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Corona-News am Montag: RKI meldet 7709 neue Infektionen und 50 Todesfälle

March 22
09:39 2021
Intensivstation im brasilianischen Porto Alegre: Die Zahlen steigen Icon: vergrößern

Intensivstation im brasilianischen Porto Alegre: Die Zahlen steigen

Foto: Jefferson Bernardes / dpa

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Virologe: Corona-Mutationen könnten Frühjahrs-Effekte »auffressen«

07.23 Uhr: Die Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutationen könnte nach Ansicht des Virologen Ulf Dittmer die im Frühjahr zu erwartenden, mildernden saisonalen Effekte für die Pandemie abschwächen. Grundsätzlich würden Umweltfaktoren wie etwa UV-Strahlen und höhere Temperaturen sowie das vermehrten Aufhalten im Freien in der wärmeren Jahreszeit helfen, das Infektionsgeschehen zu bremsen. Dieser Vorteil könne jetzt »von den Mutanten aufgefressen werden«, sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Uniklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur.

Küstenländer: ›Kontaktarmen‹ Osterurlaub in Deutschland ermöglichen

07:09 Uhr: Die drei Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen schlagen vor, trotz hoher Corona-Zahlen den Bürgern auch hierzulande einen kontaktarmen Urlaub über Ostern zu ermöglichen. Zulässig sein soll dies aber nur innerhalb des eigenen Bundeslandes und in Selbstversorger-Einrichtungen mit eigenen sanitären Anlagen – also etwa in Ferienwohnungen, Ferienhäusern oder Wohnmobilen, wie die Sprecherin der niedersächsischen Landesregierung, Anke Pörksen, am Sonntag mitteilte. Für den Vorschlag wollen die drei Länder bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag werben.

Lauterbach – Keine Quarantäne für Mallorca-Rückkehrer, aber Appell gegen Reisen

07.05 Uhr: »Derjenige, der getestet wurde und negativ ist, muss nicht in Quarantäne, weil Mallorca kein Risikogebiet ist«, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Politik-Talk der Zeitung »Bild«. Er rät jedoch dringend von einem Urlaub auf der Balearen-Insel ab. »Wir haben seit einer Woche die brasilianische Mutation auf Mallorca. Ich appelliere an jeden, nicht zu reisen.« Alle Reiserückkehrer müssten getestet werden. »Das ist das mindeste, was man verlangen kann, wenn jemand eine solch riskante Reise macht.«

TUI-Deutschlandchef Andryszak – Mallorca-Reisen sind sicher

06.58 Uhr: Der Geschäftsführer der TUI Deutschland, Marek Andryszak, hält Befürchtungen der Politik wegen steigender Corona-Ansteckungen infolge von Mallorca-Flugreisen für übertrieben. »Wir werden nicht müde klarzustellen, dass Reisende von Pauschalurlauben kein Risiko bei der Rückkehr nach Deutschland sind. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich die Gäste verantwortungsvoll im Urlaub verhalten und keine höheren Inzidenzen produzieren«, sagt Andryszak der Zeitung, »Bild« laut Vorabbericht. Auf der Insel gebe es keine Partys, kein Freibier und die Restaurants stünden ab 17 Uhr nur noch für Lieferservice zur Verfügung. »Von den 1000 Hotels, die im Hochsommer geöffnet sind, werden nicht mal 10 Prozent zu Ostern zur Verfügung stehen.«

Weil über die dritte Welle: »Die Situation ist ernst«

06.17 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die dritte Coronawelle als brandgefährlich bezeichnet und um Verständnis für die Rücknahme von Lockdown-Lockerungen geworben. »Die Situation ist ernst«, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Zahl der Neuinfektionen wieder zu drücken, werde dieses Mal weit schwieriger als im Frühjahr oder Herbst, warnte er. »Die dritte Welle wird durch ansteckendere Virusmutationen getrieben und trifft auf eine Corona-müde Bevölkerung – das macht sie so brandgefährlich.«

Für Lockerungen sieht Weil keinen Spielraum: »In dieser brisanten Situation stur den Öffnungsplan abzuarbeiten, wäre verantwortungslos«, betonte er. Stattdessen müssten Öffnungsschritte zurückgenommen werden, wenn die Inzidenz über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen steige. »Niedersachsen wird die beschlossene Notbremse ziehen, und ich rate allen, das auch zu tun«, sagte Weil.

Lauterbach spricht über Ausgangssperre als »Ultima Ratio«

06.11 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält eine nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung der Pandemie noch nicht für zwingend notwendig. Bei weiterhin rasant steigenden Fallzahlen dürfte sie aber kaum zu vermeiden sein, warnte der studierte Epidemiologe bei »Bild live«. Grund dafür sei, dass die sich ausbreitende Corona-Mutation B.1.1.7 auf einen Monat betrachtet »vier- bis achtmal so ansteckend« sei wie das bisherige Virus.

»Bisher ist es keinem Land gelungen, die viel schnellere Pandemie mit dieser Mutation in den Griff zu bekommen, ohne dass es Ausgangsbeschränkungen im Lockdown gegeben hätte«, sagte Lauterbach. Gleichwohl müsse klar sein: »Ausgangsbeschränkungen sind die Ultima Ratio, man muss versuchen, das zu verhindern.«

Die einzige Chance dazu biete ein »sehr strenges Testkonzept« mit zwei Tests pro Woche in allen Schulen und Betrieben. Die Kapazitäten hierfür würden »gerade fieberhaft aufgebaut«.

Mehr als 3000 Menschen liegen mit Covid auf Intensivstationen

06.05 Uhr: Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen in der Pandemie ist die Zahl der Coronapatienten auf Deutschlands Intensivstationen wieder angestiegen. Mit mehr als 3000 belegten Betten liegt die Belastung im Moment erneut so hoch wie zu den Spitzenzeiten in der ersten Welle im Frühjahr 2020. Das geht aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor.

»Wir starten jetzt auf den Intensivstationen in die dritte Welle und das auf einem sehr hohem Niveau. Davor hatten wir bereits Ende Februar gewarnt und das bereitet uns große Sorgen«, sagte Divi-Präsident Gernot Marx. Nach Divi-Daten wurden am Sonntag 3056 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen behandelt.

»Wir erwarten in den nächsten Wochen einen rasanten Anstieg der Patienten, da die Welle der Intensivpatienten immer zwei bis drei Wochen der Infektionswelle nachrollt«, ergänzte er. Es lasse sich daher erst für die Zeit ab Mitte April etwas an den Zahlen ändern.

Bei Inzidenzen um die 200 Infektionen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner prognostizieren Notfallmediziner für Anfang Mai rund 5000 Covid-Patienten auf Intensivstationen. Das wären fast so viele wie auf dem Höhepunkt der zweiten Welle Anfang Januar und könnte viele Kliniken erneut schwer belasten.

Icon: Der Spiegel

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