. »Auch der Lkw-Verkehr fließt.«

Die Beamten kontrollieren aber schon seit Tagen verschärft die Einhaltung der Corona-Regelungen. Auf den wichtigen Nebenstrecken seien provisorisch stationäre Kontrollen eingerichtet worden, sagte Scharf. »Es ist nicht so, dass wir jedes Auto anhalten, aber wir schauen in jedes Fahrzeug hinein.«

Von Sonntag an wird das voraussichtlich etwas anders aussehen. »Sehr wahrscheinlich werden wir bei jedem Fahrzeug überprüfen, ob ein negatives Testergebnis vorliegt.«

Nach Angaben der Bundesregierung dürfen ab Sonntag aus Tschechien und weiten Teilen von Tirol in Österreich nur noch Deutsche, Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte und Gesundheitspersonal einreisen. Tschechien und Tirol gelten als Virusmutationsgebiete.

HSV-Idol Seeler wartet noch auf Impftermin: »Eine Katastrophe«

10.49 Uhr: Fußballidol Uwe Seeler (84) ist enttäuscht, dass ihm noch kein Angebot zur Corona-Schutzimpfung gemacht wurde. »Wir haben noch nichts gehört oder gesehen«, sagte Seeler der Hamburger Morgenpost: »Das ist doch eine Katastrophe. Man weiß ja auch gar nicht mehr, was man den Politikern noch glauben soll, man hört jeden Tag andere, neue Geschichten. Da haben offenbar einige versagt.«

Im Lockdown spielt sich auch bei Seeler und seiner Ehefrau Ilka fast alles in den eigenen vier Wänden ab: »Wir tun viel für die Entspannung, gucken Fernsehen.« Mit dem Rausgehen, auch in den eigenen Garten, sei es momentan wegen der Glätte schwierig, fügte die HSV-Ikone an. Die Seelers leben in Norderstedt vor den Toren der Hansestadt.

Seeler, Vizeweltmeister von 1966, hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Irans Präsident sieht Zukunft trotz Impfstoffen skeptisch

10.23 Uhr: Der iranische Präsident Hassan Rohani sieht die Zukunft der Corona-Pandemie trotz der diversen Impfstoffe skeptisch. »Auch mit den Impfstoffen könnte es bis zu zehn Jahren dauern, bis das Virus endgültig besiegt ist«, sagte der Präsident am Samstag im Staatsfernsehen. »Daher sollten die Menschen bis auf Weiteres weder auf Normalität noch auf eine Rückkehr zur Vergangenheit hoffen.«

Corona habe gezeigt, dass die Welt trotz technologischen Fortschritts einem Virus gegenüber dermaßen machtlos ausgeliefert ist. Daher sollten die Iraner, zumindest für ein weiteres Jahr, alle Hygienevorschriften weiterhin strikt einhalten, sagte Rohani.

Iran hatte am Dienstag mit seinem Impfprogramm gegen das Coronavirus begonnen. Zunächst wurden Ärzte und Pflegepersonal geimpft, anschließend sollen Menschen über 65 Jahre folgen. Verwendet wird der russische Impfstoff Sputnik V.

Im neuen persischen Jahr, das am 21. März beginnt, sollen schrittweise alle 83 Millionen Iraner geimpft werden. Neben Sputnik V will Iran dafür auch Impfstoffe aus China und Indien einführen. Die Islamische Republik entwickelt aber auch eigene Impfstoffe und arbeitet mit kubanischen Experten an der Vakzine »Soberana 02«.

Aufgrund strenger Corona-Regeln seit November ist die Anzahl der Corona-Toten um 85 und die der Infektionen im Land um 50 Prozent gesunken. Das Gesundheitsministerium warnt jedoch vor einer Lockerung der Lockdowns. Da weiterhin bis zu 70 Corona-Tote und 7000 Neuinfektionen pro Tag registriert werden, könnte eine Lockerung den Abwärtstrend stoppen und gar zu einer vierten Infektionswelle führen. Seit Beginn der Pandemie wurden in Iran in Zusammenhang mit dem Virus mehr als 58.000 Todesfälle und über 1,5 Millionen Infektionen erfasst.

EVP-Chef Weber bringt Exportstopp für Biontech-Impfstoff ins Spiel

9.58 Uhr: Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, hat ein Exportverbot für Corona-Impfstoffe aus der EU ins Spiel gebracht. Die EU solle sich überlegen, ob das jetzt »als Option« richtig wäre, sagte Weber der »Passauer Neuen Presse« vom Samstag. Er verwies darauf, dass »bereits vor 15 Jahren« europäische Forschungsfördergelder an den deutschen Impfstoffhersteller Biontech geflossen seien: »Ohne Europa hätten wir heute keinen modernen Impfstoff.«

Mit Blick auf Lieferschwierigkeiten des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca sagte Weber: »Wenn etwa Großbritannien untersagt, dass Vakzine von AstraZeneca zu uns kommen, dann habe ich meine Zweifel, dass die EU bei Knappheit Biontech-Impfstoff nach Großbritannien liefern muss.«

Gleichzeitig räumte Weber ein, dass auf EU-Ebene bei der Impfstoffbeschaffung Fehler gemacht worden seien. »Natürlich passieren Fehler. Das gilt auf allen Ebenen«, sagte der EVP-Vorsitzende, der auch stellvertretender CSU-Chef ist. »Der vielleicht größte Fehler war, dass zu klein gedacht wurde.«

Weber sagte weiter: »Man hat sich zu stark auf die Produktions- und Lieferzusagen der Impfstoffhersteller verlassen.« Aktuell würde ein Zehn-Milliarden-Programm in der EU zum Aufbau neuer Produktionsstandorte und Beschleunigung der Impfungen gebraucht: »Wir müssen uns auf die neuen Mutanten einstellen.«

Eine der großen Lektionen aus der Krise sei es, »dass wir an einer Gesundheitsunion arbeiten müsse«, betonte der CSU-Politiker. Es brauche, wo notwendig, gemeinsame Lösungen. »Wir benötigen auch eine Art europäisches Robert Koch-Institut, das die gemeinsamen Standards formuliert.« Auch könne mehr in der Arzneimittelforschung erreicht werden. »Europa muss autarker werden«, sagte Weber.

RKI sieht alle Bundesländer bei Inzidenz unter 100 – auch Thüringen

09.46 Uhr: Alle Bundesländer in Deutschland liegen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen bei der Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wieder unter dem Wert von 100. Als letztes Bundesland rutschte laut RKI-Dashboard auch Thüringen in den zweistelligen Bereich und liegt nun bei 98,8. Die deutschlandweite sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sank demnach auf 60,1. Nur noch knapp über 50 liegen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (jeweils 51,0).

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI 8354 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 551 neue Todesfälle verzeichnet.

· Alle aktuellen Zahlen finden Sie hier beim RKI: Covid-19 Dashboard

Am Samstag vergangener Woche waren das RKI binnen einem Tag 10.485 Neuinfektionen und 689 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.328.447 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.02., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.112.000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 64.742.Rund 4700 US-Soldaten sollen Impfkampagne unterstützen

9.13 Uhr: Die neue US-Regierung weitet den Einsatz von Soldaten bei der Corona-Impfkampagne aus. Insgesamt sollen mehr als 4700 Militärangehörige die Katastrophenschutzbehörde Fema unterstützen oder sich dafür bereithalten, sagte ein Pentagon-Sprecher. Verteidigungsminister Lloyd Austin habe dafür weitere Einheiten abgestellt, die in großen und kleinen Impfzentren eingesetzt werden sollen.

Vergangene Woche hatte das Pentagon bereits den Einsatz von mehr als 1000 Soldaten in der Impfkampagne angekündigt. Bis dahin wurden in den USA im Kampf gegen die Pandemie vor allem die von den Bundesstaaten befehligte Nationalgarde eingesetzt, nicht die Streitkräfte. Dem Pentagon zufolge befinden sich im Land bereits etwa 26.000 Angehörige der Nationalgarde im Corona-Einsatz.

Softwareprobleme erschweren die Impfanmeldung in Bayern

08.04 Uhr: Probleme mit der Software bremsen offenbar die Anmeldung für die Corona-Impfung in Bayern. »Die Software, die wir verwenden müssen, kann das Alter der Impfwilligen nicht herausfiltern«, kritisierte die Landrätin des niederbayerischen Landkreises Regen, Rita Röhrl. Nachdem mit dem AstraZeneca -Impfstoff nur unter 65-Jährige geimpft werden dürfen, müssen die Impfkandidaten ihren Angaben zufolge momentan händisch ermittelt werden. »Wir müssen jeden Datensatz öffnen und überprüfen, das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch.«

Die Überprüfungen seien auch darum zeitaufwendig, weil sich bereits jetzt abzeichne, dass bald auch Personen aus der nächsthöheren Priorisierung den neuen Impfstoff erhalten werden. Bürger, die über 65 Jahre alt sind, dürfen derzeit aber nur mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna geimpft werden. »Hier läuft die Impfstofflieferung nach wie vor schleppend«, sagte sie. So könnte sich die Situation ergeben, dass die älteren Bewohner in ihrem Landkreis zum Teil wesentlich später geimpft werden als jüngere.

Wissenschaftler warnen vor lang andauernder Pandemie ohne gerechte Verteilung von Vakzinen

07.13 Uhr: Wissenschaftler haben in einem offenen Brief vor einer lang anhaltenden Pandemie gewarnt, wenn eine gerechte weltweite Verteilung der Corona-Impfstoffe nicht gelingt. Das Horten von Impfstoffen in reicheren Ländern werde die Pandemie global verlängern, schreiben die Autoren in dem am Samstag in der britischen Fachzeitschrift »The Lancet« veröffentlichten Text. »Impfnationalismus« könne zu einem Mangel an Impfstoffen bei der Covax-Initiative sorgen, die auch weniger wohlhabenden Ländern Zugang zu Vakzinen verschaffen soll.

  • Den offenen Brief der Wissenschaftler finden Sie hier: Challenges in ensuring global access to COVID-19 vaccines: production, affordability, allocation, and deployment

»Wenn Impfstoffe nicht gerechter verteilt werden, könnte es noch Jahre dauern, bis das Coronavirus weltweit unter Kontrolle ist«, warnte Olivier Wouters, einer der Autoren von der London School of Economics and Political Science. Trotz der mehr als zwei Dutzend zugelassenen oder in Entwicklung befindlichen Impfstoffe hätten ärmere Länder große Schwierigkeiten, Vakzinen zu bekommen und an ihre Bevölkerungen zu verteilen. Covax brauche zusätzlich 6,8 Milliarden Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2021, um Impfstoffe für 92 Entwicklungsländer zu organisieren.

Bisher hätten sich reiche Länder, in denen rund 16 Prozent der Weltbevölkerung leben, 70 Prozent der verfügbaren Impfstoffmengen gesichert. Das geht den Autoren zufolge aus verfügbaren Verkaufszahlen hervor. So würden reiche Länder die Impfung ihrer Bevölkerung über die Impfung von medizinischem Personal oder besonders gefährdeten Gruppen in anderen Ländern stellen.

Ökonomen: Lockdown-Ende nicht gleich schnelle Erholung

05.00 Uhr: Ein Ende des Corona-Lockdowns wird der Wirtschaft nach Einschätzung von Ökonomen nicht automatisch zum ersehnten schnellen Aufschwung verhelfen – solange das Virus nicht unter Kontrolle ist. Vergleichsstudien in Skandinavien und den USA zeigen, dass die Wirtschaft in Ländern und Regionen ohne strikte Lockdowns in der ersten Phase der Epidemie ebenso abstürzte wie in Staaten mit strikten Beschränkungen. »Da das Virus für Unsicherheit sorgt, investieren viele Firmen nicht«, sagte Clemens Fuest, der Präsident des Münchner Ifo-Instituts. »Wenn ein gefährliches Virus grassiert, gehen die meisten Menschen nicht ins Kino, ins Restaurant oder ins Konzert, egal ob sie dürfen oder nicht.«

Ifo-Wissenschaftler haben in einer Studie die Entwicklung in Schweden untersucht, das lange auf einen Lockdown verzichten wollte. »Ohne Lockdown kommt der wirtschaftliche Einbruch etwas später und ist nicht ganz so tief«, sagte Fuest. »Das bezahlt man allerdings mit später höheren Infektionszahlen und entsprechend höheren gesundheitlichen und ökonomischen Schäden, die nicht mitgezählt sind.«

In den USA haben die Ökonomen Austan Goolsbee und Chad Syverson die ökonomischen Folgen für den Einzelhandel in mehreren US-Landkreisen mit und ohne Lockdowns untersucht. Ergebnis: »Während der gesamte Kundenverkehr um 60 Prozent zurückging, erklären die rechtlichen Beschränkungen nur 7 Prozent dieses Rückgangs. Individuelle Entscheidungen (der Einkäufer) waren sehr viel wichtiger und stehen anscheinend in Zusammenhang mit der Angst vor Infektion«, schreiben die beiden Wissenschaftler.

Gewerkschaft der Polizei bemängelt fehlende Ausrüstung für Grenzkontrollen

04.36 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat vor dem Beginn stationärer Grenzkontrollen an diesem Wochenende die Ausrüstung der Bundespolizei bemängelt. »Die technische Ausstattung der Bundespolizei lässt zu wünschen übrig«, sagte der GdP-Bezirksvorsitzende für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der »Rheinischen Post«. Es mangele an Containerbüros, Toilettenwagen und großen Zelten, um die Kontrollen durchführen zu können.

Damit die Einheiten bei teils zweistelligen Minusgraden ihre Arbeit machen könnten, bräuchten sie Unterstützung vom Technischen Hilfswerk, sagte Roßkopf der Zeitung. »Ich rufe den Bund und die Länder auf, jetzt schnell für die nötige Hilfe zu sorgen.«

Auf die Bundespolizei kämen mit den Grenzkontrollen erhebliche Mehrbelastungen zu. Es bestehe zudem das Risiko, dass »Ortskundige über Feld- und Waldwege die Kontrollen umgehen werden«. Um das zu verhindern, brauche es mehr Kräfte. Roßkopf schätzte, dass »mehrere Hundertschaften aus der Bereitschaftspolizei« nötig seien.

Ab Sonntag verschärft Deutschland wegen der Ausbreitung neuer Virusvarianten die Regeln für die Einreise aus mehreren EU-Staaten, darunter Österreich, Tschechien und die Slowakei. Ab Sonntag soll es stationäre Grenzkontrollen geben.

Melbourne beginnt dritten Corona-Lockdown – Australian Open ohne Zuschauer

04.14 Uhr: Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne tritt ab dem heutigen Samstag einen fünftägigen Lockdown an. Das ganze Bundesland Victoria ist von dieser Maßnahme betroffen. Damit soll eine dritte Corona-Welle verhindert werden, die durch die Einreise eines Bürgers mit der hochinfektiösen britischen Variante entstehen könnte. »Eine Menge Menschen werden heute leiden«, gab Victoria Ministerpräsident Daniel Andrews in einer Pressekonferenz bekannt. »Dies ist nicht die Situation, in der wir sein wollten, aber ich möchte nicht in zwei Wochen zurückschauen und wünschen, wir hätten diese Entscheidungen jetzt getroffen.«

Nur bedingt von dem Lockdown betroffen ist das weltbekannte Tennisturnier »Australian Open«, das zurzeit in der Metropole Melbourne stattfindet. Nun allerdings ohne Zuschauer, die voraussichtlich erst am Donnerstag wieder Zutritt bekommen. Ansonsten sind alle Gastronomiebetriebe und Geschäfte, mit Ausnahme von Supermärkten, geschlossen. Die Menschen sind angewiesen, zu Hause zu bleiben. Sie dürfen sich nur für lebenswichtige Einkäufe sowie zwei Stunden Bewegung im Freien aufhalten.

Juso-Vorsitzende: Länder sollen auf Zentralabitur verzichten

04.07 Uhr: Wegen des Unterrichtsausfalls in der Corona-Pandemie hat die Juso-Chefin Jessica Rosenthaldie Länder dazu aufgefordert, auf das Zentralabitur zu verzichten und stattdessen den Schulen die Prüfungsaufgaben zu überlassen. »Das Zentralabitur muss für ein bis zwei Jahre ausgesetzt werden«, sagte die Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation der »Augsburger Allgemeinen«. Die Schulen hätten wegen der unterschiedlichen Situation vor Ort auch unterschiedlich viel Lernstoff geschafft.

Man könne nicht den Ausnahmezustand der Pandemie beklagen »und gleichzeitig sagen, die Schüler sollen gefälligst das gleiche Abitur wie in den Jahren zuvor schreiben«, so Rosenthal. Das sei ungerecht. Sie traue den Lehrkräften zu, weiterhin eine gewisse Vergleichbarkeit der Prüfungen zu erhalten. »Bei mündlichen Prüfungen schaffen wir das ja auch.«

Umfrage: Psychische Belastung im Lockdown steigt

04.00 Uhr: Das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit der Menschen in Deutschland leiden einer Befragung zufolge zusehends unter den Lockdown-Auswirkungen – mehr als im Zuge der Maßnahmen im Frühjahr. Zu diesem Zwischenergebnis kommen Forscher der Universität des Saarlandes, die seit einem Jahr die psychischen und sozialen Folgen der Pandemie untersuchen. 1500 Frauen und Männer beteiligen sich regelmäßig an den Befragungen für die Analyse »Alles anders?«.

Die Einschätzung der Gesellschaft habe sich »drastisch verändert«, sagte Forschungsgruppenleiterin Dorota Reis der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Während die Teilnehmer und Teilnehmerinnen anfangs berichteten, dass die Gesellschaft zusammenrücke, schätzten sie das Verhalten nun als »eher egoistisch und auseinanderdriftend« ein.

»Die Lebenszufriedenheit ist deutlich zurückgegangen, Sorgen, Stress und Depressivität sind gestiegen«, sagte Reis. Im Frühjahr sei nach den Lockerungen recht schnell eine Besserung eingetreten. »Ob das dieses Mal auch so sein wird, wissen wir noch nicht.«

Britische Corona-Variante in mehr als jeder vierten Probe in Dänemark

04.00 Uhr: Die zunächst in England aufgetretene Variante des Coronavirus findet sich in Dänemark mittlerweile in mehr als jeder vierten analysierten Corona-Probe. Das geht aus vorläufigen Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervor. Demnach wurde die Variante B.1.1.7 in 28,5 Prozent der bis Freitag sequenzierten Stichproben aus der ersten Februar-Woche nachgewiesen. Zum Vergleich: In der Woche davor lag der Anteil noch bei vorläufig 20,3 Prozent, zum Jahreswechsel lediglich bei 2,1 Prozent. Die Zahlen werden laufend aktualisiert und können sich somit noch ändern.

Erstmals war die britische Virusvariante in Dänemark in Stichproben vom 14. November nachgewiesen worden. Laut SSI herrscht Einigkeit darüber, dass die Mutante ansteckender ist als andere Typen des Coronavirus Sars-CoV-2. Die Sorge vor Varianten wie dieser ist auch der Hauptgrund dafür, warum beim nördlichsten deutschen Nachbarn trotz rückläufiger Corona-Zahlen weiter strikte Lockdown-Maßnahmen gelten.

Bisher wurde B.1.1.7 bei 1859 Menschen in Dänemark nachgewiesen. Sie wurde in 5,4 Prozent der bisher sequenzierten Stichproben entdeckt. Das SSI schätzt, dass B.1.1.7 vermutlich noch im Laufe des Februars die dominierende Virus-Variante sein wird.

Modehandel rechnet nach Öffnung mit Preisnachlässen bis 90 Prozent

02.00 Uhr: Im deutschen Modehandel winken den Verbrauchern nach dem Ende der coronabedingten Schließung der Geschäfte starke Preisnachlässe. »Bei vielen Waren wird es 80 bis 90 Prozent Rabatt geben, damit die aufgestaute Ware noch verkauft werden kann«, sagte der Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE), Rolf Pangels, der »Rheinischen Post«. Auch der Verkauf der Frühjahrsware werde wahrscheinlich mit hohen Nachlässen verbunden sein. »Das belastet uns das ganze Jahr«, sagte Pangels.

Falls der Lockdown weiter verlängert werde, seien noch mehr Geschäfte am Ende. »Sollte verlängert werden, packen wir unverkaufte Ware in große Lastwagen und kippen den Inhalt vor dem Kanzleramt aus«, kündigte Pangels an. »Protest können nicht nur die Milchbauern.«

Moderna will 50 Prozent mehr Impfstoff pro Ampulle abfüllen

01.26 Uhr: Das US-Unternehmen Moderna will künftig 50 Prozent mehr Impfstoff gegen das Coronavirus pro Ampulle abfüllen und so die Auslieferung beschleunigen. Bei Behörden weltweit werde eine Zulassung für diese Anpassung beantragt, hieß es in einer Mitteilung der Firma am Freitag. Zuvor hatte die »New York Times« berichtet, die US-Arzneimittelbehörde FDA habe bereits eine Steigerung der pro Ampulle abgefüllten Menge um 40 Prozent genehmigt.

Durch die Steigerung um 50 Prozent könnten pro Ampulle 15 statt der bisherigen zehn Impfdosen ausgeliefert werden, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur AFP mit. Für die Steigerung könnten dieselben Ampullen wie bisher verwendet werden. Die Umstellung könne in den kommenden zwei bis drei Monaten erfolgen.

Amazon bietet Mitarbeitern Prämie, wenn sie sich impfen lassen

00.54 Uhr: Der Online-Einzelhändler Amazon will seine US-Beschäftigten mit Prämien zu einer Corona-Impfung ermuntern. Sie würden pro Dosis 40 Dollar erhalten, kündigte das Unternehmen am Freitag an. »Da Covid-19-Impfstoffe für Mitarbeiter an vorderster Front verfügbar werden, bitten wir unsere Beschäftigten, sich zum frühestmöglichen Zeitpunkt impfen zu lassen, um sich selbst, ihre Familien und Gemeinden zu schützen«, begründete Amazon das Vorgehen. An vielen Amazon-Standorten solle zudem die Möglichkeit zur Impfung angeboten werden.

Auch andere US-Unternehmen fordern ihre Mitarbeiter auf, sich impfen zu lassen. Dazu gehören die Kaffeehaus-Kette Starbucks, der Konsumgüter-Hersteller Unilever und Supermarkt-Ketten wie Aldi und Lidl.

Icon: Der Spiegel

Neueste Beiträge

18:57 Brüssel prüft Zölle gegen Peking: “Die chinesische Seite droht der EU mit einem Handelskrieg”

0 comment Read Full Article